Das Leben ist zu kurz, um nach den Plänen anderer zu leben

3. August 2016 en Psychologie 10 Geteilt
Das Leben ist zu kurz, um sich zu streiten.

Das Leben ist zu kurz, um es nicht in vollen Zügen zu genießen. Es vergeht in einem Atemzug und ehe wir es bemerken, schwelgen wir mehr in Erinnerungen als das wahrzunehmen, das um uns ist.

Nicht die Vergänglichkeit unserer Existenz macht uns Angst, und auch unsere Fehler und Talfahrten oder die Irrungen und Wirrungen unseres Weges sind es nicht, vor denen wir uns fürchten. Was uns wirklich beängstigt, ist ein ungelebtes Leben, oder mehr noch, am Ende unserer Tage unser Leben nach den Plänen und Träumen anderer Menschen ausgerichtet zu haben.

Ich bin nicht auf dieser Welt, um den Erwartungen von irgendwem gerecht zu werden. Auch du bist nicht hier, um meine zu erfüllen. Wir sind zwei Menschen, die sich auf wunderbare Weise begegnet sind und nun, zusammen, einen gemeinsamen Weg errichten, der unsere Leben miteinander verstrickt, unsere Träume, Pläne und Ziele miteinander vereint.

Manchmal realisieren wir erst spät, dass unser Leben uns nicht glücklich macht. Zuerst werden wir mitgerissen, vielleicht von der Liebe, vielleicht von Hoffnungen und Träumen, die sich nach und nach als Lügen entpuppen. Sie werden zu unerfüllten Versprechungen.

Unser Leben kann auf vielfältige Weise einrosten, während wir neben anderen Menschen herleben. Manchmal neben unserer Familie, manchmal neben unseren Partnern. Wer auch immer es ist – wir sollten das nicht zu lassen.

Denn es gibt nur wenige Dinge, die so persönlich und besonders sind wie die einzigartige, wahre Art, auf die wir unser Leben leben möchten. Niemand, wirklich niemand sollte es in den Dreck ziehen, uns an Marionettenfäden hängen oder uns seine Richtung aufzwingen.

Wenn du das Leben anderer lebst, hörst du auf, du selbst zu sein

Du bist deine Werte, deine Träume von gestern und Wünsche von heute. Du bist deine eigenen Entscheidungen, deine Täuschungen am Morgen und deine Trauer am Nachmittag. Du bist das, was du erreicht hast und was noch erreicht werden möchte. Wie kannst du dann anderen erlauben, in deine Identität einzugreifen und ohne deine Erlaubnis in deine Schuhe zu schlüpfen?

Frau von Kranichen umgeben

Du kannst deinen Stolz für die Liebe verlieren und sogar deine eigenen Träume für die Träumen eines anderen zur Seite schieben, wenn du das möchtest. Aber du solltest es nicht zulassen, deine Würde für jemanden zu verlieren.

Die Straße des Lebens sollte so einfach wie möglichen beschritten werden: frei, ohne Schwere, die dein Herz belastet und ohne Lärm, der in deinem Kopf rauscht.

Habe keine Angst vor dem Leben. Du bist auf der Welt, um sie mit Lebensfeude und Erfülltheit zu genießen. Wenn du morgens aufwachst und direkt von einer Horde negativer Emotionen überfallen wirst, liegt es vielleicht daran, dass du nicht das Leben lebst, das du dir wünscht. Vielleicht lebst du nach den Vorstellungen eines anderen.

Wenn sich dein Tag um die Pläne eines anderen Menschen dreht

Manche Menschen übernehmen die leitende Rolle einer Beziehung, ohne wirklich zu wissen, weshalb. Und die andere Person kann nichts anderes tun, als sich um sie drehen – wie ein Satellit um einen Planeten. Das ist der Anfang der Liebe, da wir bestimmte Hoffnungen errichten und für eine gewissen Zeit können wir die Anzeichen nicht erkennen, mit denen die Realität nach und nach aus den Fugen gerät.

Frau schaut sich eine Maske an

Manche Menschen müssen die Kontrolle haben, genauso wie jemand, der fürchtet, ihr Kartenhaus könnte durch die kleinste Bewegung in sich zusammenfallen. Das zwanghafte Bedürfnis nach Kontrolle verbirgt ein geringes Selbstwertgefühl, welches in eine autoritäre und starre Haltung mündet. Würden sie den Willen und persönlichen Raum des Anderen respektieren, würde sie Gefahr laufen, diesen Menschen zu verlieren.

Wenn du die Person ist, die stets die Entscheidungen vorgibt, auswählt, annimmt oder ablehnt, verstärkt das die geringe Selbstachtung und verhindert ein wechselseitiges Geben und Nehmen.

Ein erfülltes, authentisches und glückliches Leben kennt keine Gefangenen: Wir gehören einander nicht

Es geht nicht darum, ein von Bindungen losgelöstes Leben, ohne enge Beziehungen oder jemanden an deiner Seite zu führen. Es geht darum, uns bewusst zu machen, dass niemand in unserem Besitz ist. Wir gehören einander nicht.

Weder gehöre ich dir, noch gehörst du mir. Daher entscheide ich aus freien Stücken, deine Hand zu halten. Wir sind beide Architekten und Erschaffer unseres eigenen Glücks.
Ich bin mir bewusst, dass wir frei geboren wurden und wir frei entscheiden können, welchen Lebensweg wir einschlagen. Daher respektiere ich deine Entscheidungen, deine Werte und deine Denkweise.
Ebenso bemühe ich mich jeden Tag, meinen eigenen Raum mit dem gemeinsamen Raum, den wir beide miteinander teilen, zu verknüpfen.

Und niemandem gehört, niemand besitzt Glück als solches – es entsteht wie eine Brise an Sommernachmittagen oder wie eine Koralle im Meer. Glück ist ein Schatz, ein heiliges Gut, das nicht von den selbstsüchtigen Launen anderer abhängen sollte.

Frau vor einem Vogelkäfig lässt Ballon steigen

Ich befreie mich von dem Leben, das andere für mich erschaffen haben

Manchmal tragen auch unsere familiären Umstände – wie besitzergreifende Eltern – dazu bei, dass wir ein Leben führen, das andere für uns erschaffen haben. Emotionale oder eheliche Bindungen sind darüber hinaus übliche Gebiete, auf denen diese Arten von Abhängigkeiten und Einschränkungen auftauchen.

Um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, sollte wir uns nicht an eine oder mehr Menschen „festbinden“. Es ist viel besser, sich selbst an einem Ziel zu verankern: Glück. Denn dieses Ziel erlaubt es uns, zu entscheiden, wer uns verdient und wer nicht. Und die Person, wegen der du leidest, verdient dich definitiv nicht.

Das Leben wird nicht geträumt. Es sitzt auch nicht wartend am Fenster, während uns andere vorschreiben, was wir zu tun oder zu lassen haben. Leben bedeutet Risiko. Das Leben passiert außerhalb unserer Komfortzone und den Fesseln, die andere uns anlegen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Pascal Campion, Anna Dittman, Gaelle Boissonard

Auch interessant