7 Mythen, die Beziehungen zerstören

· 26. Mai 2018

Menschen haben eine natürliche Tendenz dazu, sich zu binden und Beziehungen aufzubauen. Das fängt mit der Bindung zu und der Abhängigkeit von der Mutter an und bleibt auf die ein oder andere Weise das ganze Leben über bestehen.

Sei bei der Auswahl deines Partners sehr vorsichtig, denn 90 % deiner Zufriedenheit oder deines Unglücks sind von deiner Entscheidung anhängig. Hast du deine Wahl aber sorgfältig getroffen, fängt die Arbeit erst an.

Geht es um romantische Beziehungen, treten früher oder später Probleme auf und können aufgrund verschiedener Umstände fortbestehen. Zu diesen Umständen zählen beispielsweise Vorstellungen, die unserer Gesellschaft und Kultur nach gelten, aber anstatt uns zu helfen, machen sie unsere Beziehungen nur noch komplizierter. In diesem Artikel soll es um solche Mythen, die Beziehungen zerstören, gehen.

Paar küsst sich im Regen

7 Mythen, die unsere Beziehungen negativ beeinflussen

Mythen, die Beziehungen zerstören, sind in unserer Gesellschaft weitverbreitet. Wir nehmen an, dass sie wahr seien und hinterfragen sie nicht. Der zu zahlende Preis könnte jedoch extrem hoch sein, wenn wir sie als absolute Wahrheiten akzeptieren.

Paare sollten alles gemeinsam machen

Da ist der Mythos der perfekten – jedoch imaginären – Beziehung. Wenn Paare alles gemeinsam machen würden, würden sie aufhören, Individuen zu sein und ihre Identität ginge verloren. Es stimmt, dass man sich auf die andere Person verlassen können sollte, jedoch sollte man nicht völlig von dem anderen abhängig sein. Fällt der andere nämlich, fallen wir sonst mit ihm und können ihm nicht wieder aufhelfen.

Es ist wichtig, dass man zusammen Entscheidungen trifft, jedoch sollten nicht alle Entscheidungen geteilt werden. Sonst ist der Punkt erreicht, an dem der Mythos der romantischen Liebe die Führung übernimmt. Wenn wir an Mythen wie diesen glauben, erwarten wir auch, dass unsere Verliebtheit für immer anhalte. Fühlen wir uns jedoch dazu verpflichtet, dem anderen absolut alles zu erzählen, überfordert das.

„Wir beschäftigen uns mehr mit den Freuden der Verliebtheit als mit dem Frieden einer stabilen Partnerschaft. Wichtig ist nicht, wie sehr du geliebt wirst, sondern wie.“

Walter Riso

Ein Kind rettet alles

Hat man ein Kind, macht das Beziehungen stärker – wenn diese gut fundiert und gesund sind. Ein Kind zu haben macht jedoch alles nur noch schlimmer, wenn ein Paar nicht gut zusammen passt. Eltern zu werden ist eine große Umstellung für beide Partner, und dieser Wandel wird hart, wenn nicht schon vorher eine starke, resistente Beziehung aufgebaut wurde.

Bevor man die Verantwortung für ein Kind auf sich nimmt, ist es eine gute Idee, zu reflektieren, ob die Beziehung stabil und flexibel ist. Außerdem ist es ein absolutes Muss, offene Kommunikationskanäle zu haben. Kinder brauchen Eltern, die sich auf Hausregeln einigen und diese durchsetzen können.

Beziehungen sollten fifty-fifty sein

Flexibilität in den Geschlechterrollen ist im Allgemeinen eine positive Sache. Erzwingst du jedoch eine rigide Fifty-fifty-Aufteilung, wird das aufgrund der Rigidität der Regelung zu Problemen in eurem alltäglichen Zusammenleben führen. Da kann es passieren, dass ihr euch darüber streitet, wer wie oft gekocht oder die Wäsche gemacht hat.

Paar streitet sich auf dem Sofa

 

Konventionen, die ungleich erscheinen, können zuweilen auch Balance und Harmonie schaffen. 

