5 wunderbare Zitate von Kenzaburō Ōe

8. Mai 2019

Viele der Zitate von Kenzaburō Ōen spiegeln seine persönlichen Tragödien und die schrecklichen Dinge wider, die er in seinem Leben gesehen hat. Kenzaburō Ōe ist wohl einer der bedeutendsten und tiefgründigsten japanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Kenzaburō Ōe wurde in einem kleinen Dorf in Japan geboren. Er kam aus einer sehr bescheidenen Familie. Sein Wunsch, etwas aus sich selbst zu machen, führte ihn nach Tokio, wo er in Philosophie und Literatur promovierte. In Tokio erlitt er einen gewissen Kulturschock, weil sein Geburtsdorf sich sehr von dieser riesigen Stadt unterschied, die er mit Millionen Menschen teilte. Dieser Kulturschock inspirierte ihn, mit dem Schreiben zu beginnen.

Kenzaburō hat eine humanistische Seele und ist witzig und überzeugend. Seine Zitate sind kurz und auf den Punkt. Hier einige der bekanntesten!

1. Kenzaburō Ōe über die Angst

Kenzaburō Ōe schreibt oft über die Angst. Er ist der Meinung, dass wir keine Angst haben sollten, sondern eine ausgeprägte Vernunft. Dieser wundervolle Schriftsteller, dem 1994 den Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, glaubt auch an unsere Fähigkeit als Menschen, uns von der Angst zu befreien.

Ein Vogelschwarm, der einen Mann verfolgt.

Eines von Kenzaburōs Zitaten spiegelt diese Idee wider. Darin heißt es: „Um die Angst zu beherrschen, musst du sie isolieren. Dazu musst du genau definieren, worum es bei deiner Angst geht.“  Das ist ein ausgezeichneter Rat. Zu erkennen, was du befürchtest, ist der erste Schritt zur Überwindung deiner Angst.

2. Die zwei Gesichter der Welt

Ein anderes Zitat von Kenzaburō Ōe besagt: „Wenn ich die Welt mit beiden Augen betrachten möchte, sehe ich zwei Welten; eine überlagert die andere. Die erste ist leicht und klar, überraschend gut definiert. Der andere ist ungenau und subtil, beschattet.“

Dieses Zitat spricht von der Mehrdeutigkeit der Existenz, einschließlich der menschlichen Existenz. Es reflektiert die Dualität, die in uns existiert: das Gute und das Böse, das Licht und das Dunkle, das Große und das nicht so Große. Diesem Paradoxon begegnen wir im Laufe unseres Lebens ständig.

3. Der gute Schriftsteller

Kenzaburō Ōe schreibt auch viel über das Schreiben selbst. Für ihn ist es mehr als eine Berufung, nämlich eine Position im Angesicht der Existenz. Ein Zeugnis, eine Art Therapie und gleichzeitig eine kulturelle Übung. Er sagt dazu: „Ein guter Schriftsteller sollte niemals sesshaft werden.“ 

Kenzaburō ist überzeugt, dass eines der Dinge, die eine Person zum Schreiben antreibt, die Instabilität sei. Ansonsten gäbe es ihm zufolge keinen Grund, sich mittels der Literatur in andere Welten zu versetzen.

Person, die an einem Laptop arbeitet

4. Der Geist der Atombombe

Die Atombombenanschläge von Hiroshima und Nagasaki hatten einen starken und andauernden Einfluss auf Kenzaburō Ōe. Viele von Kenzaburōs Werken handeln von diesem Thema. Hier ist ein Zitat, welches aus einem dieser Texte stammt: „Die wichtige Lektion aus dem Drama von Hiroshima ist die Würde.“

Hier spricht er über den eisernen Willen seines Volkes, die Nation nach diesem schrecklichen Ereignis wieder aufzubauen.

5. Der Akt des Lügens

Kenzaburō Ōe versucht nicht, durch seine Literatur moralische Lektionen zu erteilen. Er bietet keinerlei Ratschläge oder Verhaltensregeln an. Dennoch basieren alle seine Romane und Essays auf moralischen und ethischen Fragen. Hier ist eines seiner Zitate, das genau dafür steht: „Wenn du lügst, um Ärger zu vermeiden, solltest du dies so tun, dass du nicht wieder lügen musst, wenn sie die Wahrheit erfahren.“

Wie du siehst, verurteilt er nicht das Lügen selbst, sondern weist nur darauf hin, dass es nicht die beste Option ist. Er geht davon aus, dass irgendwann die Wahrheit herauskommt, was du berücksichtigen solltest, wenn du in Versuchung gerätst, zu lügen.

Maske eines Lügners

Kenzaburō hat einen geistig behindertes Kind. Nach der Geburt seines Sohnes veränderte sich sein Leben völlig und der Wandel erstreckte sich auch auf seine Schriften. Vielleicht fühlst du dich beim Lesen seiner Arbeit deshalb wie auf den Spuren eines Autors, der die Bedeutung des Unmöglichen zu entschlüsseln versuchte.