5 Unterschiede zwischen Narzissmus und Selbstwertgefühl

· 17. Mai 2018

David Levithan sagte einmal: „Narzissmus. Du konntest nicht glauben, dass ich keinen Ganzkörperspiegel besitze.“  In Wirklichkeit ist Narzissmus die Suche nach der Rechtmäßigkeit des Seins, genauso wie Selbstwertgefühl. Es ist deshalb einfach Narzissmus und Selbstwertgefühl zu verwechseln. Aber während der Narzissmus die Legitimation durch ein gutes Image erstrebt, tut Selbstwertgefühl dies allein durch seine simple, bedingungslose Existenz. Es gibt weitere, unvereinbare Unterschiede zwischen den beiden und wir werden uns ihnen in diesem Artikel widmen.

Optimistische oder verzerrte Wahrnehmung der Welt

Der obigen Argumentation folgend, ist klar, dass Narzissmus und Selbstwertgefühl gegensätzlich in ihrer Motivation und der Gestalt, die sie annehmen, sind. Zuerst betrachten wir zwei Psychologen, die sich in ihrer Arbeit mit dieser Unklarheit beschäftigt haben – Pilar Mallor und Manuel Villegas. In ihren Publikationen finden wir klare Unterschiede zwischen Narzissmus und Selbstwertgefühl, trotz der Existenz von Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen mögen.

Der Hauptunterschied zwischen einer narzisstischen Person und einer, die ein gut entwickeltes Selbstwertgefühl hat, liegt in ihrem Selbstverständnis. Narzissten haben eine übertriebene Vorstellung von der Bedeutung ihrer Person und nehmen ihre Umwelt verzerrt war. Diejenigen mit einem guten Selbstwertgefühl hingegen erleben eine innere Zufriedenheit, die nicht aufgebläht sondern gerechtfertigt ist.

Frau schaut in einen Spiegel und ihr Spiegelbild greift nach ihr

Der Narzisst sucht Wohlbefinden und Sicherheit durch ein übertriebenes Selbstverständnis, welches in tatsächlich auf einer verzerrten Eigenwahrnehmung beruht. Dies offenbart eine innere Leere, in der sich eine unsichere Person versteckt. Eine Person mit einem hohem Selbstwertgefühl basiert ihr Wohlergehen dagegen auf befriedigenden Beziehungen. Sie misst ihrem Selbstverständnis keine übermäßige Bedeutung bei. Selbstbewusst zu sein bedeutet für sie nicht, ihre Erfolge vor anderen übertreiben oder betonen zu müssen, sondern diese einfach zu genießen.

„Findest du es nicht komisch, dass er überall Bilder von sich aufgehängt hat? Es scheint so, als versuche er, seine Existenz zu beweisen.“

Candace Bushnell

Durchsetzungsvermögen oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit

Eine Person mit hohem Selbstwertgefühl ist durchsetzungsfähig. Sie kann zuhören und entscheidet, wann sie spricht. Sie tut dies bewusst und trägt immer etwas zur Konversation bei. Sie hat hohe emotionale und soziale Intelligenz. Darüber hinaus ist sie geduldig und weiß, dass sie, wenn sie an der Reihe ist, eine wohl begründete Meinung äußern wird.

Der Narzisst jedoch, angesichts der exorbitanten Position seines Selbstbilds, braucht Aufmerksamkeit. Er wird immer versuchen, im Rampenlicht zu stehen. Der Mittelpunkt der Party zu. Alle wissen zu lassen, dass er da ist. Er braucht die konstante Verehrung anderer.

Empathie und Mitgefühl oder Arroganz

Zusätzlich zum vorherigen Punkt, unterscheiden sich Narzissten und selbstbewusste Personen in ihrer Fähigkeit, Empathie zu zeigen. Eine Person mit einem gesunden Selbstwertgefühl kann durch soziale Interaktion die Geduld und Empathie entwickeln, die für aktives Zuhören essenziell ist. Hingegen denkt ein Narzisst nur an sich selbst und an sein Image. Deshalb ist eine Person mit einem gesunden Selbstwertgefühl in einer besseren Position, um mit anderen in Verbindung zu treten: Wenn du nicht das beherrschende Bedürfnis hast anderen zu gefallen, kannst du dich darauf konzentrieren, dich in die Lage anderer zu versetzen. Das wird es dir erleichtern, verschiedene Standpunkte, Ideologien und Gefühle zu verstehen.Zwei Figuren umarmen sich, versetzen sich in die Lage des anderen und zeigen Empathie

Aus der Präsenz bzw. dem Fehlen von Empathie lässt sich ein weiterer Aspekt ableiten. Während erstere kein Mitgefühl für irgendjemanden zeigen, außer vielleicht für sich selbst, lieben Menschen mit Selbstwertgefühl andere wirklich und haben ein Gespür für Werte. Sie schätzen die schöne Herausforderung, anderen zu helfen. Dagegen ist der Narzisst in seiner Arroganz normalerweise aggressiv, neidisch und muss andere dominieren, um sich selbst gut zu fühlen. Er kann keine Kritik annehmen und tendiert dazu, diese persönlich zu nehmen, egal wie neutral sie formuliert ist. Narzissten lernen nicht aus ihren Fehlern, weil sie große Schwierigkeiten haben, diese zu erkennen und vor allem zu akzeptieren.

Kooperation oder Egoismus

Eine andere Eigenschaft, an der wir einen Narzissten von einer Person mit einem gesunden Selbstwertgefühl unterscheiden können, ist der Egoismus ersteren. Es fällt leicht, anzunehmen, dass jemand, der nur an sich selbst denkt, voller Selbstliebe sei. In Wahrheit ist diese Person aber so voller Selbstzweifel, dass sie sich selbst zu ihrem schlimmsten Feind macht. Während eine Person mit hohem Selbstwertgefühl weiß, wann und wie sie Großzügigkeit zeigen und kooperativ sein soll, ist der Narzisst nicht dazu fähig. Wenn sie nicht davon profitieren, fällt es ihnen schwer, sich zu bemühen.

„Was den Schmerz der Eifersucht so akut macht, ist, dass die Eitelkeit nicht widerstehen kann, sie zu unterstützen.“

Stendhal

Eine narzisstische Person und eine Person mit einem gesunden Selbstwertgefühl können sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen. Im Laufe der Zeit allerdings können wir die Unterschiede zwischen den beiden Persönlichkeiten klar und deutlich erkennen.