7 Haltungen, die keine Angst zu repräsentieren scheinen, es aber dennoch tun

· 31. Dezember 2018

Angst ist eine der am meisten verborgenen Emotionen, die wir verspüren können. Sie zeigt sich nicht immer so, wie sie tatsächlich ist, gerade wegen einer Art „Angst vor der Angst“. Wir wehren uns dagegen, zuzugeben, dass wir Angst haben, weil wir denken, dass wir sie so verstärken würden. Deshalb nehmen wir Haltungen an, die keine Angst zu repräsentieren scheinen, es aber dennoch tun.

Angst, wie andere Emotionen, kann erst überwunden werden, wenn ihre Existenz angenommen wird. Leider sind viele Menschen nicht bereit, dies zu tun, weil sie die Akzeptanz ihrer Angst mit Schwäche verbinden. Sie wollen sich selbst nicht als ängstlich sehen und sich anderen gegenüber auch nicht als verletzlich darstellen.

Vorzugeben, wir seien hart und unverwundbar, hilft aber nicht. Im Gegenteil, es führt dazu, dass unsere Ängste verfeinerte und verdeckte Formen annehmen. Dies verhindert, dass wir sie erkennen und mit ihnen arbeiten. Deshalb lohnt es sich, auf jene Haltungen zu achten, die keine Angst zu repräsentieren scheinen, die aber unsere innersten Ängste widerspiegeln. Im Folgenden gehen wir auf sieben von ihnen ein.

„Die schlimmsten Lügner sind unsere eigenen Ängste.“

Rudyard Kipling

1. Zu viel Planung

Natürlich ist Planung generell eine gesunde Maßnahme, die uns hilft, unsere Ideen zu organisieren, Energie zu sparen und Probleme zu vermeiden. Im Prinzip ist dies eine gesunde Methode, um unsere Unsicherheit zu begrenzen und zielgerichtet zu handeln.

Wenn die Planung jedoch auf die Spitze getrieben wird, wird sie zu einer jener Haltungen, die Selbstsicherheit zu repräsentieren scheinen, aber aus Angst entstehen. Was in diesen Fällen dominiert, ist nicht der Wunsch, unsere Verpflichtungen besser zu organisieren, sondern ein übermäßiges Bedürfnis nach Kontrolle. Dies ist eine der Masken der Angst.

2. Makellose Umgangsformen

Gute Manieren sind ein Zeichen von Bildung und erleichtern die Pflege sozialer Beziehungen erheblich. Höflichkeit ist nie zu viel und viele Protokolle sind ein guter Weg, um „das Eis zu brechen“. Es hilft der Kommunikation, ehrlich zu sein, und menschlichen Beziehungen, freundlich zu sein.

Aber wenn gute Manieren so übertrieben an den Tag gelegt werden, dass sie zu Hochstapler- oder Roboterverhalten führen, geht ein Großteil dieses Effekts verloren. Es ist möglich, dass wir so viel Angst vor anderen haben, dass wir uns vor ihnen schützen, indem wir betonen, wie ungefährlich wir sind.

3. Extreme Vorsicht

Sie ähnelt der übermäßigen Planung, bezieht sich aber nicht nur auf Maßnahmen, die wir in der Zukunft durchführen wollen, sondern auch auf unser gegenwärtigen Handeln. Extreme Vorsicht bedeutet, dass wir stets zweifeln, bevor wir handeln.

Zweifel wiederum führen zur Antizipation möglicher negativer Folgen. Das Ergebnis ist, dass ein Mensch so übervorsichtig wird, dass er kaum mehr etwas tut. Das ist eine Form der Angst, die zu extremer Passivität und Untätigkeit führt.

Mann balanciert zuversichtlich auf einem Drahtseil

4. Vermeidung des Neuen

Wir haben alle ein wenig Angst vor dem, was wir nicht kennen. Angesichts des Unbekannten wissen wir nicht, ob ein Risiko besteht, und wir sind uns nicht sicher, ob die persönlichen Ressourcen, über die wir verfügen, ausreichen werden, um mögliche Bedrohungen zu verhindern oder zu kontrollieren.

Es braucht etwas oder viel Mut, um auf Neues zuzugehen. Wenn wir also zulassen, dass wir von unserer Angst heimgesucht werden, richten wir uns ein und passen uns dem Bekannten an. Das führt unter anderem dazu, dass wir viele Chancen verpassen.

5. Ritualisierung des Lebens

Hier geht es um eine ähnliche Gewohnheit wie die, die in den Punkten 1 und 4 besprochen wurden. Wir schaffen starre Routinen, nicht um organisierter zu leben, sondern um alles, was uns passiert, unter absoluter Kontrolle zu halten. Wenn uns jemand fragt, werden wir sagen, dass wir sehr disziplinierte Menschen seien und nicht gern herumlaufen und herumhüpfen.

Die Wahrheit ist, dass dies eine weitere dieser Haltungen ist, die keine Angst zu repräsentieren scheinen, es aber dennoch tun. Strenge Routinen begrenzen bis zu einem gewissen Grad das Unvorhersehbare. Aber das bedeutet nicht, dass sie es ausschalten könnten. Was sie erreichen, ist, unser Leben zu schematisieren und zu verhindern, dass wir uns den steten Veränderungen anpassen, die sich zwangsläufig ergeben.

Mann geht eine Treppe hinauf

6. Ablehnung des Andersartigen

Wenn wir zu strenge Gewohnheiten pflegen, folgen wir normalerweise auch starren Denkmustern. Das macht uns intolerant gegenüber anderen Lebensstilen oder Werten, die uns fremd sind.

Unter diesen Bedingungen ist es üblich, dass wir Vorurteile als Leitfaden verwenden. Wir haben Angst vor unbekannten Situationen und Menschen. Wir sehen sie als Bedrohung für unsere scheinbare Stabilität. Tief im Inneren ist es aber nur unsere Angst, einen Großteil unserer Pläne neu schmieden zu müssen, die uns in diese Intoleranz lenkt.

7. Aberkennung des Fremden

Angst steht auch hinter Haltungen wie Neid oder übertriebener Kritik an anderen. Wir können ohne ersichtlichen Grund das Gefühl haben, dass andere Menschen infrage stellen, wer wir sind. Ihre Art zu sein mag für uns zu einem Fragezeichen werden.

Andererseits ist es nicht ungewöhnlich, dass das, was wir an anderen kritisieren, eine Projektion unserer eigenen Grenzen und Ängste ist. Wir vergleichen uns unbewusst mit anderen und verteidigen uns vor diesen. Am Ende betrachten wir nur ihre Makel und nutzen diese Perspektive als eine Form der Rechtfertigung.

Haltungen, die keine Angst zu repräsentieren scheinen, es aber dennoch tun, werden am Ende zu einer Möglichkeit, unsere Ängste zu verbergen. Wenn wir nur ein wenig ehrlicher zu uns selbst wären, könnten wir Wege finden oder gestalten, die uns helfen würden, diese Ängste zu konfrontieren und, warum nicht, sie zu überwinden.

Cardona, J. M., & Labarga, J. M. C. (2006). Liderazgo y gestión por 8 hábitos. Del miedo a la confianza. Ediciones Díaz de Santos.