Depression nach der Adoption: Ein missverstandenes Problem

4. März 2019

Die Ankunft des neuen Kindes lässt die meisten Eltern sich zufrieden, glücklich und sogar euphorisch fühlen. Einige Eltern fühlen sich jedoch traurig oder frustriert, nachdem sie ein Kind adoptiert haben, und damit unterscheiden sie sich nur wenig von Eltern, die ein leibliches Kind bekommen.Wie dem auch sei, Die Adoption eines Kindes ist eine Herausforderung, die auch mit körperlichem und emotionalem Stress für die neuen Eltern einhergeht. Manche Menschen brauchen deshalb jede Menge Hilfe, wenn sie ein Kind adoptieren.

„Depression nach der Adoption“ ist eine mögliche Antwort auf jene Veränderungen, die sich aus einer Adoption ergeben. Durch neue Erfahrungen und die Unkenntnis einiger Bedürfnisse des adoptierten Kindes fühlen sich die Adoptiveltern manchmal überfordert, was in einer Depression münden kann.

Eine Depression nach der Adoption ist ein Risikofaktor

Im Gegensatz zu Depressionen nach der Adoption manifestiert sich die postpartale Depression in der Regel nach einer komplikationsfreien Schwangerschaft. In der Tat ist dies ein Thema, das von Müttern und Fachleuten im medizinischen und psychologischen Bereich offen diskutiert wird.

Zwischen 50 und 80 % der gebärenden Frauen, können an einer leichten Depression leiden, während 10 % der Frauen an einer schwereren Depression leiden. Die Ursache dieses Zustands scheint die hormonelle Umstellung zu sein. Die Depression nach der Adoption ist gesellschaftlich allerdings weniger akzeptiert und ist kaum verstanden, obwohl viele Adoptiveltern darunter leiden.

Frau, die an einer Depression nach der Adoption leidet

Wenn es kein Verständnis oder keine Unterstützung gibt

Adoptiveltern beginnen zwischen 2 und 6 Monaten nach der Adoption, eine engere Verbindung zu ihrem Adoptivkind aufzubauen. In diesen schwierigen Monaten, bevor die Familie zu einer festen Einheit wird, bitten junge Adoptiveltern normalerweise nicht um Hilfe. Sie fürchten, dass die Leute denken könnten, dass sie noch gar nicht bereit wären, Mutter zu sein.

Dies erklärt, warum viele junge Adoptiveltern Angst haben, den Menschen, die ihnen eigentlich helfen sollen, insbesondere Psychologen und Sozialarbeitern, mitzuteilen, wie schwierig es für sie ist, sich an ihr neues Leben anzupassen. Sie glauben, wenn sie ihre Stimme erheben und ihre Meinung äußerten, würde man daran zweifeln, dass sie sich um das adoptierte Kind kümmern könnten.

 

Es besteht kein Zweifel, dass eine Depression nach der Adoption schwierig ist. Und sie kann sogar noch komplizierter werden als eine postpartale, da leibliche Eltern in ihrem sozialen Umfeld mehr Unterstützung und Verständnis erhalten als Adoptiveltern. Die Angehörigen der Adoptiveltern verstehen möglicherweise nicht, warum sie jetzt nicht glücklich sind, wo sie doch endlich das bekommen haben, was sie immer wollten? Sie halten endlich ihr Kind in den Armen. Warum sind sie nicht voller Freude?

Frau, die auf dem Boden nahe bei ihrem schreienden Baby liegt

Infolgedessen leiden Adoptiveltern, die eine Depression nach der Adoption durchmachen. Sie sind schweigsam und schämen sich. Sie wollen ihre Familien nicht enttäuschen. In der Tat stellen sie sich oft die gleichen Fragen, die ihre Angehörigen ihnen stellen mögen. Aber wenn sie auf diese Fragen keine Antworten finden, fühlen sie sich unverantwortlich und schuldig.

