Clonazepam (Rivotril): Ein Beruhigungsmittel des Zentralnervensystems

08 Februar, 2020
Durch die Verstärkung der Hemmwirkung von GABA reduziert Clonazepam die Aktivität deines Zentralnervensystems. Auf diese Weise können Anfälle verhindert werden.
 

Clonazepam, das allgemein als Rivotril bekannt ist, ist ein weit verbreitetes Medikament. Es beeinflusst die Funktionsweise deines Zentralnervensystems. In diesem Artikel werden wir analysieren, unter welchen Umständen die Einnahme empfohlen wird, welche Auswirkungen es hat und welche Vorsichtsmaßnahmen du treffen solltest, wenn dein Arzt es dir verschreibt.

Was ist Clonazepam?

Clonazepam, das unter dem Markennamen Rivotril vertrieben wird, ist ein Benzodiazepin. Es wird hauptsächlich als Antiepileptikum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingesetzt.

Das Medikament ist in vielen verschiedenen Formen auf dem Markt zu finden. Dabei wirst du aus zahlreichen Optionen zur Einnahme wählen können, wie z.B. der Pillenform, Tropfen oder eine intravenöse oder intramuskuläre Injektion.

Die intravenösen Formen dieses Medikaments sind bei der Behandlung von Status epilepticus üblich. Die intramuskuläre Injektion wird dagegen hauptsächlich unter extremen Umständen gegeben.

Unter dem Markennamen Rivotril wird es hauptsächlich als Antiepileptikum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingesetzt.

Wofür wird Clonazepam verwendet?

Wie bereits zuvor erwähnt, ist Clonazepam ein Benzodiazepin. Das heißt, es hat antiepileptische, beruhigende, muskelentspannende und angstmindernde Wirkungen. Davon abgesehen wird es hauptsächlich zur Behandlung von Epilepsie verwendet.

 

Dieses Medikament sollte in folgenden Fällen eingenommen werden:

  • Epilepsie bei Säuglingen und Kindern, insbesondere:
    • Typische und atypische Fälle
    • Häufige tonisch-klonische Episoden
  • Epilepsie bei Erwachsenen, insbesondere:
    • Anfälle mit fokalem Ausbruch
    • Status epilepticus

Dieses Medikament hilft auch bei der Behandlung von Abwesenheitsanfällen und atypischen Abwesenheitsanfällen. In einigen Fällen ist es sogar bei der Behandlung von Panikattacken wirksam. Darüber hinaus kann es zudem als Stimmungsstabilisator eingesetzt werden. Ein Arzt kann es als Einzelmediakament oder in Kombination mit anderen Medikamenten verschreiben.

Wirkmechanismus

Ähnlich wie andere Benzodiazepine, wirkt auch Clonazepam indem es die GABA-Neurotransmission erhöht. GABA oder Gamma-Aminobuttersäure ist ein inhibitorischer Neurotransmitter. Dieses Medikament aktiviert deine GABA-Rezeptoren, wodurch die Wirkung des Neurotransmitters gesteigert wird, indem dein Gehirn mehr davon freisetzt.

Wie zuvor erwähnt, ist GABA ein hemmender Neurotransmitter, der dein Gehirn entspannt und die Neuronenaktivität verlangsamt. Es hängt mit anderen Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, bipolaren Störungen und vielem mehr zusammen.

Indem Clonazepam die hemmende Wirkung von GABA in deinem Gehirn verstärkt, verlangsamt es die Aktivität deines Zentralnervensystems. Eine seiner Wirkungen ist es daher, Anfälle zu verhindern.

Nebenwirkungen von Clonazepam

Im Folgenden findest du eine Liste mit einigen der häufigsten Nebenwirkungen dieses Medikaments:

 
  • Allergische Reaktionen
  • Stimmungsänderungen und das Erleben emotionaler Zustände
  • Verwirrung und Orientierungslosigkeit
  • Depression
  • Paradoxe Reaktionen, wie:
    • Unruhe und Reizbarkeit
    • Aggressives Verhalten
    • Nervosität und Unruhe
    • Feindseligkeit
    • Angst
    • Schlafstörungen
    • Delirium und Halluzinationen
    • Verhaltensänderungen
    • Psychose
  • Schläfrigkeit
  • Eine verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Augenprobleme, wie Nystagmus
  • Müdigkeit

Wenn du während der Einnahme dieses Arzneimittels unerwünschte Nebenwirkungen bemerkst, solltest du dich mit deinem Arzt in Verbindung setzen. Er wird dann entscheiden, ob:

  • du die Behandlung weiter fortführen solltest,
  • er die Dosierung ändern oder
  • du die Medikamente wechseln solltest.

Die richtige Dosierung und Medikation variieren von Person zu Person. Daher ist es oftmals ein langwieriger Prozess der Probe und des Ausschlusses, bis das richtig Medikament gefunden ist.

Du solltest die Einnahme dieses Arzneimittels niemals ohne Zustimmung deines Arztes abbrechen. Denn Clonazepam kann eine Abhängigkeit verursachen und zum Entzug führen, wenn du es plötzlich absetzt. Obwohl dies hauptsächlich bei Langzeitbehandlungen mit hohen Dosen ein Problem darstellt, kann es dennoch auch passieren, wenn du das Medikament einfach von heute auf morgen absetzt.

Hier sind die Entzugserscheinungen dieses Medikaments:

  • Verhaltensänderungen
  • Angst
  • Schlafstörungen
  • Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt
  • Zittern und Krämpfe
  • Halluzinationen
  • Anfälle

Wenn du die Behandlung abbrechen möchtest, wende dich daher am besten an deinen Arzt. Er wird dir dabei helfen, diese Symptome zu vermeiden. Dein Arzt wird dir erklären, wie du deine Dosis schrittweise senken musst, bis du das Medikament vollständig absetzen kannst. Und wir können es tatsächlich nicht oft genug wiederholen: Zögere nicht, mit deinem Arzt zu sprechen, wenn du Probleme bei der Einnahme deines Medikamentes hast.

 
Im Falle einer Überdosierung können Schläfrigkeit, Nystagmus, mangelnde Koordination und Sprechschwierigkeiten auftreten.

Überdosis

Es lohnt sich ebenfalls darüber zu sprechen, was passiert, wenn du einmal zu viel Clonazepam einnimmst. Im Falle einer Überdosierung können Schläfrigkeit, Nystagmus, mangelnde Koordination und Sprechschwierigkeiten auftreten. Möglicherweise kann auch eine weitere ärztliche Behandlung notwendig sein, um die Symptome zu bekämpfen. In einigen Fällen musst du dann Flumazenil einnehmen, einen Benzodiazepinrezeptor-Antagonisten.

Du solltest nie vergessen, dass Clonazepam ein Beruhigungsmittel des Zentralnervensystems ist. Dadurch kann es die Wirkung anderer Substanzen, wie beispielsweise Alkohol, verstärken. Darüber hinaus solltest du es ebenfalls vermeiden, Clonazepam mit stark koffeinhaltigen Getränken zu kombinieren.

 
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