Das Meer – eine unerschöpfliche Quelle guter Gesundheit

· 1. Oktober 2018

Meer und Gesundheit sind miteinander verbunden. Dies gilt insbesondere, weil unser Gehirn in dieser Umgebung positiv reagiert: es entspannt sich, seine Wahrnehmung verbessert sich, seine Kreativität nimmt zu und es erreicht eine größere geistige Schärfe. Nur wenige Momente sind so tröstlich wie der, in dem wir den warmen Sand unter unseren Füßen spüren, dem Geräusch der Wellen lauschen und die Kühle dieser salzigen Brise erleben.

Segler, Surfer und Biologen sagen alle das Gleiche: Das Meer hat einen Zauber, es fesselt und übt seit jeher eine geheimnisvolle Anziehungskraft auf den Menschen aus. Die unergründliche Weite des blauen Wassers löst in uns ein breites Spektrum an Empfindungen aus. Manchmal reicht es aus, sich einen Moment am Strand zu gönnen, um den inneren Akku aufzuladen und zu entdecken, wie das Meer unsere Stimmung hebt.

„Der Ozean ist älter als die Berge und beladen mit den Erinnerungen und Träumen der Zeit.“

Lovecraft

Es genügt, sich an die bekannte Praxis der viktorianischen Ärzte zu erinnern. Denjenigen, die an Tuberkulose, Melancholie oder einfacher Liebeskrankheit litten, wurde verschrieben, Seeluft zu atmen. Daher werden Strände seit jeher als eine ideale therapeutische Ressource verstanden, sowohl für die Reichen als auch für die Armen. Und sie wirken. Wegen ihrer Fähigkeit, die Stimmung zu verbessern, und weil das Meer die Gesundheit fördert, wie es die Wissenschaft immer wieder bestätigt.

Ruhige Landschaft bei Sonnenuntergang

Meer und Gesundheit: die therapeutische Wirkung der aquatischen Umwelt

Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigt, dass die aquatische Umwelt das Wohlbefinden verbessert und sich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. Deshalb bewirken sowohl das Meer als auch Flüsse und Seen Veränderungen in unserem mentalen Zustand, unserem Gehirn und Körper.

Das ist das Geheimnis und die Faszination bläulicher Szenerien, auf die viele Autoren entschlossen waren, zu antworten. Einer von ihnen war der bekannte Meeresbiologe Sir Alister Hardy. Er ist bekannt für seine Teilnahme an einer der ersten Expeditionen in die Antarktis, die im Jahr 1925 stattfand. Unser Körper reagiere positiv auf gesunde Umgebungen wie das Wasser, sagte er.

Als die Menschen die Savanne verließen, die Küsten erreichten und das Meer entdeckten, kam es zu einigen Veränderungen. Plötzlich hatten wir Zugang zu neuen Nahrungsmitteln, insbesondere zu Omega-3-Fettsäuren, die für die Entwicklung und Gesundheit des Gehirns unerlässlich sind. Auch die therapeutische Wirkung des Meeres mit seinen starken Reizen konnte eine frühe und sehr starke Verbindung zur Wasserwelt schaffen. Daher gibt es eine Fülle von künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema. Eine dieser Arbeiten ist die von Dr. Jenny Roe von der Heriot-Watt University in Edinburgh (Schottland, Vereinigtes Königreich). Eine von ihr geleitete Studie ergab, dass beim Kontakt mit dem Meer eine ganze Reihe von physiologischen Reaktionen stattfinden. Wir setzen Endorphine frei, der Kortisolspiegel sinkt, in unserem Gehirn werden Alphawellen erzeugt.

Der frühe Kontakt der Hominiden mit dem Meer stellte eine Verbindung zwischen Meer und Gesundheit her und hat vielleicht einen Abdruck in uns hinterlassen, der niemals verblasst ist und der uns an seine Vorteile erinnert, seine unbestreitbar positive Wirkung auf unser Wohlbefinden.

Die heilende Kraft des Ozeans

Meer und Gesundheit hängen zusammen. Der Ozean produziert das, was Wissenschaftler zuweilen als „blaue Gesundheit“ bezeichnen, und das wird wie folgt zusammengefasst:

Der blaue Geist

Unser Gehirn reagiert positiv auf den Anblick von Wasser. Allein der Gedanke daran, es zu riechen und zu berühren, versetzt das Gehirn in einen Zustand absoluter Entspannung. Diese ideale Ruhe begünstigt die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin, die unsere Stimmung verbessern.

Das Meer treibt auch unsere Kreativität an, baut Ängste ab und verbessert grundlegende kognitive Prozesse wie Gedächtnis und Aufmerksamkeit.

Ideal für die Atemwege

Die salzige Brise ist ein Geschenk an unsere Atemwege. Sie klärt sie, reinigt die Lunge und wirkt zusätzlich antibiotisch. Das Meer ist ideal für Menschen mit Asthma und Allergien.

Meer und Gesundheit gehen Hand in Hand - Frau in den Wellen

Verbindung und Kraft

Sowohl der Klang des Meeres als auch der Anblick dieser Szenen, die von Bewegung, Licht und Weite dominiert werden, begünstigen das Auftreten von Alphawellen in unserem Gehirn. Wir treten in einen Zustand der Ruhe ein und die Verbindung zu uns selbst verbessert sich. Mehr noch, basierend auf einer Arbeit, die im Journal of Alternative and Complementary Medicine  veröffentlicht wurde, trägt die Brise des Ozeans zu diesem Zustand der Entspannung und des inneren Kontakts bei.

Die Seeluft ist zudem mit negativen Ionen aufgeladen. Die genannte Arbeit zeigte auch, dass diese Partikel in allen natürlichen Wasserumgebungen produziert werden: in Meeren, Flüssen, Wasserfällen, usw. Ihre Wirkung begünstigt die Produktion von Serotonin und lässt uns in einen Zustand des inneren Gleichgewichts eintreten. Der wiederum erfüllt uns mit Energie, Motivation, Kreativität, Mut, mit uns selbst in Beziehung zu treten, und Interesse an Geselligkeit.

Wenn wir also eine Chance haben, hören wir auf unsere Instinkte, auf diese primitive Stimme, die weiß und versteht, dass das Meer ein guter Ort ist, um den Tag zu verbringen. Es lohnt sich, es lohnt sich für die Gesundheit.