Mitgefühl entwickeln – Es öffnet unsere Herzen und macht uns glücklicher

23. April 2018

Mitgefühl ist unsere Fähigkeit, das Leiden eines anderen zu verstehen und es zu lindern oder zu reduzieren. Das Konzept des Mitgefühls ist sowohl einfacher als auch intensiver als das der Empathie, da es uns einlädt, das Leiden eines anderen beenden zu wollen. Mitgefühl können wir auch uns selbst gegenüber entwickeln, besonders wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es geplant haben. Zu lernen, wie man Selbstmitgefühl empfindet, kann uns helfen, glücklicher und zufriedener mit unserem täglichen Leben zu sein, solange wir es nicht missbrauchen oder uns darin suhlen.

Der Psychologe und Forscher Paul Gilbert hat eine Therapie formuliert, die sich um Mitgefühl dreht. Er weist darauf hin, dass es nicht gleichbedeutend sei mit Mitleid. Vielmehr sei es eine Motivation, die uns Energie gäbe, anderen zu helfen, sodass sie ihr eigenes Leiden mit unserer Hilfe lindern können.

Die Komponenten von Mitgefühl

Das Wort Mitgefühl bedeutet wörtlich „zusammen leiden“ oder „mit Gefühlen der Sympathie umgehen“. Es ist das Gefühl, das wir verspüren, wenn wir das Leiden anderer wahrnehmen, und es löst das impulsive Verlangen aus, dieses zu verringern. Die Emotion umfasst verschiedene Komponenten:

  • Eine kognitive Komponente, die die Aufmerksamkeit und die Bewertung des Leidens anderer umfasst, sowie die Anerkennung unserer eigenen Fähigkeit, in dieser Hinsicht zu handeln.
  • Eine Verhaltenskomponente, die einen Kompromiss seitens der beteiligten Person beinhaltet und die feste Entscheidung, Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, Leiden zu beseitigen.
  • Eine emotionale Komponente, die uns motiviert, auf unser Bauchgefühl zu hören und Reaktionen zu zeigen, die uns ein Gefühl der Befriedigung geben.

Mitgefühl hilft uns, uns mit unserem Herzen zu verbinden, um uns in die Lage anderer zu versetzen. Es öffnet die Tür zu Emotionen und erlaubt uns, zu fühlen, dass wir die Erfahrungen der Menschen um uns herum leben. Wir fühlen, was ihnen wehtut oder sie leiden lässt. Mitgefühl hilft uns auch, auf unsere Füße zu schauen und zu sehen, was um uns herum vor sich geht. Es erinnert uns daran, dass wir nicht allein in dieser Welt sind, dass andere für uns wichtig sind.

Herz wird von Hand zu Hand gereicht

Mitgefühl bringt uns anderen näher und ermöglicht es uns, unser Bestes zu geben, um anderen mit Demut und Nähe zu helfen. Wenn die Hilfe, die es hervorbringt, authentisch ist, wird es uns außerdem ein enormes Gefühl inneren Friedens bringen. Jedes Mal, wenn wir uns um jemanden kümmern, der es braucht, stärken wir auch unser eigenes Herz.

Warum nutzen wir die Vorteile des Mitgefühls nicht, wenn wir so viele Möglichkeiten dazu haben? Wir geben uns nicht die Gelegenheit, mitfühlend zu handeln, weil unser Fokus nicht auf den richtigen Punkt gelegt ist. Soziologische Experimente haben gezeigt, dass es unser natürlicher Impuls ist, zu helfen. Wir sind grundsätzlich bereit, Hilfe anzubieten. Warum helfen wir dann manchmal aber nicht?

Mitgefühl zu empfinden kann uns Angst machen, uns so davon abhalten, zu handeln. Hier sind einige Beispiele für solche Situationen:

  • Wir sorgen uns um die Verletzlichkeit, die daraus entsteht, dass wir anderen helfen können, ihr Leiden zu lindern.
  • Das Leiden anderer zu beobachten, lässt uns Traurigkeit fühlen, die wir nicht fühlen wollen.
  • Mitgefühl führt uns dazu, nicht verheilte Wunden aus der Kindheit erneut zu erleben, was uns davon abhält, uns über Leid mit anderen zu verbinden.
  • Wir sorgen uns, dass wir nicht in der Lage sein werden, uns vom Leiden eines anderen zu lösen, sobald wir uns mit ihm verbunden haben.
  • Wir wollen uns auf andere Dinge konzentrieren, die wir als wichtiger wahrnehmen.

„Das grundlegende Problem ist ein Mangel an Mitgefühl. Während dieses Problem besteht, werden andere Probleme bestehen bleiben. Wenn es gelöst ist, können wir glücklichere Tage erwarten. „

Dalai Lama

Mitgefühl gegenüber sich selbst – die Fähigkeit, uns so zu akzeptieren, wie wir sind

Selbstmitgefühl wird aufgebaut, wenn wir unser inneres Leiden erkennen, seine Bedeutung verstehen und es uns erlauben, es anzunehmen und uns mit Zuneigung zu behandeln. Es ist eine Möglichkeit, eine liebevolle Haltung gegenüber uns selbst einzunehmen.

„Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“

Mahatma Gandhi

Eine Frau hält eine Pusteblume

Mitgefühl lädt uns ein, die Gesellschaft als eine transformierende Kraft zu betrachten, die das Innere nach außen bringt. Anstatt uns selbst mit Kritik und Urteil zu überhäufen, erlaubt uns Selbstmitgefühl, gütig zu sein und einen liebenden Erwachsenen in uns zu entwickeln, der sich um uns kümmert und uns jeden Tag beschützt.

Mitgefühl entwickeln in 4 Schritten

Wenn wir das Leiden anderer wahrnehmen und Selbstmitgefühl verspüren, müssen wir reflektieren, wie wir das Leiden wahrnehmen. Dazu sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass wir nicht allein sind, dass es immer andere gibt, die Hilfe brauchen. Dass wir nicht wegsehen dürfen. Das bedeutet aber, dass wir uns von unseren Emotionen überwältigt fühlen können, wenn wir mit dem Leiden in Berührung kommen. Unsere zweite Aufgabe ist es, zu lernen, die Emotionen zu managen, die aufkommen, wenn wir uns von Mitgefühl leiten lassen.

Erbarmungsvolles Leiden

Das eigene Leiden und das Leiden anderer zu erfahren, ist der erste Schritt, um Mitgefühl zu empfinden. Um dies zu tun, müssen wir unsere Herzen öffnen, damit wir mit unseren Emotionen in Berührung kommen können. Wenn wir zum Beispiel auf der Straße sind und sehen, dass jemand leidet, sollten wir für einen Moment anhalten, um sein Leiden wahrzunehmen und Hilfe anzubieten, anstatt vorüberzugehen, als wäre es nicht unser Problem.

Bewerte das Leiden anderer

Es ist wichtig, zu bewerten ohne zu urteilen, da wir sonst nicht in der Lage sind, Mitgefühl zu empfinden. Es wird sich auch nicht entwickeln, wenn wir den vorherigen Schritt der Wahrnehmung von Leiden nicht abgeschlossen haben. Wenn wir davon ausgehen, dass eine Person ihr Leiden verdiene, dann kann kein Mitgefühl aufkommen.

Fühle die Emotionen der anderen

Uns selbst der Emotion gegenüber zu öffnen, bedeutet, uns zu erlauben, diese vollständig zu fühlen, einschließlich aller Gefühle, die mit ihr einhergehen. Auch wenn es uns Leid oder Unbehagen verursacht. Wenn wir beispielsweise in den Nachrichten etwas sehen, das auf uns wirkt, sollten wir uns erlauben, zu weinen, und diese Gefühle nicht blockieren. Auf diese Weise machen wir uns frei dafür, Mitgefühl zu empfinden.

Maßnahmen ergreifen

Sobald wir das Leiden anderer wahrnehmen, beurteilen können, wie groß es ist, und es ohne Zensur fühlen, müssen wir handeln. Wir können dieses Gefühl nicht in unserem Inneren verwahren. Wenn du in der Lage bist, das Leiden eines Freundes oder Familienmitglieds zu lindern, dann gib ihm die emotionale Unterstützung, die er so dringend braucht!

Die positiven Auswirkungen von Mitgefühl

Mitgefühl wirkt sich auf die Gesellschaft und auf den einzelnen aus. Für den Dalai Lama hat das Mitgefühl die Fähigkeit:

  • Erkenntnis zu schaffen, dass wir eine einzige menschliche Spezies sind, die keine Trennung zwischen „denen“ und „uns“, zwischen „schwach“ und „stark“ braucht.
  • Die Art von Bildung zu fördern, die auf Empathie, Ethik und persönliche Entwicklung setzt
  • Die Entwicklung von Dialog und Kommunikation statt Gewalt zu fördern
  • Vorurteile abzubauen
  • Die soziale Ungleichheit durch mehr Transparenz in allen Bereichen zu reduzieren
  • Neue Wirtschaftssysteme schaffen, die gerechter sind
Zwei Menschen umarmen sich unter Schmetterlingen

Wenn wir Mitgefühl entwickeln, werden wir signifikante Veränderungen bemerken. Wir können uns vorstellen, dass jemand, der uns am Herzen liegt, leidet, und sehen, welche Auswirkungen das auf unseren Körper hat. Vermittle dieser Person dein Mitgefühl und sieh, wie du dich nun fühlst. Dann versuche, jemandem, den du weniger magst, solche Gefühle zu senden und zu sehen, wie du dich dann fühlst.

Achtsamkeit und Bewusstsein hilft uns, dieses Mitgefühl zu entwickeln, das wir auf andere übertragen können. Um Mitgefühl zu entwickeln, müssen wir einen mentalen Raum schaffen, als wäre er unser privater Beratungsraum. Hier können wir das Leiden anderer wahrnehmen und handeln. So werden wir anfangen und einen Beitrag leisten, um eine gerechtere und großzügigere Welt zu schaffen.

Der Wandel der Gesellschaft beginnt damit, dass wir uns gegenseitig und uns selbst besser behandeln. Einfühlungsvermögen und Mitgefühl sollten für alle gelten. Ausreden gelten nicht: Je früher wir beginnen, Mitgefühl zu entwickeln, desto mehr Glück und Wohlbefinden werden wir in unserem täglichen Leben erfahren!