9 Symptome, die auf einen Serotoninmangel hinweisen

Serotonin ist eines der sogenannten "Glückshormone", aber seine Funktionen gehen weit über die emotionale Regulierung hinaus.
9 Symptome, die auf einen Serotoninmangel hinweisen

Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2022

Der Neurotransmitter Serotonin stimuliert positive Gefühle, Glück, Ruhe und Zuversichtlichkeit. Kommt es jedoch zu einem Serotoninmangel, entstehen negative Gefühle, Pessimismus, Misstrauen, Traurigkeit oder auch Panik. Wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält, sind häufig auch Depressionen, Angstzustände und andere Gesundheitsstörungen die Folge.

Serotonin ist eine Gehirnchemikalie, die die Übertragung von Signalen ermöglicht und einen bedeutenden Einfluss auf unsere Stimmung nimmt. Die Kontrolle der Serotoninwerte ist deshalb der erste Schritt, um Stimmungsstörungen oder auch Probleme mit der Impulskontrolle zu erkennen. Serotonin spielt außerdem auch in der Regulierung von Sozialverhalten, Libido, Schlaf, Gedächtnis und Lernen eine signifikante Rolle.

Welche Funktionen hat Serotonin?

Als Neurotransmitter hilft Serotonin, Nachrichten in verschiedenen Gehirnarealen zu übertragen. Eine große Anzahl von Rezeptorzellen legt nahe, dass diese Chemikalie vielfache physiologische Funktionen hat. Sie beeinflusst die meisten der rund 40 Millionen Gehirnzellen direkt oder indirekt. Dazu gehören Gehirnzellen, die mit der Stimmung, dem sexuellen Verlangen, dem Appetit, dem Schlaf, dem Gedächtnis, dem Lernen, der Temperaturregulierung und einigen sozialen Verhaltensweisen zusammenhängen.

Außerdem wirkt sich dieser Neurotransmitter auch auf das Herz-Kreislauf-System, die Muskeln und verschiedene Elemente des endokrinen Systems aus.

Der größte Teil des Serotonins befindet sich außerhalb des zentralen Nervensystems, unter anderem im Verdauungssystem und in den Blutplättchen.

Traurigkeit einer Frau durch Serotoninmangel

Serotoninmangel und Depression

Viele Forscher weisen auf den Zusammenhang des Serotoninspiegels mit Stimmungsstörungen und Depressionen hin. Mögliche Auslöser für einen Mangel sind:

  • Geringe Serotoninproduktion,
  • Mangel an Rezeptorzellen, die das produzierte Serotonin aufnehmen können,
  • Unfähigkeit des Serotonins, die Rezeptoren zu erreichen
  • oder ein Mangel an Tryptophan, einer essenziellen Aminosäure, die für die Synthese dieses Neurotransmitters benötigt wird.

Forscher glauben, dass diese biochemischen Störungen zu Depressionen, Zwangsstörungen, Angstzuständen  und Panik führen kann. Der Zusammenhang zwischen Serotonin und Depression muss jedoch noch weiter erforscht werden.

Gestörte Serotoninproduktion

Bei einem Serotoninmangel müssen Maßnahmen ergriffen werden, um den Spiegel dieses Neurotransmitters zu normalisieren. Nicht immer äußert sich die gestörte Serotoninproduktion durch Depressionen oder Anzeichen wie Traurigkeit.

Häufige Symptome sind auch Wutausbrüche, eine veränderte Schmerzempfindlichkeit, Heißhunger auf Kohlenhydrate und Essanfälle, Verstopfung und Verdauungsstörungen. Andere Hinweise sind Übelkeit aufgrund von Sonnenlichtmangel, übermäßige Abhängigkeit von anderen, Überforderung, Schlaflosigkeit, Migräne, geringes Selbstwertgefühl und beeinträchtigte kognitive Funktionen.

Im Folgenden sehen wir uns verschiedene Anzeichen an, die auf einen Serotoninmangel hinweisen können.

1. Lust auf Süßes und kohlenhydratreiche Lebensmittel

Kohlenhydrate, insbesondere süße und stärkehaltige Lebensmittel (Gebäck, Schokolade, Gummibärchen, Chips und andere Snacks, Hamburger usw.) wirken sich indirekt auf den Serotoninspiegel aus. Deshalb haben Menschen mit einem niedrigen Serotoninspiegel häufig ein starkes Verlangen nach kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Das äußert sich in Heißhungerattacken.

Diese Lebensmittel erhöhen vorübergehend den Serotoninspiegel und heben die Stimmung. Kurz nach der Einnahme sinken die Serotoninwerte jedoch drastisch. In der Folge kommt es zu Schläfrigkeit, Feindseligkeit, Angst und depressiver Verstimmung.

2. Schlaflosigkeit und Serotoninmangel

Der Serotoninspiegel wirkt sich direkt auf die Melatoninproduktion aus, was wiederum den zirkadianen Rhythmus beeinflusst. In der Folge leiden Betroffene an Ein- und Durschlafproblemen. Vergiss jedoch nicht, dass Schlafstörungen auch andere Ursachen haben können.

Melatonin benötigt zwei Bausteine: Serotonin und Dunkelheit. Dieses Hormon steuert unsere biologische Uhr.

3. Angst

Anhand von bildgebenden Methoden konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit Angststörungen häufig einen geringeren Serotoninspiegel im Gehirn aufweisen. Dieser Neurotransmitter ist auch für die emotionale Kontrolle zuständig.

