Gestresste Lehrer: Wir müssen uns um unsere Pädagogen kümmern

· 27. September 2018

Manche Menschen denken, dass gestresste Lehrer die einzigen wären, welche die Konsequenzen dieses Stresses zu spüren bekämen. Sich unglücklich und erschöpft zu fühlen, wirkt sich aber in jedem Fall negativ auf unsere Leistung bei der Arbeit aus. Denke einmal darüber nach, wie relevant das in den Fällen ist, in denen wir von Lehrern sprechen! Auch hier nimmt die Leistung rapide ab. Doch es sind eben jene Lehrer, welche eine wesentliche Verantwortung für die Bildung unserer Kinder tragen.

Deshalb ist es wichtig, darüber nachzudenken, was wir alle tun können, um den Lehrern weniger Stress zu bereiten. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die das Stressniveau eines Lehrers beeinflussen. Wir alle haben die Macht, diese Faktoren zu beeinflussen und es Lehrern zu erleichtern, damit sie ihre Arbeit auf die beste Art und Weise leisten können.

„Ein Lehrer beeinflusst die Ewigkeit; er kann nie sagen, wo sein Einfluss aufhört.“

Henry Adams

Das Problem gestresster Lehrer

Viele Studien haben arbeitsbedingten Stress in unterschiedlichen Berufen untersucht. In einer entsprechenden Untersuchung aus dem Jahr 2007 aus Spanien ergab sich, dass 54,2 % der Befragten an arbeitsbedingtem Stress im Lehrerberuf leiden. Bedenkt man, dass dies mehr als die Hälfte aller Lehrer ist, sind die Zahlen entmutigend, um es einmal gelinde auszudrücken.

Eine Lehrerin hat Kopfschmerzen vor lauter Stress.

Die gleiche Studie zeigte, dass 19,6 % der Lehrer glaubten, dass ihre Arbeit ihre Gesundheit beeinträchtige. Und das ist noch nicht alles. Weitere Zahlen weisen darauf hin, dass sie auch Schlafprobleme hatten und sich oft müde fühlten. Viele Lehrer berichteten zudem von Kopfschmerzen und davon, dass sie sich angespannt und gereizt fühlten.

Im Jahr 2011 führten Forscher eine weitere Studie über die Arbeitsbedingungen in Spanien durch und stellten fest, dass nun sogar 33,9 % der befragten Lehrer eine hohe Arbeitsbelastung angaben. Um ihre Aufgaben zu erledigen, mussten sie vielfach unbezahlte Überstunden leisten. Leider entsprechen diese Zahlen den Ergebnissen weiter Studien mit ähnlichem Forschungsziel und die Situation im deutschsprachigen Raum gestaltet sich ähnlich.

„Wenn du jemanden auf ein Podest stellen willst, nimm einen Lehrer. Lehrer sind die Helden der Gesellschaft.“

Guy Kawasaki

Eine Studie von Gil-Monte aus dem Jahr 2012 zeigte, dass etwa die Hälfte der Lehrkräfte in ihrem Beruf einem hohen oder sehr hohen Stresslevel ausgesetzt waren. Doch nicht nur das: Die Forscher fanden heraus, dass dieses hohe Stresslevel bei Lehrern psychische und physische Gesundheitsprobleme verursachte. Schließlich korrelieren Unzufriedenheit und Arbeitsdruck mit Symptomen von Depression und Angstzuständen – auch bei Lehrern.

Was stresst die Lehrer am meisten?

Aber was genau stresst die Lehrer so sehr? Sind es interne oder externe Faktoren? Wir wollen diese Fragen beantworten und haben eine entsprechende Literaturrecherche betrieben. Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Hauptquelle für Stress bei Lehrern von Schülern und deren Familien kommt. Zu den Hauptgründen für ihre Belastung zählen mangelndes Interesse am Lernen oder Defizite in der Motivation. Probleme mit der Disziplin im Klassenzimmer verursachen ebenfalls erheblichen Stress.

Ein Lehrer sitzt gestresst und müde im Lehrerzimmer.

Die Familien der Schüler sind ein weiterer wichtiger Stressfaktor für Lehrer. Das liegt daran, dass viele Eltern die Arbeit des Lehrers nicht anerkennen. Es kann für Lehrer auch stressig sein, wenn Eltern nicht mit ihnen zusammenarbeiten oder ihre Arbeit zur Erziehung der Kinder und Jugendlichen nicht unterstützen.

Hier kann jeder von uns seinen Teil dazu beitragen, den Stress für Lehrer zu reduzieren. Als Gesellschaft und als Eltern von Schülern sollten wir erkennen und anerkennen, wie schwierig diese Arbeit manchmal sein kann. Wir müssen uns daran erinnern, dass es sich um Fachleute in Sachen Bildung handelt. Es liegt also im Interesse aller, ihren Ratschlägen bei Elternabenden zu folgen.

„Ich denke, der Lehrberuf trägt mehr zur Zukunft unserer Gesellschaft bei als jeder andere Beruf.“

John Wooden

Diese Ratschläge können eventuell schwer zu befolgen sein, aber wenn wir uns alle darum kümmern, sollte sich die Situation deutlich verbessern. Nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch bei uns zu Hause und im Leben unserer Kinder. Motivierte Lehrer, die sich anerkannt und unterstützt fühlen, werden weniger gestresst sein und ihre Arbeit besser machen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Tra Nguyen und Lonely Planet