Das Grüne Tara-Mantra: Eine befreiende Übung

· 23. März 2019

Das Grüne Tara-Mantra geht auf eine der beliebtesten Göttinnen des Buddhismus zurück. Die Grüne Tara ist die Göttin des universalen Mitgefühls, der Erleuchtung und der tugendhaften Leistungen. Man sagt, dass sie die Mutter aller Buddhas sei.

„Tara“ bedeutet „Befreiung“. Nach buddhistischem Glauben befreie Tara die Menschen vor allem von ihren Ängsten vor äußeren Bedrohungen. Zu diesen, so die Tradition, zähle die Angst vor Elefanten, Löwen, Schlangen, Feuer, Sturm, Dieben, Sklaverei und bösen Geistern. Daher ist das Mantra der Grünen Tara ein Ritual, um all diese Gefahren abzuwenden. Das Mantra der Grünen Tara schützt aber auch vor inneren Gefahren, vor Stolz, Sturheit, Ignoranz, Neid, Eifersucht, Gier und Hass. Für Buddhisten ist es ein sehr kraftvolles Mantra, das Ruhe und Sicherheit bietet.

Die Bedeutung des Grünen Tara-Mantras

Ein Mantra ist eine Gruppe von Silben, Phonemen oder Wörtern, denen nach bestimmten Überzeugungen eine psychologische oder spirituelle Kraft innewohnt. Seine etymologische Bedeutung ist „mentales Instrument“. Jedes Mantra induziert einen bestimmten Bewusstseinszustand oder eine gewünschte Stimmung. Das Grüne Tara-Mantra wird verwendet, um Angst und Unsicherheit zu begegnen.

Ein tantrisches Bild

Om tare tuttare ture soha.  Diese Wörter und Silben bilden das Mantra der Grünen Tara. Es bezieht sich auf die Grüne Tara, die Göttin des Mitgefühls, und auf die Farbe Grün, die für Buddhisten die Farbe der Vitalität ist. Gehen wir näher auf die Bedeutung dieser Wörter ein:

  • Om hat mit dem Körper, dem Verstand und der Annäherung an die universale Göttlichkeit zu tun
  • Tara ist die Befreiung von Leiden und bedrückenden Gefühlen und das Erkennen verborgener Stärke
  • Tuttare bietet Schutz vor inneren und äußeren Gefahren
  • Ture dient als Schutz gegen körperliche Krankheiten und ist ein friedenspendendes Wort
  • Soha ist die langfristige Maßnahme des Schutzes gegen innere und äußere Gefahren

Meditation und das Grüne Tara-Mantra

Das Grüne Tara-Mantra hat für Buddhisten eine große Bedeutung. Aber auch im Westen gibt es viele Menschen, die dieses Mantra nutzen, wenn sie sich ruhig und entspannt fühlen wollen. Die meisten von ihnen schreiben ihm jedoch nicht dieselbe Konnotation zu wie Buddhisten. Sie wenden es an, um sich zu stärken.

Ein Mudra, eine symbolische Handgeste

Die buddhistische Tradition besagt, dass der beste Weg, dieses Mantra auszusprechen, in der Meditation liege. Buddhisten weisen darauf hin, dass bestimmte Schritte notwendig seien, damit dieses Mantra voll wirksam werden könne:

  • Nach einem ruhigen Ort suchen, sich hinsetzen, die Augen schließen und durchatmen
  • An das Problem denken, das wir lösen möchten
  • Auf schwindendes Leid und Angst konzentrieren
  • Das Mantra mehrmals laut wiederholen: „Om tare tuttare ture soha.“
  • Mental eine grüne Kugel visualisieren, während das Mantra wiederholt und tief durchgeatmet wird
  • Wenn sich ein Gefühl der Ruhe einstellt, die Meditation noch etwas fortführen, bevor wir wieder zu unseren normalen Aktivitäten zurückkehren

Funktioniert das wirklich?

Es ist schwierig, die tatsächliche Wirksamkeit dieser Art von Ritualen festzustellen. Ja, es ist bekannt, dass die Wiederholung evokativer Wörter eine beruhigende und entspannende Wirkung auf die Menschen hat. Sie helfen dem Gehirn, die neuronale Aktivität herunterzufahren.

Sicher ist auch, dass wir uns daran angewöhnen, bestimmte Erfahrungen anzugehen oder uns davon fernzuhalten. So unterhalten wir unterschiedliche Interpretationssysteme für Ereignisse, die uns widerfahren. Wir machen das manchmal bewusst, aber meistens merken wir es nicht. Dabei ist es unsere Haltung, die uns bestimmten Erlebnissen und Gefühlen näherbringt und von anderen distanziert. Und an eben jener Haltung können wir in der Meditation arbeiten.

Das Grüne Tara-Mantra

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn eine Person der Meinung ist, dass ein Ritual wie das Mantra der Grünen Tara eine besondere und kraftvolle Bedeutung für sie habe, dann wird es so sein. Wenn jemand anders allerdings sehr skeptisch ist, hat es wahrscheinlich keine Auswirkungen auf ihn. Denken wir immer daran, dass der menschliche Geist komplex, tiefgründig und eine geheimnisvolle Welt ist, die zu allem fähig ist.

  • Jacobs, Joseph (2016) Fábulas y leyendas de la India. Quaterni
  • Chu, LC (2010). Los beneficios de la meditación frente a la inteligencia emocional, el estrés percibido y la salud mental negativa. Estrés y salud , 26 (2), 169-180. https://doi.org/10.1002/smi.1289