Das Burnout-Syndrom der Lehrer

· 25. Februar 2019

Stress ist eines der gravierendsten Probleme der heutigen Gesellschaft. Ein großer Teil der Bevölkerung fühlt sich regelmäßig gestresst. Obwohl wir das als normal wahrnehmen, kann es langfristig tatsächlich viele Probleme verursachen. Eines der häufigsten ist das Burnout-Syndrom der Lehrer.

Dieses Problem ist besonders schwerwiegend, da es weitverbreitet ist und negative Folgen für die Ausbildung unserer Kinder hat. In diesem Artikel erfährst du mehr über dieses Syndrom, seine Merkmale und seine Ursachen. Darüber hinaus teilen wir dir mit, was du dagegen tun kannst – egal, ob du Lehrer oder Elternteil eines schulpflichtigen Kindes bist.

Was ist das Burnout-Syndrom der Lehrer?

Menschen, die am Burnout-Syndrom leiden, haben eine lange Zeit unter hohem Stress gelebt. Bei diesen Menschen kommt es zunehmend zu geistiger, emotionaler und sogar körperlicher Erschöpfung. Darunter leidet ihre Leistung, im Beruf wie im Privaten. Der Person, die das erlebt, geht es schlecht.

Erschöpfter Lehrer sitzt im Klassenraum.

Das Burnout-Syndrom der Lehrer ist nichts anderes als eine spezielle Variante des Burnouts von Fachleuten im Bildungsbereich. Aufgrund neuer pädagogischer Herausforderungen wie dem Verlust von Autorität des Lehrers oder der Rebellion der Schüler sind viele Pädagogen mit ihrer Arbeit und den Möglichkeiten, die sie zu deren Gestaltung haben, unzufrieden. So können eine Vielzahl von stressbedingten Symptomen auftreten.

Die meisten Fälle beruhen auf unerfüllten Erwartungen. Angehende Lehrer haben eine mehr oder weniger klare Vorstellung davon, wie ihre Arbeit aussehen könnte, aber die Realität sieht schlussendlich doch anders aus. Das kann zu kognitiver Dissonanz und schließlich zur Manifestation des Burnout-Syndroms führen.

Die häufigsten Symptome eines Burnout-Syndroms bei Lehrern

1. Emotionale Erschöpfung

Ein Hauptindikator für dieses Problem ist das Gefühl, machtlos zu sein. Dieses Gefühl ist intensiv und erstreckt sich über einen langen Zeitraum. Wie bei den meisten stressbedingten Syndromen geraten die Gefühle der Betroffenen durcheinander und sie fühlen sich traurig, müde und wollen nichts tun.

Dies kann so weit gehen, dass betroffene Lehrer physiologische Probleme wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Darmprobleme entwickeln.

2. Geringe persönliche Erfüllung

Eine weitere Ursache für das Burnout-Syndrom der Lehrer ist das Fehlen der Möglichkeit, ihre Arbeit nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Daher neigen sie dazu, mit ihrer Arbeit unzufrieden zu sein. Diese Unzufriedenheit führt zu einem Gefühl des Versagens oder der Niederlage sowie zu dem Glauben, dass man im Klassenzimmer wenig bewirken könne.

Das Gefühl des Scheiterns kann sich auch auf andere Bereiche des Lehrers erstrecken und Probleme in seinen persönlichen Beziehungen oder anderen Aspekten des täglichen Lebens hervorrufen.

3. Depersonalisierung

Lehrer, die an diesem Syndrom leiden, fühlen sich hilflos und nutzlos. In vielen Fällen neigen sie dazu, jegliches Interesse an ihrer Arbeit zu verlieren. So verschwindet ihre Leidenschaft für das, was sie tun. Sie beginnen, ihre Aufgaben mechanisch zu erledigen, was einen Teufelskreis einleitet, in dem sie sich nach und nach noch schlechter fühlen.

Erschöpfter Lehrer lehnt seinen Kopf an die vollgeschriebene Tafel.

Das Problem angehen

Das Burnout-Syndrom der Lehrer ist ein ernstes Problem, das sowohl die Qualität der Bildung unserer Kinder als auch das Privatleben der Lehrer beeinträchtigen kann. Was können wir aber dagegen tun?

  • Wenn du Lehrer bist und feststellst, dass du einige der oben beschriebenen Symptome entwickelt hast, wäre es am besten, wenn du Techniken des Stressmanagements erlernst. Zu den effektivsten gehören Achtsamkeit oder progressive Muskelentspannung. Wenn du jedoch glaubst, dass dein Problem deiner Kontrolle entgleitet, kann es sehr hilfreich sein, zu einem Psychologen zu gehen.
  • Wenn du Mutti oder Vati eines schulpflichtigen Kindes bist, könntest du deinen Teil beitragen, indem du dem Lehrer hilfst, dieses Problem zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Bringe deinen Kindern bei, sich in die Situation ihres Lehrers zu versetzen. Auch sollten sie versuchen, dessen pädagogische Arbeit so weit wie möglich zu erleichtern.

Obwohl es von großer Bedeutung ist, mit Lehrern zusammenzuarbeiten, die bereits am Burnout-Syndrom leiden, sind präventive Maßnahmen möglicherweise noch wichtiger. Hier kommt unsere Verantwortung als Gesellschaft ins Spiel, ob wir nun unser Leben der Lehre widmen oder nicht.

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