Das schöne Gleichnis vom Haus ohne Herrn

· 7. November 2018

Das Gleichnis vom Haus ohne Herrn erzählt von einer Familie, zu der eine Mutter, ein Vater und ihr neunjähriger Sohn gehörten. Die drei lebten in einem schönen Haus, in dem es glücklicherweise an nichts fehlte. Sowohl die Mutter als auch der Vater sorgten dafür, dass dem so war und blieb. Sie arbeiteten beide und das ermöglichte ihnen, mit einer gewissen Leichtigkeit zu leben.

Das Kind war gehorsam und tat sich in der Schule hervor. Jeden Nachmittag zum Schulschluss holte es das Kindermädchen ab. Dann brachte es den Jungen nach Hause, wo ihn ein saftiges Mittagessen erwartete. Die Mutter hinterließ sehr genaue Anweisungen, sodass das Kind immer gesunde und nahrhafte Lebensmittel aß.

Am Nachmittag riefen Vater und Mutter zu Hause an, weil sie sich für den Tag ihres Sohnes interessierten. Sie taten dies, weil das Kind an vielen Tagen, wenn sie nach Hause kamen, bereits schlief. Das war also eine Möglichkeit, mit ihrem Sohn in Kontakt zu bleiben. Das Gleichnis vom Haus ohne Herrn sagt uns, dass das Kind dankbar, aber auch allein war.

Eine ungewöhnliche Frage

Eines Tages kam die Mutter von der Arbeit nach Hause und sah ihren Jungen auf sie warten. Sie war überrascht. Es war schon sehr spät. War etwas passiert? War er krank? Die Frau war besorgt und befragte ihn. Der Junge bat sie, sich zu beruhigen. Er hatte nur auf sie gewartet, weil er ihr eine Frage stellen wollte.

Das Gleichnis vom Haus ohne Herrn erzählt, dass sich die Mutter neben den Jungen setzte, bereit, ihm aufmerksam zuzuhören. Der Junge fragte dann: „Wie viel verdienst du pro Stunde bei der Arbeit?“  Die Frau war verwirrt. Mit einer solchen Frage hatte sie nicht gerechnet.

Bevor sie antwortete, fragte sie zurück: „Warum willst du das wissen? Brauchst du etwas? Fehlt dir etwas?“  Der Junge antwortete, dass er einfach nur die genaue Zahl wissen wollte. Noch verwirrter antwortete seine Mutter: „Ich kann in einer Stunde 100 € verdienen.“  Der Junge war zufrieden, verabschiedete sich von seiner Mutter und ging zu Bett.

Die Frau war erschüttert. Sie dachte, diese Frage sei ein Zeichen dafür gewesen, dass etwas nicht gestimmt hätte. Sie sah keinen Sinn in der Frage ihres Jungen. Wollte er sie etwas anderes fragen und traute sich nicht? Hatte er ein finanzielles Problem? Als der Vater ankam, erzählte sie ihm von der Frage. Sie waren sich beide einig, sie im Hinterkopf zu behalten und auf ihren Sohn aufzupassen.

Junge mit Hund

Eine neue Frage

In den nächsten zwei Monaten war nichts Nennenswertes passiert. Die Eltern dachten, die gegebene Antwort hätte wohl die Neugierde des Jungen befriedigt. Doch eines Nachts kam der Vater, wie üblich, spät nach Hause. Der Junge verließ sein Zimmer und suchte ihn auf. Er hatte auf ihn gewartet. Der Vater war überrascht. War etwas passiert? Hatte er ein Problem?

Der Junge wies erneut darauf hin, dass er nur eine Frage stellen wollte. „Wie viel verdienst du pro Stunde?“,  fragte er nun auch ihn. Der Mann antwortete automatisch: „Ich verdiene 100 € die Stunde.“  Nachdem er einige Sekunden über seine Antwort nachgedacht hatte, änderte sich sein Gesichtsausdruck. „Worauf willst du hinaus?“  sagte er zu dem Jungen, aber der schwieg. „Sage mir ein für allemal, worum du bitten willst“, sagte der Vater etwas verärgert.  „Nichts, nichts…“,  antwortete der Junge ein wenig verängstigt.

Im Gleichnis vom Haus ohne Herrn rief der Vater das Kindermädchen. Er wollte wissen, ob sie etwas Ungewöhnliches an dem Verhalten des Jungen bemerkt hätte. Sie verneinte das. Das Einzige, was ihr einfiel, war, dass der Junge seit einiger Zeit jeden Nachmittag zu einem seiner Freunde nach Hause ging. Aber nach ein paar Stunden kehrte er anstandslos heim.

Junge schaut auf einen Raben

Das Ende des Gleichnisses vom Haus ohne Herrn

Der Vater vermutete, dass sein Sohn den Eltern etwas verheimlichte. Deshalb nahm er sich, nachdem er seine Arbeit aufgeschoben hatte, ein paar Stunden Zeit, um seinen Sohn aus der Ferne im Auge zu behalten. Er wollte wissen, warum er jeden Nachmittag zum Haus seines Freundes ging.

Er musste nicht lange warten. Wie jeden Tag ging der Junge nach der Schule zum Haus seines Freundes. Der Vater bemerkte, dass sein Sohn seine Zeit damit verbrachte, das Auto zu waschen und den Rasen zu mähen. Dann ging er zu sich nach Hause.

Familie umarmt sich

Als der Vater nach Hause kam, fragte er seinen Sohn, was los sei: Warum würde er im Hause seines Freundes arbeiten? Was sei das für ein Geldgeschäft, an dem er beteiligt sei? Voller Überraschung gestand der Junge: Er arbeitete, weil er Geld verdienen wollte. „Ich habe bereits 200 € verdient“,  sagte er. „Ich werde Mama bezahlen können, damit sie zwei Stunden bei mir bleibt. Jetzt muss ich noch weitere 200 € verdienen, um dich auch zu bezahlen.“

Das Gleichnis vom Haus ohne Meister war eine große Lektion für diese Eltern.