7 Situationen, in denen du einen Menschen wirklich kennenlernst

· 25. Juli 2016

Viele von uns haben Freunde, die wir schon unser ganzes Leben lang kennen: Manche von ihnen überraschen uns dann und wann positiv, während andere uns enttäuschen, wenn wir es am wenigsten erwarten. Wir lernen auch immer wieder neue Menschen kennen, die wunderbar und eine Freundschaft wert sind. In diesem Zusammenhang kommt die Frage auf, was das bedeutet, einen Menschen wirklich kennenlernen, einen Menschen wirklich kennen? Wann können wir das von jemandem behaupten?

Einen Menschen mit all seinen positiven und negativen Seiten zu kennen, ist etwas, das mehr Intimität und mehr Zeit als nur ein gemeinsames Abendessen oder zusammen Party zu machen verlangt. Es gibt jedoch Situationen, in denen du einen Menschen wirklich kennenlernst. Manche sind etwas ernster und manche etwas banaler, aber alle von ihnen erlauben es uns, die Vorzüge und Fehler des anderen zu sehen.

1. Stesssituationen

„Ich habe gelernt, dass man durch das Verhalten eines Menschen in folgenden drei Situationen viel über einen Menschen lernen kann: ein regnerischer Tag, verlorenes Gepäck und verhedderte Lichterketten.“

Maya Angelou

Wenn ein Mensch unter Stress steht, auch wenn dieser keine gravierenden Ursachen hat, können wir viele, viele Dinge über ihn lernen, und zwar indem wir beobachten, wie er mit der Situation umgeht.

Es kann sein, dass er nervös oder aggressiv wird, unfähig ist, klar zu denken, aufhört, nach Lösungen zu suchen und sich stattdessen nur beschwert, oder sogar andere dafür beschuldigt, was ihm passiert ist. Wir können dann vielleicht auch sehen, wie er in die Defensive geht und die Verantwortung auf andere abschiebt, weil er sich selbst nicht dazu imstande fühlt, sie zu übernehmen.

Die Ursache des Stresses ist nebensächlich, aber die Art, wie sich jemand verhält, der Stress ausgesetzt ist, vermittelt uns eine Idee davon, wie diese Person in ernsteren Lagen oder mit schlimmeren Dingen umgeht. 

2. Wenn sich die Bedürfnisse ändern

Manche Menschen beschäftigen sich nur mit anderen, wenn sie etwas brauchen, danach melden sie sich nicht mehr. Es muss nicht immer zu Ausnahmesituationen kommen, um das zu erkennen: Viele Menschen verlieren ihr Interesse aus den undenkbarsten Gründen, hören damit auf, dich zu berücksichtigen, und bringen dafür oft nicht einmal eine Entschuldigung vor.

„Nur Gefühle können uns zusammenbringen. Eigennutz hat noch nie eine stabile Freundschaft geschaffen.“

Cicero

Zum Beispiel ist da diese eine Schulfreundin, mit der du immer zusammen gelernt hast, und viel in der Freizeit unternommen hast. Als die Schulzeit dann vorbei war, hat sie begonnen, sich kalt und distanziert zu verhalten. Als sie eine Beziehung einging, hat sie dann gar nichts mehr von sich hören lassen. Oder diese Person, der du geholfen hast, sich in der neuen Stadt zurechtzufinden, und die dich plötzlich ignoriert, nachdem sie sich eingelebt hat.

Zu wissen, wann dein Freund dich braucht und wann nicht, ist ein Zeichen für Interesse an der anderen Person.

3. Zusammen wohnen

Zusammen zu wohnen ist der ultimative Test, wenn du wissen willst, wie sich ein Mensch wirklich verhält. Die Art, wie die Person deinen Raum und deine Sachen respektiert, mit dir über absurde Dinge diskutiert, sagt so viel über sie (und über dich) aus. Du wirst merken, ob ihr dazu imstande seid, zu teilen, oder einfach ein Leben in der gleichen Wohnung fristet.