Serotoninmangel und Angst

In der Regel ist der Serotoninmangel nicht der einzige Faktor, der bei Angststörungen eine Rolle spielt. Manche Patienten sind allerdings zu einem niedrigen Serotoninspiegel prädisponiert. Tatsächlich spielen drei weitere Neurotransmitter, nämlich Gamma-Aminobuttersäure, Dopamin und Adrenalin, ebenfalls eine wichtige Rolle bei Angststörungen.

Ein niedriger Serotoninspiegel wird mit generalisierten Angststörungen, Panikstörungen und Zwangsstörungen in Verbindung gebracht.

4. Kognitive Beeinträchtigung

Die Forschung hat gezeigt, dass ein gesunder Serotoninspiegel die kognitiven Fähigkeiten verbessert und dazu beitragen kann, eingeschränkte kognitive Funktionen zu kompensieren. Insbesondere wirkt sich Serotonin positiv auf das Gedächtnis aus. Bei einem Mangel ist die Gefahr für Probleme mit der Gedächntiskonsolidierung größer.

5. Verdauungsprobleme durch Serotoninmangel

Serotonin ist für die Übertragung von Signalen zwischen dem Gehirn und dem Verdauungssystem wesentlich. 95 % des Serotonins werden im Darm und nicht im Gehirn freigesetzt, allerdings muss das vom Gehirn benötigte Serotonin im Gehirn produziert werden, da Serotonin aus dem Darm nicht bis zum Gehirn gelangt.

Die Forschung über die Funktionen von Serotonin im Darm ist zwar noch relativ neu, aber wir wissen, dass es eine wichtige Rolle bei Appetit und Verdauung spielt. Warum die Serotoninaktivität im Darm so hoch ist, ist bis heute ein Rätsel.

Ferner haben Mediziner einen Zusammenhang zwischen dem Reizdarmsyndrom und einem Serotoninmangel entdeckt. Es hat sich gezeigt, dass sich die Verdauungsprozesse oft normalisieren, wenn der Serotoninspiegel reguliert wird.

6. Müdigkeit oder Erschöpfung

Der Serotoninspiegel hat einen wichtigen Einfluss auf die Energieproduktion. Manche Menschen, die unter chronischer Müdigkeit leiden, weisen unzureichende Mengen dieser Chemikalie auf. Sobald sich die Werte normalisieren, verzeichnen Betroffene häufig eine deutliche Verbesserung ihrer Erschöpfung.

Das Gefühl von Müdigkeit oder Erschöpfung kann jedoch viele verschiedene Ursachen haben. Auf lange Sicht erhöht chronische Müdigkeit die Wahrscheinlichkeit, dass die Freisetzung dieses Neurotransmitters abnimmt.

Müdigkeit durch Serotoninmangel

7. Veränderungen der Libido durch Serotoninmangel

Serotonin beeinflusst auch die Libido. Ein Mangel kann zu einem verminderten sexuellen Verlangen führen. Außerdem beeinträchtigt Serotonin auch die emotionale Beziehung zu anderen Menschen, was sich auf Liebesbeziehungen auswirkt.

8. Chronische Schmerzen

Serotonin beeinflusst das Verhalten der Muskeln, daher kann ein niedriger Spiegel zu chronischen Schmerzen führen. Untersuchungen, die im Journal of Rheumatology veröffentlicht wurden, zeigen, dass der Serotoninspiegel bei Patienten mit Fibromyalgie niedriger ist.

9. Geringes Selbstwertgefühl durch Serotoninmangel

Wenn du plötzlich ein geringes Selbstwertgefühl, Gefühle von Frustration oder Unzufriedenheit mit dir selbst spürst, kann es sein, dass du einen niedrigen Serotoninspiegel hast. Obwohl es vielen nicht bewusst ist, ist dieser Neurotransmitter auch der Schlüssel zu einem guten Selbstwertgefühl. Wenn dieses geschwächt ist, äußert sich dies häufig durch Überempfindlichkeit, fehlendes Selbstvertrauen und negative Reaktionen bei Kritik.

Serotoninmangel: Was tun?

Du kannst deinen Serotoninspiegel auf natürliche Weise verbessern, ohne Medikamente einzunehmen. Trotzdem solltest du dich immer ärztlich untersuchen und beraten lassen.

Einige allgemeine Tipps:

  • Sport und Bewegung machen Spaß und verbessern deine Serotoninwerte.
  • Iss proteinreiche Lebensmittel (die Tryptophan enthalten).
  • Wähle gesundes Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte mit Kohlenhydraten (das Gehirn braucht Zucker für die Synthese von Tryptophan).
  • Verzichte auf Produkte, die reich an gesättigten Fetten und Einfachzuckern sind.
  • Es empfehlen sich Lebensmittel, die reich an Omega 3 sind.
  • Schränke den Koffeinkonsum ein.
  • Pflege gesunde Schlafgewohnheiten.
  • Baue Lebensmittel, die reich an B-Vitaminen sind, in deine Ernährung ein. Insbesondere Vitamin B6, das die Bildung von Serotonin fördert.
  • Verbringe Zeit im Freien und genieße den Sonnenschein.
  • Übe dich in Meditation oder Achtsamkeit.

Du hast gesehen, dass Serotonin ein Neurotransmitter ist, der an vielen wichtigen Prozessen teilhat. Du solltest deshalb immer darauf achten, dass dein Serotoninspiegel gesunde Werte aufweist.

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