6 Arten von psychologischen Tests

Psychologische Tests sind hilfreiche Instrumente in der psychologischen Diagnose.
6 Arten von psychologischen Tests

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 25. Februar 2022

Seit vielen Jahrzehnten beurteilen Psychologen Verhalten, Gedanken und Gefühle mithilfe von psychologischen Tests oder standardisierten Prüfungen. Es handelt sich um experimentelle Instrumente, die darauf abzielen, ein bestimmtes psychologisches Merkmal zu bewerten, z. B. die Persönlichkeit, die Intelligenz…

Wir können über verschiedene Arten von psychologischen Tests sprechen, je nach ihren Merkmalen und den Kriterien, die für eine bestimmte Klassifizierung verwendet werden. In diesem Artikel sprechen wir über die Klassifizierung von Pervin, die breite Anerkennung erzielt hat, sowie die inhaltliche Klassifizierung von Tests. Lies weiter!

Das Ziel der psychologischen Tests

Ein psychologischer Test kann als ein zuverlässige und gültige Bewertung definiert werden , die mit dem Ziel eingesetzt wird, eine oder mehrere Dimensionen der menschlichen Psyche zu beurteilen. Die Tests basieren auf beobachtbarem und nicht beobachtbarem Verhalten und zielen darauf ab, Rückschlüsse auf den mentalen Zustand der Person, ihre Gedanken, Emotionen usw. zu ziehen. Für diese Zwecke ist eine anschließende Analyse der durch den Test gewonnenen Informationen unerlässlich.

Die psychologischen Tests sollen also messen, was sie zu messen “behaupten” – das ist an sich ein Paradoxon. Die meisten wurden mit dem Ziel entwickelt, die Bewertungsprozesse flexibler zu gestalten. Daher zielen sie darauf ab, die Durchführung kurz und einfach zu gestalten und gleichzeitig der Fachkraft eine gute Menge an genauen und zeitnahen Informationen für den Kontext, in dem der Test durchgeführt wird, zu liefern.

Arten von psychologischen Tests: Pervins Klassifizierung

Wir finden verschiedene Klassifizierungen der psychologischen Tests, je nach den verwendeten Kriterien. Eine der wichtigsten ist die von Pervin, da sie vielfach akzeptiert wird und sehr verbreitet ist.

Psychometrische Tests

Die erste von Pervin vorgeschlagene Art von psychologischen Tests ist der psychometrische Test. Er kommt zum Einsatz, um die Eigenschaften der Psyche einer Person zu messen. Wir sprechen zum Beispiel von Intelligenztests und Eignungstests.

Objektive Tests

Objektive Tests basieren laut Pervin auf physiologischen Korrelaten, um ein bestimmtes Element zu messen. Dazu gehören:

  • Kognitive Tests: Sie bewerten kognitive Aspekte der Person, wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Wahrnehmung…
  • Motorische Tests: Sie messen die Ausführung von muskulären/motorischen Reaktionen auf verschiedene Reize.
  • Psychophysiologische Tests: Sie bewerten die Beziehung zwischen Verhalten und Physiologie, z. B. durch Herzfrequenz, Temperatur, sexuelle Reaktionen…

Subjektive Tests

Subjektive Tests sind in der Psychologie am weitesten verbreitet. Warum? Weil sie Aspekte der inneren Welt einer Person, ihre Erfahrungen, Gedanken, Gefühle und ihre Persönlichkeit bewerten. Dies geschieht durch Beschreibungen, die die Person zu einer Reihe von Items abgibt.

Projektive Tests

Eine weitere von Pervin vorgeschlagene Art von psychologischen Tests sind schließlich projektive Tests, die auf der Psychoanalyse basieren (psychodynamische Tests). Sie dienen der Analyse und Bewertung von Persönlichkeitsmerkmalen sowie von inneren und operativen Aspekten der Psyche. Sie werden wie folgt unterteilt:

  • Strukturelle Tests: Die Person muss visuelles Material erkennen und ordnen (z. B. der Rorschach-Test).
  • Thematische Tests: Die erzählt eine Geschichte zu ausgewähltem Material (z. B. der thematische Auffassungstest, kurz TAT).
  • Konstruktive Tests: Die Person konstruiert ein Element aus verschiedenen teilen.
  • Ausdruckstests: Es geht darum, ein bestimmtes Element zu zeichnen.
  • Assoziationstests: Die Person muss ein Wort oder einen Satz mit einem anderen Wort oder Satz oder mit einem vorgegebenen Stimulus in Verbindung bringen.
  • Refraktärtests: Diese basieren zum Beispiel auf dem Schreiben, also auf den Produkten der Tätigkeit der Person.

Diese Tests haben weniger strukturierte Reize. Dadurch können sie offenere Antworten einholen und eignen sich ausgezeichnet in Kontexten, in denen die Fachkraft viel Erfahrung in der Durchführung hat, oder in den ersten Phasen der Bewertung, die eher explorativ sind.

Arten von psychologischen Tests nach ihrem Inhalt

Abhängig von ihrem Inhalt, d. h. von den Merkmalen der Psyche, die sie bewerten sollen, finden wir eine weitere Klassifizierung der Tests. Dazu gehören Intelligenztests, Persönlichkeitstests, Eignungstests, psychopathologische Tests, neuropsychologische Tests, Tests zur beruflichen Orientierung…

Wir werden uns jedoch auf zwei der bekanntesten Arten von psychologischen Tests konzentrieren: Intelligenztests und Persönlichkeitstests.

Intelligenztests

Intelligenztests zielen darauf ab, das kognitive Potenzial einer Person zu ermitteln, d.h. ihre intellektuelle Fähigkeit, sich an ihre Umwelt anzupassen und sie zu verstehen.

Ein Beispiel sind Ravens Progressive Matrizen zur Messung der Intelligenz. Dies ist ein nonverbaler Test, der sich auf die Fähigkeit der Person konzentriert, zu vergleichen und durch Analogien zu denken.

Persönlichkeitstest

Persönlichkeitstests versuchen, die Persönlichkeitsmerkmale der Person und ihren Stil herauszufinden, wenn es darum geht, sich zu verhalten, Beziehungen einzugehen und auf Umweltreize zu reagieren. Es handelt sich also um Tests, die uns zeigen, wie die Person die Welt sieht und wie sie sich verhält.

Ein Beispiel für einen Persönlichkeitstest ist der 16PF (16 Persönlichkeitsfaktoren Test), ein Fragebogen, der 1993 von dem Psychologen Raymond Cattell mit dem Ziel entwickelt wurde, die typische Persönlichkeit zu beurteilen. Das heißt, er ist nicht dazu gedacht, Persönlichkeitsstörungen zu diagnostizieren.

Kanntest du diese bewertenden Instrumente bereits? Was hältst du davon, die menschliche Psyche damit zu bewerten?

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  • Buela-Casal, G. y Sierra, J.C. (1997). Manual de evaluación psicológica. Ed. Siglo XXI: Madrid.
  • Cid, J.M. y Castellano, M. (2002). El test del Árbol, su aplicación en la exploración de la personalidad en la clínica médico-forense. Cuadernos de Medicina Forense, 30.
  • Cohen, R.J. & Swerdlik, M.E. (2002). Pruebas y evaluación psicológicas. McGraw-Hill: Madrid.

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