Ursachen der Depression nach der Adoption

Doch was steckt hinter dem hohen Prozentsatz der Adoptiveltern, die an einer Depression nach der Adoption leiden? Die meisten Adoptiveltern verbringen jahrelang mit dem Versuch, ein Kind zu bekommen, einen Menschen, den sie für den Rest ihres Lebens betreuen können. Daher können ihre Hoffnungen, Träume und Wünsche zu unrealistischen Erwartungen darüber führen, wie es letztendlich ist, Eltern zu sein.

Erstmalige Eltern fühlen sich möglicherweise wegen ihrer ambivalenten Gefühle schuldig. Einerseits lieben sie ihr neues Kind, andererseits mögen sie Ärger und Frust verspüren, wenn die Situation ihren Erwartungen nicht entspricht.

Es ist unrealistisch, zu glauben, dass die Eltern sofort eine Bindung zu ihrem adoptierten Kind aufbauen könnten. Sich in ein adoptiertes Kind zu verlieben, ist, wie sich in einen zukünftigen Partner zu verlieben – und die Verliebtheitsphase zu überwinden. Die anfängliche Leidenschaft und Euphorie verblassen langsam, aber sicher. Darauf folgt der schwierige Prozess der Anpassung an einen neuen Menschen und seine tägliche Präsenz.

Eltern halten ihr Kind an den Händen.

Umgang mit der Depression nach der Adoption

Es ist nicht immer einfach, sich an die Änderungen anzupassen, die sich aus der Adoption eines Kindes ergeben. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die helfen können:

  • Fühle dich nicht schuldig, weil du keine Besuche von anderen in dieser Zeit wünschst. Du solltest jedoch die Hilfe akzeptieren, die du benötigst. Hilfe zu benötigen bedeutet nicht, dass du eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater wärst. Es ist wichtig, zu wissen, dass es viel schwieriger ist, alles selbst und allein zu machen.
  • Bitte deine Familie und Freunde dennoch, dich besser zu verstehen und deine neuen Entscheidungen zu respektieren. Sage ihnen, dass du deine eigenen Kriterien hast und dass du das letzte Wort haben wirst, wenn es um dein Kind geht.
  • Fürchte dich nicht davor, deine Gefühle mitzuteilen. Wende dich an Foren über Adoption im Internet oder Adoptionsgruppen, um Hilfe zu erhalten. Finde Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und lass dir von ihnen helfen.
  • Stelle sicher, dass du genügend Freizeit hast, um sie mit deinem neuen Kind zu verbringen.
  • Versuche, deinen Mutterschaftsurlaub oder deine Elternzeit so weit wie möglich zu verlängern.
  • Gehe mit deinem Kind spazieren, damit ihr Zeit miteinander verbringen könnt, Spaß habt und eure Bindung stärken könnt.
  • Sorge für ausreichend Schlaf und Bewegung – für dich und das Kind. Es ist erwiesen, dass körperliche Aktivität unsere Stimmung verbessert.
  • Verbringe weiterhin Zeit mit deinem Partner, wenn du einen hast. Wenn du noch andere Kinder hast, vernachlässige sie nicht und verbringe auch Zeit mit ihnen.
  • Akzeptiere deine Fehler und habe keine Angst, zu versagen. Am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen. Wir sind nicht perfekt, was bedeutet, dass Fehler in Bezug auf die Erziehung in Ordnung sind.

Wie du sehen kannst, ist die Depression nach der Adoption eine Sache, die in vielen Fällen aus mangelndem Verständnis resultiert – sowohl seitens der Menschen, die darunter leiden, als auch von denen aus ihrem Umfeld. Adoptiveltern könnten befürchten, dass ihr neues Kind ihre Erwartungen nicht erfüllen würde, was sie traurig und hoffnungslos machen kann.

Wenn du dich in dieser Situation befindest, solltest du dich am besten an einen Spezialisten wenden. Zögere nicht, dich ihm anzuvertrauen. Fachleute für psychische Gesundheit werden deinen Fall verstehen und dir auf jede erdenkliche Weise helfen.