Das Lieblingszitat der erlernten Hilflosigkeit: "Ich kann das nicht"

Erlernte Hilflosigkeit basiert auf negative Gedanken, die bewirken, dass sich Betroffene nicht in der Lage fühlen, ihre Situation zu ändern.
Das Lieblingszitat der erlernten Hilflosigkeit: "Ich kann das nicht"
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Das Lieblingszitat der erlernten Hilflosigkeit baut häufig auf eine Antwort auf, die viele Kinder, die etwas lernen möchten, erhalten: “Du kannst das nicht!” Wenn eine Vertrauensperson diese Worte spricht, wird sich das Kind noch lange daran erinnern und tatsächlich glauben, dass es unfähig ist, das zu tun, was es ursprünglich wollte.

Es handelt sich um eine häufige spontane Äußerung von Eltern und Erziehern, die keineswegs die Lernmotivation des Kindes fördert. Ganz im Gegenteil: Diese Worte sind einschränkend und behindern die emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes. 

Doch die Samen der erlernten Hilflosigkeit werden nicht nur in der Kindheit gesät. In einer toxischen Beziehung, in der es zu Manipulation, Zwang oder emotionalem Missbrauch kommt, entwickeln die Opfer in den meisten Fällen ebenfalls eine Hilflosigkeit, die es ihnen nicht erlaubt, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien.

die Folgen der erlernten Hilflosigkeit durch Liebe lindern

Sie reden sich ein, nicht nützlich zu sein, nicht reagieren oder sich nicht verteidigen zu können. Es spielt keine Rolle, ob sie vorher ein gutes Selbstwertgefühl, ein gutes Selbstkonzept hatten. Erlernte Hilflosigkeit ist das Seil, das sie fesselt und daran hindert, über die Etiketten hinauszugehen, mit denen sie von anderen gekennzeichnet werden. Am Ende nähren sie diese selbst. Doch wie kannst du diesem Teufelskreis entkommen?

Das unsichtbare Gefängnis der erlernten Hilflosigkeit

Es war in den 1970er-Jahren, als der amerikanische Psychologe Martin Seligman das Konzept der “erlernten Hilflosigkeit” untersuchte und entwickelte. Anfangs arbeitete er mit Tieren in Laborexperimenten, später erforschte er das reale Alltagsleben vieler Menschen.

Erlernte Hilflosigkeit basiert auf negative Gedanken, die bewirken, dass sich Betroffene nicht in der Lage fühlen, ihre Situation zu ändern. Oft liegt der Ursprung in einer persönlichen Geschichte, die durch Misserfolge, vergebliche Versuche und Scheitern gekennzeichnet ist.

Doch auch die Erziehung kann in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Wie bereits erwähnt, sind Worte wie “du kannst das nicht”, “du taugst zu nichts” oder “du wirst es nie schaffen” sehr prägend. Erlernte Hilflosigkeit ist ein psychologisches Phänomen, das kognitive und affektive Folgen hat. Sie verändert die Denk- und Wahrnehmungsweise der Welt und dir selbst gegenüber.

Und seien wir ehrlich. Wenige Dinge können so zerstörerisch sein wie der Gedanke, dass du zu nichts in der Lage sein wirst. Erlernte Hilflosigkeit kann außerdem in ein Gedankenkarussell führen, das dich zwingt, immer wieder über dein Versagen, deine Nutzlosigkeit oder den ausbleibenden Erfolg nachzudenken.

Dies wiederum ist oft der erste Schritt in eine Depressiondie chronisch werden kann. Wenn du nur die dunkle Seite des Lebens siehst und die Kontrolle über dein Leben nicht mehr in der Hand hast, musst du unbedingt etwas tun!

Der Umgang mit der erlernten Hilflosigkeit

Der Umgang mit der erlernten Hilflosigkei
  • Du musst deine Erwartungen ändern und die Zügel selbst in die Hand nehmen. Bis jetzt waren es andere, die Macht in deinem Leben hatten. Du dachtest, dass du nichts tun kannst. Ändere diese Denkweise. Du bist keine Marionette. Es ist an der Zeit, selbst die Kontrolle zu übernehmen: Übernimm Verantwortung für dein Handeln und werde aktiv!
  • Sei mutig. Es gibt immer wieder Chancen zur Veränderung, du musst sie nur nutzen. Beginne mit kleinen Dingen, unternimm eine Reise, um Distanz aufzubauen, in den Spiegel zu schauen und dich selbst neu zu entdecken. Dein Mut wird die erste Mauer der erlernten Hilflosigkeit durchbrechen. Danach wird alles einfacher sein, zweifle nicht daran.
  • Verlasse den Kreis der Bequemlichkeit. Bringe mehr Anreize in dein Leben, neue Situationen, in denen du dich testen, aufregen, messen und dir selbst beweisen kannst, dass du in der Lage bist, Dinge zu erreichen. Raus aus der Routine, raus aus der Komfortzone der Passivität. Öffne neue Türen in deinem Leben, nimm dein Schicksal selbst in die Hand!

Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Cskneit, Amanda Lyrn

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