Alles über Transidentität

16. April 2019

Menschen mit geschlechtsspezifischer Dysphorie, auch Transidentität genannt, fühlen sich, als steckten sie im falschen Körper. Sie identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, sondern mit einem anderen. Dies kann dazu führen, dass sie sich sehr unwohl oder gar verzweifelt fühlen.

Weiterhin ist ihr Unbehagen nicht auf den bloßen Wunsch beschränkt, ein anderes Geschlecht zu haben. Probleme aus dieser Diskrepanz oder der Wunsch, ein anderes Geschlecht anzunehmen, können sich bereits im Alter von 2-3 Jahren manifestieren und kollidieren häufig mit alltäglichen Aktivitäten und dem Sozialleben. Bei älteren Kindern kann diese Situation zu sozialer Isolation führen.

Transidentität oder Genderdysphorie bei Mädchen

Die geschlechtsspezifische Dysphorie manifestiert sich in verschiedenen Altersgruppen auf unterschiedliche Wiese. Mädchen mit Genderdysphorie können ihren Wunsch, ein Junge zu sein, zum Ausdruck bringen. Sie sagen, dass sie ein Junge seien oder darauf bestehen, dass sie ein Mann würden, wenn sie einmal groß seien. Sie bevorzugen jungentypische Kleidung und Frisuren. Fremde empfinden sie zunächst als Jungen, weil sie sich so geben und entsprechend handeln. Möglicherweise bitten sie auch darum, mit dem Namen eines Jungen angesprochen zu werden.

In der Regel zeigen sie intensive negative Reaktionen auf die Versuche ihrer Eltern, ihnen Kleider oder andere als weiblich wahrgenommene Kleidungsstücke anzuziehen. Sie können sich weigern, eine Schule oder gesellschaftliche Veranstaltungen zu besuchen, bei denen solche Kleidung erforderlich ist. Ähnliches Verhalten ist zu erwarten, wenn andere, mädchentypische Verhaltensweisen gefordert werden.

Diese Mädchen neigen dazu, sich in Rollenspielen, Träumen und Fantasien deutlich mit dem anderen Geschlecht zu identifizieren. Sie bevorzugen oft Kontaktsportarten und als jungentypisch wahrgenommene Spiele. Daher bevorzugen sie auch Jungen als Spielgefährten. Wenig Interesse hingegen zeigen sie an Puppen, anderem Spielzeug oder Kostümen für Mädchen.

Gelegentlich weigern sie sich sogar, sitzend zu urinieren. Einige Mädchen äußern den Wunsch, einen Penis zu haben, oder behaupten, dass sie einen Penis hätten oder dass sie einen bekommen würden, wenn sie groß seien. Sie können auch zum Ausdruck bringen, dass sie weder Brüste entwickeln noch menstruieren wollen.

Sowohl Jungen als auch Mädchen können geschlechtsspezifische Dysphorie erleben.

Transidentität oder geschlechtsspezifische Dysphorie bei Jungen

Jungen, die eine Geschlechtsdysphorie aufweisen, äußern den Wunsch, ein Mädchen zu sein. Auch sagen sie von sich, dass sie ein Mädchen seien, oder bestehen darauf, dass sie eine Frau würden, wenn sie einmal groß seien. Sie ziehen es vor, Mädchenkleidung zu tragen. Außerdem bevorzugen sie in der Regel Aktivitäten, Spiele und Hobbys, die in stereotyper Weise für Mädchen gedacht sind, z. B. das Spielen mit Puppenhäusern. Puppen können ihre Lieblingsspielzeuge sein und Mädchen werden zu ihren Lieblingsspielgefährten.

Diese Jungen malen lieber Bilder von Frauen und schauen Fernsehsendungen oder Filme mit vielen weiblichen Charakteren. Sie spielen auch gern die Rolle von Frauenfiguren, zum Beispiel von Müttern. Sie haben oft ein starkes Interesse an weiblichen Gedankengängen.

Einige können so tun, als hätten sie keinen Penis, und bestehen darauf, sich beim Urinieren hinzusetzen. Weniger oft behaupten sie allerdings, dass sie ihren Penis oder ihre Hoden als unangenehm empfinden. Dennoch möchten sie diese vielleicht entfernen lassen und anstelle dessen eine Vagina haben.

Mann sieht im Spiegel eine Frau

Genderdysphorie bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen mit geschlechtsspezifischer Dysphorie ist die Diskrepanz zwischen dem Geschlecht, mit dem sie sich identifizieren, und ihren körperlichen Geschlechtsmerkmalen häufig von dem Wunsch begleitet, von ihren primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen frei zu sein.

Erwachsene mit einer Transidentität können in unterschiedlichem Maße die Verhaltensweisen des Geschlechts annehmen, mit dem sie sich identifizieren. Sie fühlen sich unwohl, wenn andere sie als das Geschlecht identifizieren, das durch ihre körperlichen Merkmale gekennzeichnet ist.

Einige Erwachsene haben vielleicht den starken Wunsch, einem anderen Geschlecht zuzugehören und auch als so behandelt zu werden. Sie können jedoch genug innere Überzeugung aufweisen, entsprechend dem Geschlecht zu handeln und zu fühlen, mit dem sie sich identifizieren. Dafür ist nicht immer eine geschlechtsangleichende Operation nötig.

Diese Erwachsenen können andere Wege finden, um mit ihrem inneren Konflikt fertig zu werden. Sie tun dies möglicherweise, indem sie nur teilweise in der gewünschten Rolle leben oder eine sexuelle Rolle einnehmen, die weder konventionell männlich noch weiblich ist.

Wie wir sehen können, bedeutet Transidentität in unserer heutigen Gesellschaft oft Leiden, das eine Person erfährt, wenn sie sich nicht mit dem Geschlecht identifiziert, das ihr bei der Geburt zugewiesen wurde. Es liegt an uns allen, dieses Leiden zu lindern.