BioNeuroEmotion – Was ist das und wofür ist es gut?

21. Januar 2016 en Psychologie 7 Geteilt

Enric Corberá, Direktor des spanischen Instituts für BioNeuroEmotion, erklärt: „Die BioNeuroEmotion studiert die biologische Bedeutung der Symptome, die sich in unserem Körper manifestiert haben. Die Studie verläuft in der Annahme, dass alles in der Natur Information ist, und diese Information sich durch das Gelernte bzw. Erfahrene, irgendwie in unserem Unterbewusstsein festsetzt.“

Die BioNeuroEmotion sucht den optimalen Weg, um das Unterbewusstsein zu erreichen, und das Erlernte zu modifizieren. Es ist, was Enric Corberá als „Die Kunst des Verlernens“  bezeichnet.

„Wir werden unbewusst krank, werden uns dessen bewusst,
und heilen unbewusst.“

Enric Corberá

Hinter jeder Emotion steckt oft der Glaube an etwas, der uns dazu zwingt, in einer bestimmten Form zu handeln, und dieser Glaube muss überwunden bzw. geändert werden, um zu heilen.

Eine der Grundlagen der BioNeuroEmotion ist die Suche nach irrationalen Gedanken, um die Gefühle zu heilen, die diese Gedanken in uns produzieren. Dem liegt die „Rational-Emotive Therapie“ (RET) von Albert Ellis zugrunde.

Gewitterwolke

Ellis geht davon aus, dass der emotionale Zustand durch unsere Interpretation der Ereignisse, und nicht aufgrund der Ereignisse an sich, verursacht wird. Deshalb können wir uns einen rationelleren und weniger schmerzhaften emotionalen Zustand verschaffen, wenn wir es schaffen, unsere Überzeugungen und irrationalen Gedanken zu ändern.

Albert Ellis arbeitet insbesondere mit 11 häufigen, irrationalen Überzeugungen:

  • Ich muss von wichtigen Menschen geliebt und anerkannt werden.
  • Ich muss erfolgreich sein und darf keine Fehler machen.
  • Menschen, die nicht richtig handeln, sollten beschuldigt und bestraft werden.
  • Die Dinge müssen sein, wie ich glaube, dass sie sein sollten. Wenn nicht, ist es eine Katastrophe.
  • Das menschliche Leid wird vom Äußeren verursacht. Das kann ich nicht kontrollieren, also kann ich mein Leid und meine Sorgen auch nicht verwalten.
  • Ich sollte mich um alles Gefährliche oder Bedrohliche in meinem Umfeld sorgen.
  • Ich kann glücklicher sein, indem ich es vermeide, mich den Verantwortungen und Aufgaben des Lebens zu stellen.
  • Wir sind abhängig von jemand Stärkerem als wir selbst und müssen Vertrauen aufbringen.
  • Meine Vergangenheit ist der Grund, warum ich heute so bin, wie ich bin; dies hat weiterhin Einfluss auf meine Gefühle und aktuellen Verhaltensweisen.
  • Ich sollte mich um andere kümmern, wenn sie Probleme haben, und ich muss auch traurig sein, wenn sie traurig sind.
  • Jedes Problem muss eine ideale Lösung haben, und es wäre eine Katastrophe diese nicht zu finden.

Alle diese Überzeugungen stürzen uns in die Tyrannei des „Ich muss …“, „Ich sollte …“,  was darauf hinweist, dass wir Dinge aus Zwang tun, und eigentlich nicht, weil wir sie wirklich tun wollen. Das erzeugt negative Emotionen.

Wie funktioniert die BioNeuroEmotion?

Die BioNeuroEmotion verwendet drei Techniken, um die gelernte Information zu finden, und diese nach Möglichkeit zu ändern. Die Informationen werden in drei Gehirn-Dateien gesucht:

Das chronologische Alter. Die Konflikte, die im Laufe des Lebens aufgetreten sind, werden analysiert, um die auslösende Situation zu finden.

Das Projekt / die Richtung. Dies betrifft den Zeitraum von neun Monaten vor der Zeugung bis zum Alter von drei Jahren. Hier werden die erlebten Konflikte der Eltern in diesem Zeitraum analysiert.

Der Stammbaum. Es werden Geburtsdaten, Tod, Krankheit, Berufe der Familienmitglieder studiert, um Gemeinsamkeiten zu finden, und zu verstehen, woher und von wem die verursachende Situation kommt.

„Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Napoleon Bonaparte

Sobald die obigen Techniken verwendet wurden, stellt sich die Verbindung zwischen den Emotionen, die wir fühlen, und der Krankheit, die wir haben, heraus.

Bei der Entdeckung der Verbindung zwischen Emotion und Krankheit fällt unser Geist in eine Art Quarantäne-Status, in dem er darum kämpft, nicht zu verlernen, was er gelernt hat (woran er gewöhnt ist), und wir darüber reflektieren, um zu verlernen. Sobald wir den Glauben und die daraus resultierenden Emotionen vernichtet oder verändert haben, fehlt der Krankheit ihre Ursache, und in der Regel verschwindet sie dann auch.

Magische_Hand
Wie erreichen wir unser Unterbewusstsein?

Um die Emotionen, die eine Krankheit erzeugten, zu erreichen, müssen wir etwas in unserem Geist nachforschen, und uns eine Reihe von Fragen stellen:

  • Wo, wie, wer, wann? Mit diesen Fragen setzen wir den Zeitpunkt fest, in dem die Emotionen, die uns jetzt betreffen, erzeugt wurden.
  • Was sagtest du dir innerlich zu dem Zeitpunkt?
  • Was fühlst du, wenn du daran denkst?
  • Welche Emotion erlebst du?
  • In welchen Teilen deines Körpers spürst du diese Emotionen?
  • Was ist es, was du in dieser Situation nicht gesagt hast?

Mit all diesen Fragen finden wir die Verbindung zwischen Emotionen und Krankheit heraus und so können wir sie eliminieren und unseren Körper heilen.

Was ist verlernen?

Verlernen heißt zu vergessen, was gelernt wurde. Wir müssen unseren Geist von den gelernten Dingen entleeren, um Raum für das Erlernen von neuen Dingen zu schaffen.

Verlernen bedeutet auch, die Verknüpfung zwischen einigen unserer Gefühle, (die uns physisch verletzen und die körperliche Heilung blockieren), und unserer Krankheit zu löschen.

„Der Glaube hat die Macht, zu erschaffen und zu zerstören. Die Menschen haben eine potente Fähigkeit, jeder Erfahrung ihres Lebens eine Bedeutung zu geben, die sie regelrecht außer Gefecht setzt oder buchstäblich ihr Leben retten kann.“

Tony Robbins

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