Bist du es leid, vorzugeben, dass es dir gut geht?

25. April 2016 en Psychologie 1 Geteilt

Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen es uns nur noch leer vorkommt, etwas vorzugeben, um von anderen akzeptiert zu sein. Zu lächeln, wenn wir uns nicht danach fühlen, jeden dazu bringen zu wollen, dass er uns mag, und der Versuch, immer perfekt zu sein, ermüden und ermatten uns.

Es ist nicht immer so, dass alles rund läuft und manchmal laufen die Dinge überhaupt nicht so, wie wir es uns wünschen. Aber es scheint so, als sei es unsere Pflicht, fröhlich und glücklich auszusehen und immer alles zu tolerieren. Etwas vorzugeben ist schmerzvoll, und es wird Zeit, sich dessen bewusst zu werden.

„Ich werde bestimmte Dinge nicht länger tolerieren. Nicht, weil ich arrogant geworden wäre. Nein, einfach weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, wo ich nicht länger Zeit mit Dingen verschwenden möchte, die ich nicht mag oder die mich verletzen.

Ich habe nicht mehr die Geduld für all die zynische, übertriebene Kritik und all die Anforderungen jeglicher Natur, die an mich gestellt werden. Ich habe nicht länger den Wunsch, Menschen, die ich eigentlich gar nicht mag, dazu zu bringen, dass sie mich mögen. Jene zu lieben, die mich nicht lieben und jenen mit einem Lächeln zu begegnen, die mir kein Lächeln schenken wollen.

Ich werde keine einzige Minute mehr mit Menschen verbringen, die mich anlügen oder die mich einfach manipulieren wollen. Ich habe mich dazu entschieden, von nun an dem Schein, der Heuchelei, der Unaufrichtigkeit und den billigen Komplimenten aus dem Weg zu gehen. Ich bin auch nicht mehr bereit, selektive Belesenheit und akademische Arroganz hinzunehmen.

Ich werde nicht weiter versuchen, so wie alle anderen zu sein und mich mit dem Pöbel abzugeben. Ich toleriere keine Konflikte oder Vergleiche mehr. Ich glaube an eine andere Welt und aus diesem Grund vermeide ich Menschen mit einem rigiden und unflexiblen Charakter.

Ich kann Verrat und einen Mangel an Loyalität in Freundschaften nicht mehr ausstehen. Ich kann es wirklich nicht mehr aushalten, mit Menschen zusammen zu sein, die nicht wissen, wie man ermuntert und ermutigt. Übertreibungen langweilen mich. Ich tue mich schwer, Menschen zu akzeptieren, die keine Tiere mögen. Und vor allem habe ich keine Geduld mehr mit Menschen, die diese nicht verdienen…“

Meryl Streep

Frau in Glas

Hör auf, ein falsches Lächeln aufzusetzen

Wir versuchen immer vorzugeben, dass alles okay ist, wenn es eigentlich gar nicht der Fall ist. Manchmal haben wir nun einmal keinen Grund, immer fröhlich und zufrieden zu sein. Es gibt komplizierte Umstände, die negative Gefühle wie Traurigkeit oder Zorn in uns hervorrufen.

Aber die Tatsache, dass diese Gefühle negativer Natur sind, bedeutet noch lange nicht, dass sie dadurch auch ungesund sind. Ist es nicht ganz normal, dass man sich traurig fühlt, wenn das eigene Herz gebrochen ist oder wenn zum Beispiel jemand aus der Familie krank ist?

Es gibt nichts, was mehr weh tut, als vorzugeben, dass alles okay ist, wenn uns eigentlich tief in uns etwas verletzt. Irgendwann wird sich das dann gegen uns wenden. So gelangen wir in einer Abwärtsspirale, die uns ganz und gar einnimmt und die unseren Geist mit eisernem Griff festhält.

Wusstest du, dass 8 von 10 Leuten, die traurig sind, so tun, als sei alles in Ordnung?

Frau auf Wiese

Am Ende wenden sich unsere Gefühle gegen uns. Sie verkümmern und werden nur noch von Vorurteilen beeinflusst. Und meistens bemerken wir dann gar nicht, dass sie uns innerlich vergiften und dafür sorgen, dass wir uns schwach fühlen. Denn dann machen wir nicht nur den anderen etwas vor, sondern wir lügen vor unserem Spiegel sogar in unser eigenes Gesicht.

Aus diesem Grund müssen wir uns von dem Gedanken lossagen, dass wir immer perfekt und guter Laune sein müssen. Wir sollten damit anfangen, dass wir uns selbst eingestehen, wie es uns in Wirklichkeit geht. Denn auch wenn es uns vielleicht gelingt, andere Leute hinters Licht zu führen, unserem eigenen Bewusstsein etwas vorzumachen ist unmöglich.

Wenn wir versuchen, vorzugeben, etwas zu sein, was wir gar nicht sind, dann führt das nicht nur zu innerem Unwohlsein. Es kann sogar Auslöser von Krankheiten wie zum Beispiel Depression, Angstzustände, Müdigkeit, Trägheit, Hoffnungslosigkeit, Schlaflosigkeit und ein erhöhtes Maß an Reizbarkeit sein.

Wir sollten versuchen, authentisch zu sein und uns in jedem Moment so zu präsentieren, wie wir sind. In gleicher Weise ist es auch wichtig, dass wir uns selbst das Recht eingestehen, Fehler zu machen und sich nicht für seine eigene Vergangenheit schämen zu müssen.

Wenn wir all das konfrontieren, werden wir in der Lage sein, mit uns selbst besser umzugehen und unser Leben neu zu gestalten. Denn es ist gar nicht nötig, dass unser Leben perfekt ist. Und um wirklich glücklich zu sein, muss man auch nicht die ganze Zeit über fröhlich sein. Damit wir wirklich glücklich werden, ist es notwendig, dass wir sowohl unsere Höhen als auch unsere Tiefen akzeptieren lernen.

Die wichtigsten Lektionen in unserem Leben lernen wir, wenn wir uns selbst kennenlernen und uns akzeptieren und lieben lernen. Aber um das zu erreichen, müssen wir viele dieser Dinge, Glaubenssätze und Manipulationen loslassen, denen wir uns über all die Jahre ausgesetzt haben.

Öffne deine Augen und trau dich, dir dein Leben ohne eine Brille anzusehen.

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