7 Möglichkeiten, Kindern eine stressfreie Kindheit zu ermöglichen

10. September 2018 en Emotionen 0 Geteilt
Figur einer Mutter mit Kind im Arm

Stress betrifft alle, unabhängig vom Alter. Kinder können sich auch gestresst fühlen, sogar wenn sie sich noch im Mutterleib befinden. Faktoren, die Stress bei Kindern auslösen, sind für Erwachsene oft schwer zu erkennen, aber für Kinder können sie dennoch schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, alles zu tun, um Kindern eine stressfreie Kindheit zu bieten, um ihnen so den Start in das Erwachsenenleben zu erleichtern.

Kinder haben schon in jungen Jahren eine Menge an Stressfaktoren zu bewältigen. Sie müssen sich von ihren Eltern trennen, wenn sie in die Schule gehen, werden vielleicht von einem Lehrer gescholten, kämpfen in der Pause mit Freunden, werden dafür bestraft, dass sie nicht zu Abend essen, müssen lernen, allein zu schlafen … Das sind die alltäglichen Probleme, die Kinder mit ihren begrenzten Werkzeugen und Ressourcen lösen müssen. Kinder haben nicht die Reife, allein mit dieser Art von Stress umzugehen.

Stressfreie Schwangerschaft

Michel Odent, ein bekannter französischer Arzt und Geburtshelfer, hat sein Leben dem Studium gewidmet, um herauszufinden, wie Schwangerschaft und Geburt die emotionale Entwicklung von Kindern beeinflussen. Odent glaubt, dass der emotionale Zustand der schwangeren Mutter eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des ungeborenen Kindes spiele. In der Tat, sagt er, habe der Zustand der werdenden Mutter langfristig einen stärkeren Einfluss als viele äußere Faktoren, die während seines ersten Lebensjahres wirken. Odents Theorie beinhaltet die Annahme, dass jeder Faktor, der die werdende Mutter stresse, auch Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben könne.

„Es ist wichtig, sich um den emotionalen Zustand schwangerer Frauen zu kümmern und diesen zu schützen. Schließlich gebären sie unsere zukünftigen Generationen. Die körperliche und emotionale Gesundheit der Babys, die kurz vor der Geburt stehen, hängt von ihrem Wohlbefinden und ihrem emotionalen Gleichgewicht ab.“

Michel OdentBild einer Schwangeren, die ihren Bauch hält

Während der Schwangerschaft kann sich eine Frau nervös oder besorgt oder unwohl fühlen. Sie muss sich Tests unterziehen. Nichts davon sollte jedoch für ihr Baby schädlich sein, solange der Stress nur gelegentlich auftritt. Wenn dieser Stress jedoch über einen längeren Zeitraum anhält, kann dies körperliche und seelische Schäden der Mutter und des Kindes zur Folge haben. 

Vorsicht mit Teratogenen

Für das Ungeborene ist die Gebärmutter als Lebensraum viel beständiger als die Außenwelt. Es gibt jedoch Umweltfaktoren, die das Kind schon hier beeinflussen und den normalen Ablauf einer Schwangerschaft stören können. Wir nennen diese Teratogene. Kinder, die direkt oder indirekt solchen Wirkstoffen ausgesetzt sind, können Fehlbildungen erleiden.

Die Folgen teratogener Einflüsse können verheerend sein. Teratogene können ein niedriges Geburtsgewicht, Früh- und sogar Todgeburten verursachen. Die werdenden Eltern als auch die Gesellschaft sollten dafür sorgen, dass Schwangere und ihre Ungeborenen in einer für sie sicheren Umgebung leben können.

Einige Teratogene sind psychoaktive Substanzen. Nikotin ist so ein Gift, das während der Schwangerschaft wirksam ein niedriges Geburtsgewicht verursachen kann. Aber auch Fehlgeburten können die Folge dieses Giftes sein. Strahlung, Umweltverschmutzung und bakterielle und parasitäre Krankheiten wie Toxoplasmose, Windpocken, Mumps und Röteln sind ebenfalls gefährlich.

Richtige Ernährung für Mütter

Eine ausgewogene Ernährung für die Mutter vor und während der Schwangerschaft ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Sie unterstützt die gesunde Entwicklung in der Gebärmutter und bereitet das Kind auf die Geburt vor. In der Tat beeinflusst die Komposition der Ernährung der werdenden Mutter das Gewicht des Babys mehr als das, was die Mutter während der Schwangerschaft an Gewicht zunimmt.

