Albert Ellis und irrationale Gedanken

1. Juli 2016 en Emotionen 57 Geteilt

Wie oft hat uns fehlerhaftes Denken schon in unerwünschte Situationen gebracht? Unsere Gedanken üben große Macht über uns aus. Entscheide dich bewusst dafür, was du denken willst. Die finale Entscheidung liegt bei dir selbst.

Der Psychologe Albert Ellis war einer der Gründer des Kognitivismus. 1962 begann er, eine Therapie zu entwickeln, die er Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT) nannte. Ellis war überzeugt, dass ein beachtlicher Teil psychologischer Probleme irrationalen Gedanken geschuldet ist.

Ellis Theorie basiert auf der Annahme, dass „Personen sich nicht aufgrund bestimmter Umstände verändern, sondern wegen ihrer Wahrnehmung dieser Umstände“. Dies hatte schon der stoische Philosoph Epiktet festgestellt. Es lässt sich also festhalten, dass die REVT ein Teil der folgenden Hypothese ist:

– Es sind nicht Ereignisse (A), die für unseren Gefühlszustand (C) verantwortlich sind, sondern die Art und Weise, wie wir sie interpretieren (B). Wenn wir also unser geistiges Schema verändern können, d.h. unser Denkmuster, werden wir weniger schmerzhafte, positivere und realistischere Gefühlszustände erzeugen.

Geistige Zahnraeder

Irrationale Gedanken

Ellis erstellte eine Liste von irrationalen Glauben und kategorisierte sie in 11 irrationale Gedanken, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:

  1. „Ich brauche die Liebe und Bestätigung aller Menschen in meinem Umfeld.“  – „Ich muss von allen wichtigen Menschen in meinem Umfeld geliebt werden und brauche ihre Bestätigung.“
  2. „Um etwas wert zu sein, muss ich alles erreichen, was ich mir vornehme.“  – „Wenn ich etwas wert sein will, muss ich immer kompetent und fähig sein, alles zu erreichen, was ich mir vornehme.“
  3. „Böse Menschen sollten für ihre Taten bestraft werden.“
  4. „Es ist schrecklich und katastrophal, dass die Dinge nicht so laufen, wie ich das gern hätte.“
  5. „Menschliches Unglück hat externe Ursachen und ich kann nichts, oder fast nichts, tun, um es zu verhindern oder den Schmerz und das Leiden, das es hervorruft, zu kontrollieren.“
  6. „Ich sollte immer daran denken, dass jederzeit etwas Schlimmes passieren kann.“
  7. „Es ist einfacher, sich vor Verantwortungen und Problemen im Leben zu drücken, als sich ihnen zu stellen.“
  8. „Ich brauche jemanden, der stärker ist als ich, dem ich vertrauen kann.“
  9. „Meine Vergangenheit bestimmt meine Gegenwart und meine Zukunft.“
  10. „Ich muss mich immer um die Probleme anderer kümmern.“
  11. „Jedes Problem hat eine Lösung und es ist katastrophal, sie nicht zu finden.“

All diese irrationalen Gedanken haben drei grundlegende Eigenschaften, weshalb Individuen an sich selbst, an andere und das Leben Forderungen stellen, die absolut sind.

  1. „Ich muss mich immer richtig verhalten und durch die Form meines Auftretens die Bestätigung anderer verdienen.“
  2. „Alle Menschen müssen immer freundlich, besonnen und gerecht mit mir umgehen; wenn sie dies nicht tun, sind sie verachtenswert und böse und sollten bestraft werden.“
  3. „Das Leben ist immer gut und einfach und ich kann praktisch alles ohne große Anstrengung und bequem erreichen.“

Geistiges Puzzle

Aber nicht alles ist irrational…

Auf der anderen Seite der Medaille können wir jedoch auch die rationalen Pendants zu den zuvor genannten irrationalen Gedanken finden. Rationale Gedanken sind normalerweise flexibler, legen uns keine Hindernisse in den Weg und erzeugen nicht so viel Stress wie die irrationalen Gedanken.

Um dies auf praktischere und dynamischere Weise abzuschließen, möchte ich euch nahelegen, eure eigenen rationalen Alternativen zu den von Ellis zusammengetragenen irrationalen Gedanken zu finden. Ich möchte euch ebenfalls dazu einladen, in einem freien Moment über euer Leben zu reflektieren und eine eigene Liste eurer irrationalen Gedanken, die euch nicht gut tun, zu erstellen, und jeweils Alternativen dazu zu finden. So könnt ihr anfangen, Knoten in euch zu lösen und einen neuen Weg der Ausgeglichenheit zu finden.

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