Das somatische Nervensystem: Merkmale und Funktionsweise

27. November 2019
In diesem Artikel wollen wir dir das somatische Nervensystem erklären. Du wirst erfahren, welche Merkmale es hat und wie es funktioniert.

Die wesentliche Funktion unseres Nervensystems ist die Kommunikation. Experten unterteilen dieses System in zwei Teile, das somatische Nervensystem (SNS) und das vegetative (oder autonome) Nervensystem (VNS).

Das somatische Nervensystem ist ebenfalls ein komplexes System. Es bildet den Teil des Nervensystems, der sensorische Informationen an das zentrale Nervensystem (ZNS) weiterleitet. Anders ausgedrückt ist das somatische Nervensystem für die Kommunikation zwischen dem Körper und der Außenwelt verantwortlich. Das vegetative Nervensystem hingegen sorgt für die Kommunikation der einzelnen Organe. Durch diesen Mechanismus erhält der Körper die Homöostase aufrecht.

Außerdem steuert das SNS auch die Skelettmuskulatur, genauer gesagt, freiwillige und willkürliche Bewegungen. Durch seine Rezeptoren nimmt dieses System Veränderungen wahr. Daher weisen die motorischen Fasern im somatischen Nervensystem einige Eigenschaften auf, die sich von denen des vegetativen Nervensystems unterscheiden:

  • Erstens hat dieses System keine Ganglien.
  • Zweitens befinden sich die neuralen Segmente im zentralen Nervensystem. Darüber hinaus übermitteln sie die Informationen ohne Unterbrechung direkt an den Effektor (in der Skelettmuskulatur).
  • Außerdem ist die Übertragungsgeschwindigkeit wesentlich höher.

Das somatische Nervensystem kann den Effektor stimulieren oder auch nicht, aber es hemmt ihn nicht.

somatische Nervensystem - Nervenbahnen

Das somatische Nervensystem besteht aus unterschiedlichen sensorischen Bahnen

Damit du eine Empfindung wahrnehmen kannst, muss die entsprechende Information in der Großhirnrinde ankommen. Die Nervenbahn ist also der Weg, auf dem die Information gebündelte Neuronen durchläuft, die das periphere Nervensystem mit dem zentralen Nervensystem verbinden.

Damit ein sensorischer Reiz an seinem Ziel, dem zentralen Nervensystem, ankommt, muss er von den Rezeptoren ins zentrale Nervensystem gelangen. Dies geschieht durch eine Verbindung mit drei Neuronen. Außerdem sind im somatosensorischen Cortex die Empfindlichkeiten verschiedener Körperteile proportional abgebildet. Dabei haben nicht alle Bereiche die gleiche Größe, Körperteile wie Fingerspitzen und die Lippen nehmen einen sehr großen Bereich ein.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Arten sensorischer Bahnen. Abhängig von der Modalität der Sinne, die sie ansteuern, werden sie in folgende Gruppen unterteilt:

  • Bahnen für die Feinwahrnehmung – diskriminative oder epikritische Sensibilität
  • Bahnen für die Grobwahrnehmung – grobe oder protopathische Sensibilität
  • Die Bahnen für Schmerz- und Temperaturwahrnehmung
  • Propriozeptive Bahnen – Körperhaltung
somatische Nervensystem - farbiges Nervensystem eines Mannes

Unterscheidung von Nervenbahnen nach der Herkunft der Reize

Außerdem können Nervenbahnen je nach der Herkunft der Reize unterteilt werden:

  • Exterozeptive Bahnen: Übertragen Informationen, die von der Haut kommen.
  • Interozeptive Bahnen: Übertragen Informationen aus den inneren Organen.
  • Propriozeptive Bahnen: Diese Bahnen verarbeiten Informationen, die vom Bewegungsapparat kommen.

Darüber hinaus durchlaufen die Nervenimpulse drei neuronale Relais, um eine Empfindung weiterzuleiten:

  • Neuronen erster Ordnung: Sie leiten die Information von der Körperoberfläche weiter.
  • Neuronen zweiter Ordnung: Sie befinden sich im Hinterhorn des Rückenmarks oder im Rumpf. Sie sind für die Übertragung des Nervenimpulses vom Rumpf in den Thalamus zuständig. Hier entsteht dann auch die neuronale Verknüpfung (Synapse) mit den Neuronen dritter Ordnung.
  • Neuronen dritter Ordnung: Diese Neuronen sind Relais-Neuronen des Thalamus. Ihre Aufgabe besteht darin, den Nervenimpuls zu den somatosensorischen Bereichen des Hirnareals zu leiten, welches sich hinter dem Spalt von Ronaldo im Parietallappen befindet.

Bevor die Information den Cortex erreicht, wo die Empfindung dann interpretiert wird, verarbeitet der Thalamus alle sensorischen Informationen (mit Ausnahme der olfaktorischen Informationen). Danach werden sie im parietalen Cortex zusammengefasst, wo Empfindungen normalerweise verarbeitet werden.

Motorische Bahnen

Wenn du deine Hand ausstreckst, um etwas mit ihr aufzunehmen, dann erfordert dieser mentale Prozess sowohl die Kontraktion als auch die Relaxation deiner Muskeln. Diese Vorgänge erfolgen sowohl in deiner Hand- als auch deiner Armmuskulatur.

Außerdem sind an diesen Bewegungen motorische Bahnen beteiligt. Sie leiten Nervenimpulse vom zentralen Nervensystem bis in die Skelettmuskulatur (somatische Effektoren). Für diese Reizübertragung nutzt der Körper motorische Neuronen, welche sich im Vorderhorn des Rückenmarks befinden.

somatische Nervensystem - Übersichtsbild

Experten unterteilen das motorische System in drei Gruppen, je nach Ausgangs- und Endpunkt der Nerven:

  • Kortikonukleäre Nervenbahnen: Diese Bahnen laufen zu den Motoneuronen der Hirnnerven. Auch deine Gesichtsmuskeln werden über diese Bahnen gesteuert.
  • Juxta-pyramidale Nervenbahnen: Ausgangspunkt dieser Nerven ist der Bereich 4 der Frontalfaltung. Ihr Ziel ist die bulbäre retikulare Formation.
  • Der Pyramiden- oder Kortikospinaltrakt: Verbindet den Kortex mit den Neuronen des Vorderhorns im Rückenmark. Über diese Verbindung wird die Muskulatur des Rumpfes, des Nackens und der Extremitäten gesteuert.

Daher ist das somatische Nervensystem ein sehr komplexes System. Um Bewegungen vom zentralen Nervensystem zu steuern, müssen einige Verbindungen hergestellt werden. Auch wenn dich jemand berührt oder du einen Gegenstand berührst, müssen zahlreiche Neuronen und Hirnareale zusammenarbeiten, um diese Reize weiterzuleiten und zu verarbeiten.

  1. Leira, M. S. (2012). Generalidades del sistema nervioso somático y de las vías de conducción. Manual de bases biológicas del comportamiento humano.
  2. Tassinary, L. G., Cacioppo, J. T., & Vanman, E. J. (2017). The somatic system.
  3. Boggia, J. (2007), Fisiopatología, Compendio Udelar, Facultad de Medicina, Oficina del libro.