Prinzessin und andere Menschen in einer unschönen Welt

Du wirst merken, ob du Zeit dafür freimachen kannst, eine Weile über all die Dinge, die ihn beschäftigen, zu reden; ob dir dein Mitbewohner hilft, wenn du krank bist, oder ob ihr Kompromisse in Sachen Rechnungen, Verabredungen oder kleinen Schäden in der WG eingehen könnt.

Du wirst bald sehen, ob gesunde Unabhängigkeit oder auffälliger Egoismus eure Beziehung prägt. Auffallend ist dies auch, wenn der Mitbewohner auf der Straße sehr freundlich ist, doch daheim der Umgang kompliziert ist oder dieser Mensch dir sogar feindlich gesinnt erscheint.

4. Wenn man über andere Leute spricht

Es ist ganz normal, Kommentare über andere fallen zu lassen, und das gilt erst recht, wenn zwei Menschen den gleichen Freundeskreis haben oder im selben Bereich (Arbeit, Sport, Soziales,…) agieren. Über andere zu sprechen bedeutet nicht zwangsweise einen Mangel an Respekt.

Allerdings kannst du dir deine Meinung über einen Menschen bilden, wenn dieser kontinuierlich über andere urteilt, diese analysiert oder Geheimnisse ausplaudert.

„Manche Menschen sind so falsch, dass sie sich nicht länger bewusst sind, dass sie genau das Gegenteil von dem denken, was sie sagen.“

Marcel Aymé

5. Situationen, in denen es um Geld geht

Es ist schwer zu wissen, wann ein Freund wirklich egoistisch ist. Man sollte sich bewusst sein, dass manche uns nur einen Gefallen tun, um selbst wieder einmal einen zu erhalten. Aber diese Großzügigkeit ist falsch und eigennützig.

Wenn jemand finanzielle Probleme hat und das Gegenüber dies nicht berücksichtigt, eine längst erfüllte Forderung erneut stellt oder die Situation des anderen ausnutzt, dann weiß dieser Jemand, woran er bei diesem „Freund“ ist.

Auch wenn dir ein „Freund“ etwas leiht – wenn er es widerwillig tut und dich ständig fragt, wann er es wieder zurückbekommt, wenn er anderen davon erzählt, wie viel er schon für dich getan hat, stellt er dich in ein schlechtes Licht, das auf ihn selbst zurückfällt.

Kurze Schulden machen lange Freunde.

6. Wenn du erfolgreich oder glücklich bist

Ein Freund sollte in guten und schlechten Zeiten für dich da sein. Oft verlassen dich „Freunde“ ausgerechnet dann, wenn du schwere Zeiten durchlebst, und denken nur an dich, wenn ihr gemeinsam Spaß haben könnt.

Schlangen bedrohen einen Menschen

Aber auch das Gegenteil kann passieren: Der Freund, der dir scheinbar immer zuhört und an deiner Seite ist, wenn alles schiefläuft, kann deine gute Laune zerstören und dich emotional boykottieren, wenn dir etwas wirklich Gutes widerfährt. Wenn dein Leben sich bessert und dieser Freund Neid oder falsches Glück verspürt, dann ist er vielleicht doch nicht der, für den du ihn gehalten hast.

7. Komplizierte Situationen, in denen du Hilfe brauchst

Wenn du durch schwierige Zeiten gehst, wirst du erfahren, wer deine wahren Freunde sind.

In unseren Leben gehen wir durch schmerzliche Situationen und es ist lebensnotwendig, dass wir auf soziale Unterstützung zählen können. Überraschenderweise erfahren wir oft Gleichgültigkeit, ja harte Worte oder Zurückweisung in Momenten, in denen wir die Aufmerksamkeit und Zuneigung von jemandem brauchen. Es kann sogar sein, dass wir eine kalte Haltung bemerken, in der die Probleme des anderen wichtiger als unsere erscheinen, wenn wir uns in einer sehr dramatischen Situation befinden.

Deshalb solltest du dich nur mit guten Menschen umgeben und auch selbst gütig handeln. Vergiss niemals, andere so zu behandeln, wie auch du von ihnen behandelt werden willst. Starke Freundschaften sind ein sehr kostbarer Schatz, von dem du wissen musst, wie du ihn anhäufst, nährst und bewahrst.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Nicoletta Ceccoli und Kukula