Das Hicksche Gesetz und der Entscheidungsprozess

24. Februar 2019

Die Entscheidungsfindung ist ein komplexer Prozess, in dem Erfahrung, Emotionen und Willen zum Tragen kommen. Tatsächlich beschäftigt man sich schon seit vielen Jahren mit den Mechanismen, die bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen – denn wer sie versteht, verfügt über das Handwerkszeug, sie zu beeinflussen. Das Hicksche Gesetz erklärt unseren Prozess der Entscheidungsfindung in Bezug auf die Zeit.

Das Hicksche Gesetz ist ein Prinzip, das von William Edmund Hick und Ray Hyman entdeckt wurde. Dadurch kann die Zeit gemessen werden, die eine Person benötigt, um eine Entscheidung zu treffen. Je mehr Alternativen es gibt, desto mehr Zeit braucht eine Person, um eine Entscheidung zu treffen. Diese Zeitspanne folgt einem logarithmischen Muster. Daher lautet das Hicksche Gesetz: Die Zeit, in der eine Entscheidung getroffen wird, steigt mit der Anzahl der Alternativen.

Eine Sanduhr, die auf einem Holztisch steht

Das Hicksche Gesetz und seine Anwendung

Bereits vor Hicks hatten sich Wissenschaftler für den Prozess der Entscheidungsfindung interessiert. J. Merkel entdeckte gegen Ende des 19. Jahrhundert , dass Menschen länger brauchen, um zu reagieren, wenn ein Stimulus zu einer größeren Stimulusgruppe gehörte.

Aber Hick und Hyman führten eine Reihe von Experimenten durch, die helfen sollten, festzustellen, wie viel Zeit bei der Entscheidungsfindung verstreicht, wenn ernsthafte Alternativen zur Auswahl stehen. Ihr Ergebnis drückten Hick und Hyman in einer mathematischen Formel aus.

Überraschenderweise findet diese Formel ihre Hauptanwendung in Videospielen. Videospieldesigner reduzieren die Zeit, die zur Verfügung steht, um Entscheidungen im Spiel zu treffen, um Spannung zu erzeugen. Alternativ verlängern sie die Zeit, um Spannung zu verringern.

„Wenn du dir deiner Werte bewusst bist, ist es einfacher, Entscheidungen zu treffen.“

Roy E. DisneyScheideweg zwischen Niederlage und Erfolg

Zeit und Erfolg

Einige Leute denken, je mehr Zeit sie für eine Entscheidung aufwenden, desto wahrscheinlicher würde es, dass sie die beste Option wählen. Dies trifft leider nur bedingt zu. Manchmal treffen wir selbst nach gründlicher Analyse eine Entscheidung, machen aber immer noch Fehler.

Das Hicksche Gesetz ermöglicht es lediglich, die Zeit, die wir für eine Entscheidung benötigen, durch eine universelle mathematische Formel zu berechnen. Das heißt, diese Formel ist auf alle Menschen anwendbar. Um nun auch noch die richtige Entscheidung zu treffen, sollten wir versuchen, diese vier Aspekte zu berücksichtigen:

  • Erfahrung: Erfahrung ist empirisches Wissen. Im Allgemeinen ist es wichtiger als theoretisches Wissen. Möglicherweise ist dies der relevanteste Faktor, wenn es darum geht, gute Entscheidungen zu treffen.
  • Urteilsvermögen: Urteilsvermögen ist eine Mischung aus gesundem Menschenverstand, logischem Denken und intellektueller Reife. Menschen mit gut entwickeltem Urteilsvermögen können Situationen realistisch einschätzen.
  • Kreativität: Kreativität ermöglicht es Menschen, ihr Wissen in einer konkreten Situation anzubringen, aber auch neue Lösungsansätze zu finden. Eine kreative Entscheidung ist eine innovative.
  • Quantitative Daten: Dieser Aspekt bezieht sich auf die Fähigkeit, quantitative Daten in einer Situation zu verarbeiten, in der eine Person eine Entscheidung treffen muss. Mit anderen Worten, in den Entscheidungsprozess werden statistische Nachweise einbezogen.

Praktische Aspekte des Hickschen Gesetzes

Das Hicksche Gesetz liefert uns vor allem wertvolle Kriterien, die den Entscheidungsprozess verkürzen und damit erleichtern können. Je mehr Optionen vorhanden sind, desto länger dauert es, bis eine Person eine Entscheidung trifft. Eine gute Strategie wäre es daher, die zu berücksichtigenden Alternativen zu minimieren.

Ein clevere Art, dies zu tun, ist, alle verfügbaren Optionen aufzulisten. Dann ordnen wir diese nach dem Risiko, das sie implizieren, oder den möglichen Problemen, die sie verursachen könnten. Wir sollten auch die Lösung markieren, von der wir am meisten profitieren würden. Dies ist eine grundlegende Risikoanalyse, die für uns sehr nützlich sein kann, wenn wir uns festgefahren fühlen.

Eine Frau steht vor einer Tafel und denkt nach.

Was wir als letztes tun können, ist, grundsätzlich die Option zu wählen, die eine gute Balance zwischen Risiken und Vorteilen bietet. Dies verhindert, dass wir in einen Teufelskreis geraten, in dem jede Entscheidung plausibel erscheint. Tatsächlich ist dieses Vorgehen eine schnelle und effektive Möglichkeit, um komplexe Entscheidungen mit relativer Sicherheit zu treffen.