Emotionale Trigger: Wie sie deine Beziehungen beeinflussen

5. Dezember 2019
Wie oft reagierst du übermäßig stark auf eine negative Bemerkung? Eine kürzlich durchgeführte Studie hat sich mit dem Thema emotionale Trigger befasst und untersucht, welche Auswirkungen es hat, wenn diese emotionalen Knöpfe gedrückt werden.

In unserem heutigen Artikel sprechen wir über die wunden Punkte, die wir fast alle haben. Diese „emotionalen Knöpfe“, auch emotionale Trigger genannt, beeinflussen viele Aspekte deines Lebens. Dabei verursachen sie meistens die größten Probleme im Umgang mit andere Menschen. Möglicherweise verhältst du dich aggressiver, als du es eigentlich beabsichtigt hattest. Manchmal kann es auch passieren, dass du vor Wut beinahe platzt.

Diese emotionalen Trigger stellen für manche Menschen eine besonders große Herausforderung dar. Wenn du dir über deine emotionalen Knöpfe bewusst bist und sie kennst, dann wird es dir möglich sein, auch in den Situationen Ruhe und einen kühlen Kopf zu bewahren, in denen du dich zurückgewiesen und verletzt fühlst. Wenn du gut damit umgehen kannst, dann wird dir das sehr hilfreich sein.

Menschen, die sehr empfindlich auf Kritik reagieren und sehr viel Wert auf die Meinung anderer Menschen legen, haben in der Regel die empfindlichsten emotionalen Trigger. Psychologen bezeichnen Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal als „ablehnungsempfindlich“. Solche Menschen erwarten, dass andere sie nicht mögen oder sie ablehnen werden.

Eine Studie der Long Island Universität hat ergeben, dass diese Menschen davon überzeugt sind, dass andere Menschen bei der Interaktion mit ihnen höchstwahrscheinlich mit Ablehnung auf sie reagieren werden. Daher achten sie auch besonders auf Anzeichen dafür, dass andere Menschen sie ablehnen könnten. Derartige Anzeichen könnten jederzeit auftreten.

Trigger - traurige Frau

Aktivierung der emotionalen Trigger

Wenn bei diesen Menschen absichtlich oder unabsichtlich ihre emotionalen Knöpfe gedrückt werden, dann führt das beinahe unverzüglich zu unangemessenen und verzweifelten Reaktionen. Diese können sich unterschiedlich äußern: Vermeidungsverhalten, Rache aufgrund wahrgenommener Aggressionen oder eine bewusste emotional distanzierte Haltung.

Wenn es den Betroffenen nicht gelingt, ihre emotionalen Trigger zu kontrollieren, dann kann das im Laufe der Zeit dazu führen, dass sie jegliche soziale Kontakte vermeiden. Dies kann auch bei Menschen passieren, die ihnen sehr wichtig sind. Diese „unlösbare Anspannung“ kann in einem Teufelskreislauf enden, denn letztendlich wird genau das passieren, was diese Menschen fürchten, da sie alle Voraussetzungen dafür selber geschaffen haben.

Ablehnungsempfindliche Menschen haben große Ängste vor der Interaktion mit anderen Menschen, da sie unter einer irrationalen Angst vor Ablehnung leiden. Gleichermaßen werden diese Menschen aufgrund ihrer übertriebenen Reaktionen häufig dann tatsächlich von ihren Mitmenschen gemieden.

Emotionale Trigger: den Kreislauf durchbrechen

Wenn es dir gelingt, einige persönliche Aspekte zu verändern, dann wirst du auch die Dynamik ändern und durchbrechen können, die sich aus deiner Angst vor Ablehnung und gegenseitiger Vermeidung entwickelt hat. Genau mit dieser Thematik hat sich das Forschungsteam von Kevin Meehan in einer Studie beschäftigt. Wie kann es gelingen, die Dynamik zu ändern und den Kreislauf zu durchbrechen?

Die Studie wurde mit 228 Studenten durchgeführt. Die Freiwilligen erhielten eine App, die sie auf ihre Handys laden sollten. Die Forscher forderten die Studenten dazu auf, mit dieser App die Emotionen zu bewerten, die sie im Laufe des Tages verspürten. Außerdem konnten die Studenten mit dieser App Ereignisse aufzeichnen, die sich in ihrem Umfeld ereigneten.

Auf der Grundlage der aus der App gewonnenen Daten erstellten die Forscher ein emotionales Profil der Studenten. Daraufhin wählten sie einen der Studenten aus, der die Studie fortführen sollte. Dieser Freiwillige hatte einen sehr hohen Wert bei der Ablehungsempfindlichkeit erreicht. Die Forscher analysierten die Daten dieses Studenten intensiver.

Offensichtlich hat die starke Sensibilität dieses Studenten bewirkt, dass sich bei ihm eine kognitive Verzerrung entwickelt hat. Diese Verzerrung richtete sich gegen dominante Personen, mit denen er Kontakt hatte. Daher verhielt sich der Student auch gegenüber den Forschern feindselig und ablehnend.

Dies veranlasste den Studenten dazu, einige Maßnahmen zu ergreifen, um seine heftigen Reaktionen zu mäßigen, wenn seine emotionalen Knöpfe gedrückt wurden. Offensichtlich viel es ihm wesentlich leichter, weniger selbstbewusst aufzutreten und sich freundlicher zu verhalten, wenn Menschen ihm nahe standen. Mit fremden Menschen fiel ihm dies wesentlich schwerer.

Trigger - viele Finger zeigen auf eine Frau

Ein sehr guter Startpunkt

Die Studie liefert einige wichtige und interessante Ergebnisse, aus denen sich neue Erkenntnisse über das Verhalten und die Emotionen hoch sensibler Menschen ableiten lassen. Neue Studien können die Therapeuten mit weiteren relevanten und nützlichen Informationen versorgen. Diese können sie bei der Behandlung ihrer Patienten anwenden.

Allerdings ist der wichtigste Aspekt dieser Studie, dass sie den Beleg dafür liefert, dass unsere emotionalen Trigger oftmals das Problem sind, denn sie erschaffen die Situationen, die wir am meisten befürchten.

  • Meehan, Kevin B; Cain, Nicole M; Roche, Michael J; Clarkin, John F; De Panfilis, Chiara (2018) Rejection Sensitivity and Self-Regulation of Daily Interpersonal Events. Journal of Contemporary Psychotherapy. 126. 109-115. 10.1016/j.paid.2018.01.029.
  • Jill Lobbestael, Arnoud Arntz & Reinout W. Wiers (2008) How to push someone’s buttons: A comparison of four anger-induction methods, Cognition and Emotion, 22:2, 353-373, DOI: 10.1080/02699930701438285
  • Krauss Whitbourne, Susan (2019) Are Your Emotional Hot Buttons Affecting Your Relationships? A new study shows how being overly sensitive impacts your closest ties. Psychology Today