Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie bei Depression

· 22. Februar 2019

Depression ist Dunkelheit, Unlust, Verzweiflung und Traurigkeit. Es gibt viele Begriffe, die zur Definition dieses Zustands verwendet werden. In jedem Fall sind die Auswirkungen verheerend. Schwere Depressionen führen zu anhaltendem Unwohlsein und Interessenverlust. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und verminderte Konzentration sind weitere Symptome dieser Erkrankung.

Die Statistiken, die zeigen, wie viele Menschen an Depressionen leiden, sind besorgniserregend. Sie ist eine der häufigsten psychischen Störungen. Etwa 8 % der Bevölkerung berichteten von Depressionen in den letzten zwölf Monaten. Darüber hinaus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt gegeben, dass die Depression bis 2020 die zweithäufigste Krankheit der Welt sein wird. Daher stellt der Umgang mit der Depression, einschließlich ihrer Behandlung, eine große Herausforderung im Bereich der psychischen Gesundheit dar.

Behandlung der Depression

Ende der 1980er Jahre kannte man bereits verschiedene Möglichkeiten, Depressionen zu bekämpfen. Antidepressiva wurden zum ersten Behandlungsschritt für klinische Depressionen. Aber auch psychologische Behandlungen haben an Popularität gewonnen. Insbesondere die Verhaltenstherapie betont dabei die Notwendigkeit, die Teilnahme des Einzelnen an angenehmen Aktivitäten zu erhöhen. Andererseits zielt die kognitive Therapie darauf ab, die Art und Weise zu verändern, in der die Gedanken Betroffener depressive Symptome verursachen und verstärken. Schließlich bestätigt die interaktive Therapie, dass Patienten lernen müssen, zwischenmenschliche Konflikte zu lösen.

Nun könnte man annehmen, dass das Problem der Depression mit all diesen Behandlungen inzwischen gelöst worden wäre. Leider ist dies nicht der Fall.

Eine Frau liegt traurig auf dem Sofa.

Rückfälle

Obwohl sich all diese Therapieansätze als wirksam erwiesen, offenbarte die Forschung leider ein anderes Problem: Rückfälle bei Menschen, die zuvor bereits depressive Episoden erlebt hatten. Deshalb sind manche Experten inzwischen davon überzeugt, dass Depressionen eine lebenslange, chronische Erkrankung sind. Das Risiko für wiederkehrende Episoden beträgt etwa 80 %. Im Schnitt leidet jeder Patient im Laufe seines Lebens an vier depressiven Episoden, die länger als 20 Wochen dauern.

Rückfälle nach einer erfolgreichen Depressionsbehandlung sind häufig und schwächen die Betroffenen. Das ist das eigentliche Problem, mit dem wir heutzutage konfrontiert sind. Um dieses Problem zu lösen, setzen Psychologen vermehrt auf Varianten der kognitiven Therapie: Die meisten Patienten, die diese ausprobierten, neigen weniger stark zu Rückfällen.

Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie bei Depression

Es wurde vorgeschlagen, dass Achtsamkeit Bestandteil der psychologischen Behandlung von Depressionen sein sollte. Aber was heißt das? Achtsamkeit bedeutet, sich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren, ihn anzunehmen, ohne zu bewerten. Und es ist bemerkenswert, was passieren kann, wenn unsere Gedanken tatsächlich nur als Gedanken, nicht aber als „Realität“ wahrgenommen werden.

Das einfache Identifizieren unserer Gedanken als schlichte Gedanken mag uns davon abhalten, unsere Wirklichkeit zu verzerren. Dies ermöglicht mehr Klarheit und ein verstärktes Gefühl der Kontrolle über unser Leben.

Frau mit geschlossenen Augen konzentriert sich auf ihre Umgebung

Der Schlüssel ist, sich wiederholende Gedanken loszulassen

Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie ist ein bedeutender Schritt, um psychische Zustände zu überwinden, die durch sich selbst nährende Muster des negativen Denkens und Grübeln gekennzeichnet sind, und kann so zur Behandlung von Depressionen beitragen.

Wenn wir diese Muster nicht aufbrechen, geraten wir wahrscheinlich in eine Abwärtsspirale, unsere Stimmung sinkt und schließlich erleiden wir einen Rückfall. Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie wiederum ist ein grundlegendes Werkzeug, um jene mentale Prozesse umzuwandeln und sich des gegenwärtigen Moments bewusst zu werden.

Wenn wir auswählen, worauf wir und wie wir uns fokussieren wollen, können wir dazu beitragen, unseren Geist wieder in gesunde Bahnen zu lenken. Wie aber kann diese Fähigkeit in die Praxis umgesetzt werden? Grundsätzlich kann diese Übung in allen Situationen angewendet werden.

Achtsamkeit ist ein essenzielles Element der kognitiven Therapie von Depressionen. Weil Achtsamkeit bedeutet, die Gegenwart auf eine bestimmte Art und Weise, nämlich ohne Bewertung, zu betrachten, besteht ein erster Schritt darin, sich der eigenen Denkmuster, Emotionen und Gefühle bewusst zu werden. Volles Bewusstsein liefert uns schließlich die Mittel, unsere Denkmuster zu verändern.

Die Struktur der achtsamkeitsbasierten kognitive Therapie

Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie bei Depressionen umfasst mindestens 8 Sitzungen. Ihr Ziel ist es, dass die Patienten lernen, sich jedem Moment zielgerichtet und wertungsfrei zu widmen. Die ersten Therapiesitzungen helfen dabei, diese Aufmerksamkeit zu erlernen. Die Betroffenen werden sich allmählich bewusst, dass sie nicht wirklich auf das achten, was in ihrem täglichen Leben passiert. Sie lernen, zu erkennen, wie schnell sich der Geist von einem Thema zum nächsten bewegt. Nachdem sie erkannt haben, dass ihr Fokus wandelt, werden ihnen Strategien beigebracht, um ihn umzulenken und auf ein einzelnes Element zu richten. Dies wird zuerst in Bezug auf Körperteile und dann auf die Atmung gelehrt.

Ein Mann meditiert in der Natur.

Schließlich lernen die Patienten, sich bewusst zu machen, wie ihr wandernder Geist negative Gedanken und Emotionen überwinden kann. Dazu gehört das Ansprechen von Stimmungsschwankungen im jeweiligen Moment oder danach, was in die zweite Phase dieser Therapie fällt.

Wie wir gesehen haben, kann eine auf achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie für die Behandlung depressiver Zustände sehr effektiv sein. Dank dieses Ansatzes lernen Patienten, ihre negativen Gedanken zu erkennen, sie anzunehmen und schließlich loszulassen.