Wenn eine Schwangere sich nicht entsprechend ernährt, wird die Schwangerschaft wahrscheinlich auch nicht friedlich und stressfrei ablaufen. Folgeerscheinungen einer Mangelernährung der Mutter können ein geschwächtes Immunsystem und eine unvollständige Entwicklung des Nervensystems des Kindes sein.

Natürliche und stressfreie Geburt

Für ein Baby ist die Geburt ein sehr stressiges und traumatisches Erlebnis. Das Baby muss sich von der Geborgenheit im Mutterleib lösen und in die Außenwelt begeben, wo es auf einmal allein ist. Es muss sich an eine niedrigere Temperatur anpassen und an veränderte Licht- und Tonverhältnisse. Plötzlich muss der Säugling autonom existieren.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die natürliche Geburt für Mutter und Kind gesünder ist. Bei einer natürlichen Geburt ist die Verwendung von Hormonpräparaten nicht erforderlich. Zum Beispiel kann die Verwendung von synthetischem Oxytocin Nebenwirkungen haben. Aber selbst wenn keine Eingriffe erfolgen, ist das Baby von seiner neuen Umgebung zunächst einmal überwältigt.

Ein Neugeborenes liegt auf einer blauen Decke.

Dem Kind eine stressfreie Kindheit zu bieten, bedeutet günstige Bedingungen für seine Entwicklung zu schaffen. Nach der Geburt ist es wichtig, dass sich der Körper des Neugeborenen langsam an die neue Umgebung anpassen kann.

Haut-an-Haut in der ersten Stunde

Was für ein schöner Moment! Dieser magische Moment, wenn das Neugeborene zum ersten Mal mit der Brust seiner Mutter in Kontakt kommt. Die Forschung zeigt, dass früher Körperkontakt die Laktation verbessert und Babys beruhigt. Haut-zu-Haut-Kontakt macht die ersten Stunden nach der Geburt für das Baby weniger stressig.

Dies ist auch ein Moment des ökologischen Übergangs, denn nach der Geburt wird die physische Verbindung, die während der Schwangerschaft zwischen der Mutter und dem Baby bestand, durch eine psychologische Verbindung ersetzt.

Die zweiten neun Monate

Nach der Geburt kommen Mutter und Kind in die Phase der „zweiten neun Monate“. Während dieser Phase „trainiert“ das Baby außerhalb der Gebärmutter. Die Mutter wird zum physiologischen und emotionalen Regulator des Babys. Deshalb ist es wichtig, dass sie auf die Gefühle achtet, die sie an das Baby weitergibt. Wenn die Mutter gestresst ist, kann das Baby das fühlen.

Eine Frau lächelt ihr Baby an.

Unterstützendes Netzwerk von Erwachsenen

Wenn das Kind wächst, wächst auch die Anzahl und Individualität seiner Beziehungen und sein Freundeskreis. Das Kind sollte dabei auf eine Gruppe von Erwachsenen zählen können, die ein Netzwerk des Schutzes und der Unterstützung bieten.

Das bedeutet nicht, dass die Erwachsenen das Kind zu sehr behüten müssten. Es bedeutet nur, dass das Kind eine Quelle der Unterstützung hat, an die es sich in schwierigen Situationen wenden kann. Anstatt überempfindlich auf Stress zu reagieren, wird das Kind so widerstandsfähiger werden. Es wird auch mehr Fähigkeiten entwickeln, um Widrigkeiten zu überwinden.

Wenn das Kind aus irgendeinem Grund einer stressvollen Situation ausgesetzt ist, wirkt seine primäre Beziehungsperson als Stoßdämpfer. Dies bedeutet, dass ein Kind, das nicht über ein solches Unterstützungsnetzwerk verfügt, stärker unter Stresssituationen leidet. Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen Liebe, Fürsorge und Schutz bieten. Nur diese Art der Barriere gegen Stress sorgt für eine glückliche und stressfreie Säuglingsphase und Kindheit.

https://gedankenwelt.de/7-schluessel-zur-erziehung-selbstbewusster-und-unabhaengiger-kinder/

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