Eine Beziehung soll all unsere Träume erfüllen

Mythen, die Beziehungen zerstören, gibt es viele und unter ihnen ist der hier ein echter Dauerbrenner. Denke darüber nach, welch große Zumutung es für einen Menschen ist, all deine Träume und Bedürfnisse erfüllen zu müssen.

Dieser Wunsch ist deshalb ein Zeichen naiver Liebe und emotionaler Unreife. Menschen, die sich aus diesem Wunsch heraus in eine Beziehung stürzen, lieben, weil sie brauchen. Sie haben einen enormen Mangel an Zuneigung, was sich auf ihre Entscheidungen auswirkt.

Emotional reifen Menschen geht es hingegen gut, unabhängig davon, ob sie in einer Beziehung sind oder nicht. Sie sind diejenigen, die entscheiden. Sie entscheiden sich dazu, mit einer anderen Person zusammenzuleben, weil sie diese lieben, und nicht, weil sie diese brauchen.

„Niemals über dir. Niemals unter dir. Immer neben dir.“

Walter Winchell

Wer liebt, kann Gedanken lesen

Das ist einer der verbreitetsten Mythen, die Beziehungen zerstören. Dieser bringt jedoch riesige Kommunikationsprobleme mit sich. Die Wahrheit ist, dass es unmöglich ist, zu wissen, was eine andere Person denkt. Es ist ein schwerwiegender Fehler, zu versuchen, die Gedanken der anderen Person zu lesen, oder von dieser zu erwarten, dass sie unsere lesen könne.

Es gibt Paare, die denken, dass es weniger bedeute, wenn ihre bessere Hälfte ihnen etwas gebe, wonach zuvor gefragt wurde. Dann können sie das, was sie bekommen haben, nicht genießen, was Spannung schafft und möglicherweise gar Geringschätzung. Es kann doch kein aufrichtiger Liebesbeweis sein!

Mann flüstert seiner Partnerin etwas ins Ohr

Dieser Mythos hat auch massive, sehr negative Konsequenzen im sexuellen Bereich. Warum? Weil du erwartest, dass der andere weiß, was du magst. Es ist jedoch eine Tatsache, dass das niemand wissen kann, wenn du ihm es nie erzählst.

„Manchmal verwechseln wir den Wunsch, allein zu sein, mit dem Bedürfnis, mit der richtigen Person zusammen sein zu wollen.“

Francesc Miralles

 

Gegensätze ziehen sich an

Es stimmt, dass einige Unterschiede für eine bereichernde, stimulierende Beziehung gut sein können. Aber glückliche Paare haben wenigstens ein paar fundamentale Gemeinsamkeiten. Es ist leicht zu erkennen, dass eine Beziehung nicht befriedigend sein wird, wenn es zu viele oder zu extreme Unterschiede gibt.

Redet die eine Person gern und mag es, Gefühle miteinander zu teilen, und die andere Person handelt überhaupt nicht danach oder denkt, dass das keine Art sei, Probleme zu lösen, sind Kommunikationsprobleme unausweichlich. Wenn der eine extrovertiert und sozial, der andere aber introvertiert ist, wird es ebenfalls Konflikte geben. Das gilt auch, wenn der eine leidenschaftlich und der andere gefühlskalt ist. Oder wenn es die eine Person mag, Geld auszugeben, und der andere sehr sparsam ist. Gegensätze ziehen sich zwar an, aber es ist nicht einfach, mit ihnen zu leben.

Ein unglückliches Paar ist besser als ein zerstörtes Elternhaus

Es gibt wenig Situationen, die so schmerzvoll und zerstörerisch sind, wie das Verharren in einer lieblosen Beziehung, nur aus Angst, Schuldgefühlen oder Verpflichtung. Bleiben beide Eltern nur „wegen der Kinder“ in einer Beziehung, sind beide für den entstehenden Schaden verantwortlich.

Wenn die Beziehung einfach nicht funktioniert, ist es für das Wohlergehen aller, für das der Kinder und der Eltern, am besten, sich einvernehmlich zu trennen. Die Kinder sollten dabei das Gefühl haben, dass sie die Eltern nicht verlieren. Zwei Menschen können auch dann noch gute Eltern sein, wenn sie getrennt sind.