Wenn die Eifersucht zu extrem wird

· 17. Juni 2016

Eifersucht ist der maximale Ausdruck persönlicher Unsicherheit.

Wir sind alle ab und zu mal eifersüchtig. Es ist eine ganz normale Reaktion auf das Gefühl, dass eine wichtige Beziehung bedroht ist. Gesunde Eifersucht sagt unseren Verwandten, Partnern und Freunden: „Du bist das Wichtigste für mich und ich will nicht, dass unsere Beziehung Schaden nimmt.“

Genauso wie es gesunde und normale Eifersucht gibt, gibt es allerdings auch die exzessive und pathologische, die sogar zu einer Störung werden kann.

Wie können wir erkennen, dass es sich um pathologische Eifersucht handelt?

Die meisten Fälle pathologischer Eifersucht gibt es zwischen Verheirateten oder Partnern. Der Betroffene ist fest davon überzeugt, dass sein Partner ihm untreu ist, egal ob es für diese Vermutung Beweise gibt oder nicht. Wer an derartigen Gefühlen leidet, glaubt, dass sein Partner ihm gehört und ist besessen davon, ihn zu überwachen, zu verfolgen und ihn auf frischer Tat zu ertappen.

Von dieser Art von Eifersucht können sowohl Männer als auch Frauen betroffen sein. Allerdings ist es unter Männern weiter verbreitet und auch gefährlicher.

Im Gegensatz zu normalen Variante kann die pathologische Eifersucht jedoch Jahre dauern. Die Eifersüchtigen konzentrieren sich dabei oft auf bedeutungslose Ereignisse, um ihren Partner der Untreue zu beschuldigen und sie sind nicht bereit, ihre Meinung zu ändern, auch wenn man ihnen logische Gründe präsentiert, warum sie falsch liegen.

Im Extremfall wird der Eifersüchtige seinem Partner oder dem angeblichen Geliebten gegenüber sogar gewalttätig. Ebenfalls kommt es häufig vor, dass der Betroffene versucht, sich selbst Schaden zuzufügen. Im Allgemeinen sind davon oft paranoide Persönlichkeiten oder Menschen mit anderen Psychosen oder Störungen, zum Beispiel einer Zwangsstörung, betroffen.

Ursachen und Behandlung

In seinem Artikel When a Drug Leads to Sucpicions of Infidelity  (zu Deutsche etwa Wenn ein Medikament den Verdacht von Untreue hervorruft) erwähnt Tom Valeo, dass er bei einigen Patienten, die unter Morbus Parkinson leiden, Fälle von starker Eifersucht beobachtet hat. Auch wenn es nicht sehr häufig vorkam, hat man pathologische Eifersucht als eine der Nebenwirkungen der Medikamente, die Patienten mit dieser Krankheit einnehmen, und die die Produktion von Dopamin stimulieren, beobachtet.

Auch Kokain, Methamphetamine und andere Drogen, die zu einer verstärkten Ausschüttung von Dopamin führen können, ähnliche Effekte hervorrufen. In diesen Fällen konnte das Problem erfolgreich bekämpft werden, indem einfach die Dosis der Medikamente reduziert wurde.

Leider sind jedoch die meisten Fälle nicht so simpel. Eifersucht kann ebenfalls eine Begleiterscheinung einer Schizophrenie, einer Neurose, einer bipolaren Störung oder von Patienten mit geschädigtem Stirnlappen sein. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass Alkoholsüchtige oder Menschen mit sexuellen Störungen betroffen sind.

Sicher ist auch, dass Eifersucht entsteht, wenn sich jemand unsicher fühlt, sich nicht mehr geliebt fühlt, und das Verlangen hat, seinen Partner zu kontrollieren.

Um bei der Bekämpfung von Eifersucht Unterstützung zu bekommen ist es unerlässlich, einen Psychologen, Psychiater oder eventuell sogar einen Sexualtherapeuten zu kontaktieren. In manchen Fällen kann auch eine Therapie, die beide Partner einbindet, sehr hilfreich sein. Ein Gesundheitsexperte wird in jedem Fall eine vollständige Untersuchung durchführen, um die Ursachen zu identifizieren und so eine geeignete Behandlungsmethode zu finden.