7 Anzeichen dafür, dass jemand eine selbstzerstörerische Person ist

· 1. November 2018

In der Theorie suchen wir alle das Glück und passen unser Handeln unserem Ziel an. In der Praxis handeln aber viele nicht danach. Ganz im Gegenteil. Ohne zu wissen, warum, schaden sie sich mit ihren Handlungsweisen. In diesem Fall sprechen wir davon, dass jemand eine selbstzerstörerische Person sei.

Hierbei sollten wir beachten, dass eine selbstzerstörerische Person nicht handelt, wie sie handelt, weil sie das so will. In Wahrheit fühlt sie sich schlecht, aber ihr gelingt es nicht, herauszufinden, wieso. Daraufhin entwickelt sie Verhaltensweisen, die ihr selbst schaden.

Wir alle tragen solche Wesenszüge in uns. Doch manche Menschen lassen daraus ein Persönlichkeitsmerkmal werden. Eine selbstzerstörerische Person bestraft sich häufig selbst, durch Schuldgefühle, die aufgrund von eingebildeten Ereignissen aufkommen.

In diesem Artikel möchten wir die sieben Charakterzüge einer selbstzerstörerischen Person aufzeigen.

„In der Geschichte der Menschheit findet jeder Akt der Zerstörung früher oder später seine Antwort in einem Akt der Schöpfung.“

Eduardo Galeano

Was sind die Anzeichen dafür, dass jemand eine selbstzerstörerische Person ist?

1. Sie reagiert traurig oder gereizt, wenn sie ein wichtiges Ziel erreicht hat

Auch wenn es eigenartig erscheint, fühlt eine selbstzerstörerische Person ein unergründliche Leere, sobald sie ein wichtiges Ziel erreicht hat. Sie hat hart gearbeitet, um bis an ihr Ziel zu kommen, aber am Ende des Tages stellt sie das nicht zufrieden.

Angesichts ihrer Erfolge ist sie in gewisser Weise traurig und manchmal auch wütend. Fast immer versucht sie, ihre Erfolge herunterzuspielen. Sie sagt dann, dass es absurd sei, wegen solch nichtiger Dinge glücklich zu sein. Das ist ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass dieser Mensch eine selbstzerstörerische Person ist.

Mann schlägt gegen eine Wand

2. Sie provoziert andere und hat im Nachhinein Schuldgefühle

Eine selbstzerstörerische Person ist normalerweise sehr auf Konflikte aus, ohne zu wissen, warum. Auch von der Neigung, an allem einen Streit zu entfachen, kann sie einfach nicht ablassen. In extremen Fällen verneint sie stets, was andere bejahen. Wenn ihre Mitmenschen „weiß“  sagen, sagt sie natürlich „schwarz“.

Bei Diskussionen mit anderen kommt es nicht selten vor, dass sie verbal aggressiv wird oder unangemessene Ausdrücke benutzt. Sobald ein Streit ein Ende gefunden hat, fühlt sie sich extrem schuldig, weil sie ihn angezettelt hat. Auch bereut sie, was sie gesagt hat und die Art und Weise, wie sie etwas formuliert hat.

3. Sie erkennt nicht an, dass sie sich in der Tat gut fühlt

Eine selbstzerstörerische Person ist nie zufrieden. Ihr größtes Problem ist es, ständig Unzufriedenheit zu empfinden, besonders wenn sie selbst etwas getan hat, dass sie eigentlich zufrieden stellen sollte. Sie konzentriert sich mehr auf das Negative als auf das Positive.

Falls sie sich dann doch einmal gut fühlt und man ihr das ansieht, stört sie das noch mehr. Sie entgegnet einem dann, dass man falsch liege. Sie ist dann sogar in Alarmbereitschaft. Sie sucht tief in ihrem Inneren nach Gründen dafür, um sich nicht länger gut zu fühlen und ihre subjektive Haltung, dass es ihr schlecht gehe, zu bestätigen.

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4. Sie hält Verpflichtungen nicht ein, die entscheidend für ihre Ziele sind

Eine selbstzerstörerische Person boykottiert sich selbst. Das macht sie definitiv unbewusst. Deshalb vergisst sie wichtige Termine, verschläft wichtige Veranstaltungen oder irrt sich bei ihnen in der Urzeit.

Es ist gerade so, als müsste sie sich ihr erlangtes Wohlbefinden immer wieder selbst zunichte machen. Wenn sie große Chancen verpasst, weil sie sie vergessen hat oder anders in Erinnerung hatte, findet sie darin einen neuen Grund, um sich wieder einmal selbst zu bestrafen.

5. Sie opfert sich schnell für andere auf

Es ist nicht nur gut sondern auch sehr konstruktiv, etwas für andere zu tun. Im Falle einer selbstzerstörerischen Person haben diese selbstlosen Taten jedoch eine andere Bedeutung. Sie glaubt, immerzu andere über sich selbst stellen zu müssen, um das Leben ihrer Mitmenschen angenehmer zu machen.

Sie tauscht ihr eigenes Wohlergehen schnell gegen das anderer ein. Sie ist dazu in der Lage, ihr letztes Hemd für jemanden zu geben oder einen für sie sehr wertvollen Gegenstand einfach so herzugeben. Im Grunde genommen hat sie wegen etwas Schuldgefühle – für gewöhnlich sind das eingebildete Schuldgefühle – und diese übermäßige Großzügigkeit ist eine Form, sich selbst zu bestrafen und sich dadurch von ihrer Schuld zu befreien.

6. Sie verteidigt sich nicht

Eine selbstzerstörerische Person kann sich nicht selbst verteidigen. Sie hat sogar das Gefühl, dass sie nicht das recht dazu hätte, ihre eigenen Interessen zu beschützen. Sie hat keine gute Meinung von sich selbst und deshalb hat sie das Gefühl, dass sie es nicht wert wäre, Energien darauf zu verschwenden, nicht verletzt zu werden.

In gewisser Weise sind diese Menschen davon überzeugt, dass andere das Recht hätten, sie schlecht zu behandeln. Viele dieser selbstzerstörerischen Verhaltensweisen finden ihren Anfang in Missbrauch in der Kindheit. Deswegen ist das für sie etwas „Normales“.

7. Sie boykottiert Beziehungen, die gut laufen

Für eine selbstzerstörerische Person ist es sehr schwierig, affektive Bindungen zu anderen aufzubauen. Im Grunde genommen glaubt sie felsenfest, dass sie weder Liebe noch Aufmerksamkeit verdienen würde. Manchmal denkt sie sogar, dass sie nicht einmal Freundschaften verdienen würdet. Sie hat dieses Gefühl, weil sie sich selbst nicht wertschätzt.

Paar sitzt zerstritten an einem Tisch

Wenn sie doch ausnahmsweise einmal eine gut funktionierende Beziehung zu jemandem hat, fühlt sich das für sie sehr eigenartig an. In ihrem Inneren sagt ihr eine leise Stimme immer wieder, dass etwas schlecht laufen würde. Aus diesem Grund wird sie launisch, besitzergreifend und sogar verletzend. Auf diese Weise zerstört sie diese gut funktionierende Beziehung.

Eine selbstzerstörerische Person leidet sehr und fügt auch anderen Leid zu. Manchmal ist es so schwierig, mit solch einem Menschen umzugehen, dass er ein sehr einsames Leben führt. Seine Chancen, zu wachsen, stehen leider eher schlecht. Deshalb handelt es sich hierbei um einen dieser Fälle, der psychotherapeutischer Hilfe bedarf.