Akzeptierst du deine Polaritäten, findest du zu dir selbst

19. Mai 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Polaritäten - Frau mit zwei Gesichtern

Wenn du deine Polaritäten akzeptierst, findest du zu dir selbst. Du wirst zu einer authentischen Person. Du beschreitest den Weg, der dich zu deinem wahren Ich bringen wird. Es ist ein Weg, der mit dir anfängt und endet.

Doch was meinen wir mit Polaritäten? Es sind die entgegengesetzten Extreme eines Spektrums, es sind natürliche Gegensätze. Wenn das eine das Licht ist, ist das andere die Dunkelheit. Wenn das eine passiv ist, ist das andere aktiv. Ist das eine klar, ist das andere verschwommen. Auf einem psychologischen Level tauchen Polaritäten zum Beispiel in diesen Paaren auf: Traurigkeit-Glück, Euphorie-Ruhe, Weiblichkeit-Männlichkeit. Du könntest diese Liste bestimmt um viele weitere Paare ergänzen.

Und wir haben sicher jeden dieser Gegensätze bereits erlebt. Wer war noch niemals traurig und glücklich? Wer war nicht schon einmal euphorisch, obwohl er sonst eine ruhige Person ist?

Obwohl die Kultur einen großen Einfluss auf unsere Polaritäten hat, sind diese dennoch in uns

Bei Polaritäten geht es um das Leben und seine vielfältigen Formen. Es geht darum, was das Leben ist und was Leben gibt. Wenn etwas im Leben vorkommt, existiert dazu auch ein Gegensatz. Suchst du nach Licht? Das Leben wird dir auch Dunkelheit geben. Dazu fähig zu sein, diese Polaritäten zu erkennen und zu wissen, wie sie uns beeinflussen, wenn wir uns auf dem einen oder anderen Extrem befinden, ist ein wichtiger Aspekt des persönlichen Wachstums.

Kultur, soziale Normen, Gene … sie bringen manchmal ein Ende des Spektrums zum Schweigen oder bestrafen es. Ein Pol wird dann still. Das führt dazu, dass ein Teil von dem, was du wirklich bist, verstummt, was dich davon abhält, zu wachsen. Die Energie, die für den Versuch, sich zu entwickeln, gebraucht wird, ist nur im harmonischen Klang zu finden, der beide Pole umfasst.

Polaritäten umarmen sich

Doch die Energie bleibt vorhanden. Und wenn diese nicht in natürlicher Form zum Vorschein kommt, wird sie das auf ungesündere, oft aggressivere Weise tun. Wie oft hast du dich selbst damit überrascht, aggressiv und verletzend zu sein, obwohl du dich als eine ruhige, geduldige Person betrachtest? Wie oft hast bemerkt, dass du nervös und leicht zu erregen aufgetreten bist, obwohl du dich als eine ruhige und friedvolle Person beschreiben würdest?

Sich mit nur einer beider Polaritäten zu identifizieren, heißt, sein wahres Selbst zu leugnen

Das ist die wahrhaftige, echte Natur. Wir verkörpern beide Extreme. Wir sind aggressiv und geduldig, ruhig und nervös. Hell und dunkel. Normalerweise stellen wir uns auf eine Seite des Spektrums und leugnen die Existenz des anderen Extrems. Zum Beispiel sagen wir dann: „Ich bin so friedlich, man kann mich gar nicht aus der Ruhe bringen!“

Wenn du einen Teil deines Wesens leugnest, passiert es, dass du andere Menschen schroff verurteilst. Wenn wir nicht akzeptieren können, was wir an uns hassen und was die Gesellschaft von uns will, das wir hassen, sehen und hassen wir es in anderen Menschen. Aber… nicht an uns, weil wir das ja nicht sind. Weil wir wirklich ruhig sind und niemals wütend werden. Wenn wir Wut aber bei anderen bemerken, bringt das unser Blut zum Kochen.

Wir identifizieren uns mit den Eigenschaften unserer selbst, auf die wir stolz sind, oder mit denjenigen, die unsere Kultur bekräftigt. Die Kombination männliches Geschlecht und Femininität (oder was die Gesellschaft als feminin ansieht), wird vielerorts belächelt. In weiter entwickelten Kulturen wird sie jedoch als völlig normal und natürlich akzeptiert, als Teil des breiten Spektrums.

Akzeptieren wir unsere Polaritäten, ohne sie zurückzuweisen, projizieren wir nicht mehr

Wenn wir unsere Extreme erst einmal erkannt haben, können wir sie akzeptieren. Akzeptieren wir sie, projizieren wir das, was wir an uns selbst nicht mögen, auch nicht mehr auf andere Menschen. Selbst wenn andere Leute wütend werden, können wir es dann verstehen, ohne darüber zu urteilen. Wir werden es gelassen sehen, ohne uns aufzuregen.

„Was du bist, siehst du nicht, was du siehst, ist dein Schatten.“

Rabindranath Tagore

Frau, die meditiert, ihre Polaritäten akzeptiert und zu sich findet

Arbeite daran, authentisch zu sein. Akzeptiere deine Polaritäten. Je mehr du dich akzeptierst, desto weniger weist du andere zurück. Je weniger du die Realität verzerrst, desto freier bist du. Akzeptierst du dich selbst, kannst du auf der Grundlage von Selbstliebe an dir arbeiten.

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