Depression bei Kindern – Wie kann ich helfen?

· 19. Mai 2018

Kinder können genauso an einer Depression erkranken wie Erwachsene. Es ist völlig normal, dass unsere Kinder uns erzählen oder uns zeigen, wenn sie sich mal traurig, unglücklich, irritiert oder entmutigt fühlen. Die Depression bei Kindern ist jedoch eine ganz andere Sache. Wir müssen unterscheiden zwischen dem Ausdruck negativer Emotionen und dem Vorhandensein einer Krankheit.

Wenn für ein Kind unangenehme Emotionen auftauchen, die nach und nach in seinen Kopf eindringen und sich in verschiedene Bereiche seines Lebens einmischen, wie etwa seine Schulleistung oder die gemeinsame Zeit mit der Familie, könnten sie an einer Depression leiden. Können wir als Eltern etwas tun, um ihnen in dieser Situation zu helfen? Ja, das können wir sicher. Lies weiter und erfahre mehr über die Depression bei Kindern und was wir dagegen tun können.

„Eines der besten Dinge, die dir im Leben passieren können, ist eine glückliche Kindheit zu haben.“

Agatha Christie

Woher weiß ich, ob mein Kind eine Depression hat?

Bevor wir versuchen, das Problem zu lösen, müssen wir zuerst in Erfahrung bringen, ob eine Depression wirklich das ist, woran unsere Kinder leiden. Um das zu tun, müssen wir auf eine Reihe von Anzeichen achten, die darauf hinweisen, dass unser Kind tatsächlich Depressionen hat. Und in jedem Fall müssen wir die endgültige Diagnose dem Fachmann überlassen.

Die Zeichen, die wir berücksichtigen sollten, sind: depressive Stimmung, Verlust von Interesse oder Vergnügen, Konzentrationsschwierigkeiten, geringes Selbstwertgefühl, Gefühle von Wertlosigkeit und Verzweiflung, soziale Isolation, Verhaltensstörungen oder Probleme mit der Disziplin, aber auch Reizbarkeit und Erregung.

Kind auf sich allein gestellt

Andere besorgniserregende Merkmale sind: häufiges Weinen, Schlafstörungen, Müdigkeit, eine Änderung des Appetits, Gewichtszunahme oder -verlust, Größe und Gewicht, die nicht dem Alter und der Entwicklung entsprechen, körperliche Beschwerden, und nicht zuletzt Gedanken an und Sprechen über Selbstmord.

Zu beachten ist auch, dass diese Symptome mit anderen Problemen oder Störungen verbunden sein können. Das kann es für Eltern schwierig machen, zu definieren, ob es sich um eine Depression oder eine andere Kondition handelt. Klar ist, dass sie zeigen, dass wir und das Kind Hilfe brauchen. Bitten wir darum!

„Ich kann mir kein Bedürfnis eines Kindes vorstellen, das so stark ist wie das Bedürfnis nach Schutz durch den eigenen Vater.“

Sigmund Freud

Depression bei Kindern – Was kann ich tun?

Neben der professionellen Hilfe ist es wichtig, dass wir als Eltern unseren Teil dazu beitragen, unserem Kind zu helfen. Für den Anfang, wenn unser Nachwuchs ein geringes Selbstwertgefühl hat und dazu neigt, sich selbst zu kritisieren, können wir ihn loben und seine positiven Eigenschaften betonen. Auf eine aufrichtige Art natürlich! Wir sollten ihn auf eine verständnisvolle Weise über die negativen Gefühle, die er zu sich selbst hat, befragen und darauf hinweisen, wenn er sie auf andere projiziert.

In der Depression gibt es oft Schuldgefühle. Wenn diese aufkommen, sollten wir unserem Kind helfen, zwischen dem zu unterscheiden, was es kontrollieren kann und was nicht. Wenn es Gefühle der Hilflosigkeit oder Verzweiflung zeigt, sollten wir es auffordern, seine Gefühle niederzuschreiben. Es sollte auch damit beginnen, drei- bis viermal am Tag positive Gedanken über sich aufzuschreiben. Am Anfang wird es schwierig für es sein, aber es ist eine Übung, die ihm hilft, gesunde Gefühle sich selbst gegenüber zu entwickeln.

Vater und Sohn schauen sich in die Augen

Wenn wir sehen, dass unser Kind das Interesse an seinen bisherigen Hobbies verliert und Traurigkeit zeigt, sollten wir eine interessante Aktivität für es organisieren. Es lohnt sich auch, Events zu planen und sich Zeit zu nehmen, über angenehme Themen zu sprechen. Das Familienleben ist in Prophylaxe und Therapie von entscheidender Bedeutung. Wenn das familiäre Umfeld stabil ist, wird es helfen, die Depression abzuwenden oder zu überwinden.

Was verstehen wir aber unter einem „stabilen familiären Umfeld“? Eine Routine einzuhalten und Veränderungen in der Familiensituation zu vermeiden. Wenn Änderungen anstehen, sollten wir sie im Voraus besprechen, um unangemessene Reaktionen zu verringern. Und schließlich, wenn wir Gedanken an einen Selbstmord vermuten, müssen wir so schnell wie möglich einen Spezialisten aufsuchen und uns helfen lassen.

Kurz gesagt, es ist wichtig, das Kind so gut wie möglich zu unterstützen. Seine Traurigkeit und negativen Gedanken sind von Bedeutung und sollten ernst genommen werden. Die Depression bei Kindern sollte kein Tabuthema mehr sein. Lass uns einen Beitrag zur Sensibilisierung leisten!