Besessenheit – die obsessive Liebe

24. Juli 2016 en Psychologie 4 Geteilt
Obsessive Liebe und der Blick des Partners während einer Umarmung

Besessenheit und Eifersucht liegen nahe beieinander, nähren obsessive Liebe und zerstören Beziehungen. Es sind aber auch jene Gefühle, die ganz langsam dafür sorgen, dass man an sich selbst zerbricht. Angst, Misstrauen und Unsicherheit sind Begleiterscheinungen, die ein besessener oder eifersüchtiger Mensch verspürt.

Wir müssen zwischen Liebe und Besessenheit unterscheiden können, weil in einer Beziehung Vertrauen, der Wunsch nach einem geteilten Leben in Wohlbefinden bei Erhaltung des persönlichen Freiraums seitens beider Partner gegeben sein soll.

In einer Beziehung, die von obsessiver Liebe geprägt ist, stehen dagegen Eifersucht und Misstrauen auf der Tagesordnung und es existieren weder individuelle Freiräume noch Vertrauen gegenüber dem Partner. Hier ist das Ende bereits vorprogrammiert.

Woher kommt obsessive Liebe, wie entsteht Besessenheit?

Besessene Menschen fühlten sich in der Vergangenheit oft einsam, wurden in ihrer Kindheit vom sozialen Umfeld ausgeschlossen, haben ein schlechtes Selbstbild entwickelt und in manchen Fällen kann es sogar ein genetischer Defekt sein, der die Person für diese Erkrankung prädisponiert.

Unabhängig von der Ursache der Störung leben Besessene eine intensive Leidenschaft aus und erleiden Wutanfälle, die der Partner ertragen muss. Dies ist schmerzhaft für beide Partner und mit Vertrauen und Liebe nicht zu vereinbaren.

Betroffene Personen versuchen nicht nur, über alles andere zu bestimmen, sie schöpfen auch ständig Verdacht, obwohl der Partner nichts Verwerfliches getan hat. Der Besessene spioniert seinem Partner hinterher, durchsucht seine Taschen und sucht Anzeichen für Untreue. Er wird nie damit aufhören, ihn zu verdächtigen, und ihm niemals den Raum lassen, den er braucht, um zu wachsen. Manchmal verfolgen Betroffene ihren Partner sogar bis zum Arbeitsplatz und stellen ihnen nach, um zu erfahren, ob sie dort fremdgehen. Ihr Verhalten gleicht einer Kettenreaktion, während der Obsession und Dominanz gegenüber der besseren Hälfte jeden Tag größer werden.

Mann schaut auf das Telefon seiner Partnerin

Zu Beginn erscheint Besessenheit manchmal ein Zeichen intensiver Liebe zu sein, doch wenn dieses Verhalten lange Zeit andauert und aus intensiver Liebe obsessive Liebe wird, kann man zusehen, wie die Beziehung langsam stirbt.

In jeder Beziehung – unabhängig davon, wie tiefgründig und intensiv sie gelebt wird – müssen Freiräume und Individualität für beide Partner gegeben sein. Das ist bei obsessiver Liebe nicht der Fall. Der Besessene möchte über alles die Kontrolle bewahren und beeinträchtigt damit die Entwicklung seines Partners. Und niemand kann langfristig auf seine Freiheit und seinen inneren Frieden verzichten – die Beziehung ist zum Scheitern verurteilt.

Wie bringt man besessenes Verhalten unter Kontrolle?

Um der Besessenheit einen Riegel vorzuschieben, können die Atemtechniken und Meditation sehr hilfreich sein, da sie unsere Konzentrationsfähigkeit verbessern. Sie unterstützen das Vorhaben, der Besessenheit ein Ende zu bereiten. Auch Hypnose kann die Selbstbeherrschung verbessern und uns dabei helfen, wieder rational zu denken und dem Partner nicht länger unnötig das Leben schwer zu machen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Toni Blay

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