Das unvollkommene Haus – eine Geschichte über Müßiggang

19. März 2019

Die Geschichte vom unvollkommenen Haus erzählt, dass es einmal einen Mann mit bescheidenem Einkommen gegeben habe, der Hoffnung gehabt und sich eine bessere Zukunft vorgestellt habe. Der gute Mann habe jede Tätigkeit ausgeführt, wie schwer sie auch gewesen sei. Er habe mit Disziplin gearbeitet und nur selten Pausen eingelegt. Er habe nur einen höheren Verdienst und ein komfortables Leben für seine Familie erreichen wollen. So beginnt diese Geschichte über Müßiggang.

Die Jobs, die dieser Mann bekam, waren eher schlecht bezahlt. Außerdem waren sie alle befristet. Einen Monat lang ging er also einer Aufgabe nach, aber dann verbrachte er zwei oder drei Monate damit, nach der nächsten Arbeit zu suchen. Daher waren die in seiner Familie vorherrschenden Themen Knappheit und wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Die Geschichte über den Müßiggang erzählt, dass die Ehefrau dieses Mannes mit der Situation jeden Tag unzufriedener geworden sei. Sie habe ihrem Mann wieder und wieder vorgeworfen, nicht genügend Geld für den Haushalt zu verdienen. Sie hätten fast nichts zu essen und könnten nie Kleidung oder andere wichtige Güter kaufen, klagte sie. Der gute Mann in unserer Geschichte habe deshalb in Traurigkeit und Qual gelebt.

„Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem einfachen Leben und einem voller Versäumnisse.“

Seneca

Eine Chance zur Verbesserung

Laut der Geschichte über Müßiggang sei einmal ein großer Geschäftsmann in den Ort gekommen und habe eine große Möbelfabrik eröffnet. Er habe viele Mitarbeiter gebraucht und der Mann in unserer Geschichte sei der erste gewesen, der sich auf eine Stelle bewarb. Er habe gehofft, dass sein Leben endlich gerecht sein und seine Bemühungen belohnen werden würden.

Obwohl der Mann nur wenige Kenntnisse hatte, sah der Unternehmer, dass er eine anständige Person war, bereit zu arbeiten und sich zu bemühen. Deshalb entschied er sich, den Mann als Mitarbeiter des Unternehmens einzustellen, mit einem besseren Gehalt als in seinen früheren Jobs.

Der Mann in der Geschichte über Müßiggang war so glücklich, dass er es kaum fassen konnte. Auch seine Frau war glücklich, und von da an begann eine neue Ära für sie. Jetzt gab es immer Essen zu Hause und der Nachwuchs konnte studieren gehen, ohne nebenher viel arbeiten zu müssen.

Älteres Paar

Eine unerwartete Wende

Der Mann unserer Geschichte war bestrebt, seine Arbeit so perfekt wie möglich auszuführen. So ist er bald vom Assistenten zum Chefschreiner aufgestiegen. Tatsächlich begann in seinem Haus der Überfluss zu herrschen, und damit auch der verschwenderische Lebensstil. Die Familie kaufte nicht mehr nur das Notwendige, sondern auch kostbare Möbel, die definitiv nicht zu ihrem bescheidenen Haushalt passten.

Die Geschichte über Müßiggang erzählt jedoch, dass der große Geschäftsmann eines Tages entschieden habe, dass sein Unternehmen ihm nicht die Gewinne einbringe, die er erwartet hätte. Darum habe er beschlossen, die Fabrik zu schließen und anderswo ein neues Unternehmen aufzubauen. Wie gewonnen, so zerronnen. Die Familie unserer Geschichte sei also in die Umstände zurückgekehrt, in der sie auf jeden Cent haben schauen müssen, den sie ausgeben würden.

Dennoch bekam der gute Mann diesmal bald einen neuen Job. Er sollte als Maurer in einem Unternehmen angestellt werden, wo er ein bescheidenes Gehalt bekommen würde. Die Frau und die Kinder, die bereits an ein besseres Leben gewöhnt waren, tadelten ihn deshalb.

Sie waren an ein komfortableres Leben gewöhnt und wollten nicht weniger akzeptieren. Also ging der Mann zu seinem Chef und bat um ein höheres Gehalt. Dieser erklärte, dass es unmöglich sei, aber wenn der Mann hart und diszipliniert arbeite, sei es wahrscheinlicher, dass sein Gehalt erhöht würde.

Trauriger älterer Mann

Das Ende der Geschichte vom Müßiggang

Der gute Mann erzählte seiner Familie, was er mit seinem Chef besprochen hatte, und sie waren verärgert. Sie erinnerten ihn daran, dass er in der Möbelfabrik sehr hart gearbeitet hatte und es ihm am Ende nur gelungen war, wieder auf der Straße zu sitzen. Er müsse von dieser Erfahrung lernen und so wenig wie möglich geben, argumentierten sie. Schließlich könnten sie ihn jeden Moment wieder kündigen.

Zuerst beachtete der Mann in unserer Geschichte nicht besonders, was ihm gesagt wurde. Mit der Zeit begannen diese Worte jedoch, ihn zu beeindrucken. Es war wahr, was war der Sinn der Bemühungen, wenn am Ende die Gegenleistung die gleiche sein würde wie immer? Von diesem Moment an begann er, sein Engagement zu senken. Er zog Wände hoch, die nicht lange stehen würden, und baute, ohne auf die Details zu achten.

So arbeitete er viele Jahre, bis es Zeit für seinen Ruhestand war. Er kündigte seinem Chef an, dass er in den Ruhestand gehen würde, aber dieser bat ihn darum, ein letztes Haus zu bauen. Widerwillig und ohne Interesse baute er das letzte Haus und dachte nur an den Moment, an dem er nicht mehr arbeiten müsste.

Als er fertig war, ging sein Chef hin, um den Bau zu überprüfen und gab ihm am Ende die Schlüssel: „Das ist dein Haus“,  sagte er.

  • Díaz, G. (1987). Cómo tirar la casa por la ventana, de la desidia. Chile Vive: memoria activa, 34-37.