Deine Lebensqualität hängt davon ab, was dich glücklich macht

· 27. September 2016

Jeden Tag hören wir von der Lebensqualität obwohl sie fast nirgendwo genau definiert wird. Es wird gesagt, dass man nach ihr streben sollte, um sie auf die ein oder andere Art zu erreichen. Der Begriff ist auch mit einem „gesunden Leben“ verbunden und man kommt schnell an den Punkt, sich schlecht zu fühlen, weil man nicht so gesund lebt, wie man leben sollte.

Die Wahrheit ist, dass das Konzept der eigenen Lebensqualität populär wurde, als die Idee der absoluten Qualität begann, sich auf die Fertigungsprozesse in der Industrie auszuwirken. Es wurde versucht, Artikel mit möglichst wenigen Fehlern in möglichst kurzer Zeit herzustellen. Die Lebensqualität beschreibt seitdem das Leben eines Menschen mit möglichst wenigen Fehlern.

“Schlussendlich ist alles miteinander verbunden: Menschen, Ideen, Gegenstände. Die Qualität der Verbindung ist der Schlüssel zur Qualität selbst.“

Charles Eames

Und so wurde begonnen, verschiedene Wege zu entwickeln, die Lebensqualität zu messen. Aber was heißt das tatsächlich? Ist es ein allgemeines Konzept, das sich auf alles Leben anwenden lässt, oder hat jede Person ihre eigene Lebensqualität?

Definieren wir Lebensqualität

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Das Konzept der Lebensqualität kann objektiv und subjektiv betrachtet werden.

Objektivität versucht, die Lebensqualität zu messen und teilt sie in Kategorien ein:

  • Physisches Wohlbefinden: gute Gesundheit
  • Materielles Wohlbefinden: genügend Einkommen und Eigenkapital
  • Soziales Wohl: gute Familienbeziehungen und soziale Bindungen
  • Emotionales Wohlbefinden: Selbstvertrauen, emotionale Intelligenz, Spiritualität
  • Entwicklungsmöglichkeiten: Leistungsfähigkeit, Bildung

Für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) kann man diese Variablen auf drei Faktoren reduzieren: Lebenserwartung, Bildung und Einkommen. Im UNDP wurden verschiedene Tests entwickelt, welche die Lebensqualität von Menschen, Städten und Ländern messen können. Sie basieren auf den oben genannten Faktoren und auf weiteren, die von ihnen abgeleitet sind. Diese sind Umwelt, soziales und politisches Umfeld, Behinderungsindex, etc.

Auf der anderen Seite hat das Konzept der Lebensqualität verschiedene Trends in der Psychologie sehr erfolgreich gemacht. In diesen Ansätzen bleiben die objektiven Indikatoren relevant, sind aber je nach psychologischem Gesundheitszustand der Person unterschiedlich gewertet und angeordnet. In diesen Konzepten ist die Lebensqualität in zwei Variablen definiert: Lebensbedingungen und Lebenszufriedenheit. Lebensbedingungen beziehen sich auf die materiellen Aspekte des Lebens (physisch, sozial oder beruflich). Lebenszufriedenheit bezieht sich auf den Grad, zu dem eine Person ihre Lebensumstände akzeptiert. In anderen Worten beschreibt es, wie sie an das Leben, das sie führen, angepasst sind.

Die individuelle Note der Lebensqualität

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In der Psychologie hat das Konzept der Lebensqualität große Kontroversen ausgelöst. Das Problem taucht auf, wenn man beginnt, tiefer in die Variablen „Lebenszufriedenheit“ und „Anpassungsprinzip“ einzudringen. In Bezug auf die Lebenszufriedenheit kann man nicht sagen, dass Zufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen immer auch synonym für Qualität oder psychische Gesundheit steht.

Ein Diktator kann zum Beispiel mit seinem Leben sehr zufrieden sein. Er bestimmt am Ende, was gemacht wird und kontrolliert alle Menschen in seinem Umfeld durch seine uneingeschränkte Macht. Was das seelische Wohl betrifft, ist sein Dasein jedoch nicht mit Lebensqualität gleichzusetzen. Seine Befriedigung ist einzig und allein narzisstisch. Eine Fülle, die allein von den Umgebungsbedingungen abhängt und nicht auf eigene konstruktiver Arbeit aufbaut. Tatsächlich ist dies ein äußerst ungesunder Zustand, der vorübergehend Befriedigung verschafft, während er schon die Samen für den inneren Zerfall legt.

In diesem Beispiel sollten wir zusätzlich das Konzept des Anpassungsprinzips in Frage stellen. Wer sich wirklich an eine Diktatur anpasst, kann möglicherweise davon profitieren, muss dafür aber sicherlich mit Angst und Sorge sowie fehlenden Freiheiten leben.

Also wie kann man dann definieren, was Lebensqualität ausmacht? Vielleicht ist das Wichtigste, das dazu zu sagen ist, dass „Qualität“ eine Eigenschaft ist, die man eher Gütern und Waren als Menschen zuschreibt. Leben ist eine Realität, die erfahren wird, und nicht ein Prozess, den man verwaltet.

Es ist ebenso klar, dass etwas, das im Stande ist, die Lebensqualität einer Person zu erhöhen, die Existenz einer anderen Person gefährden kann.

Es gibt kein Modell für das Leben und es gibt auch kein solches Modell für die Menschen. In einem Krieg glauben die Soldaten, dass der ideale Führer kalt und voller Mut sein müsse. Aber im Frieden ist die ideale Person diejenige, welche die Toleranz fördert und für Harmonie sorgt.

Letztendlich bedeutet unser Leben zu bereichern, so zu leben, dass es uns glücklich macht, und das Leben derjenigen zu verbessern, die uns umgeben. Du musst nicht der Reichste und Schönste sein, noch eine besondere Diät einhalten, um Lebensqualität zu erzielen.

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Was dein Leben lebenswert macht, ist die Fähigkeit, dich selbst wertzuschätzen, dich zu akzeptieren und Schaden zu vermeiden.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von May Ann Licudine und Claudia Tremblay