5 Tipps, wie Eltern Geduld trainieren können

· 15. November 2016

Im Allgemeinen gehört Geduld nicht zu den hervorstechendsten Eigenschaften von heutigen Eltern. Vielleicht ist Geduld etwas, das nicht sehr weit verbreitet ist. Der Stress, dem wir ausgesetzt sind, der Wettbewerb in unserer Umwelt, die Hektik, die hohen Erwartungen, die an uns gestellt werden und die wir auch an unsere Kinder haben, und die Ungewissheit darüber, was in der Zukunft passiert, irritieren uns.

Wenn wir dem hinzufügen, dass Kinder von Natur aus anstrengend sind, dann stehen wir vor einer Situation, die nur sehr schwer zu handhaben ist. Kinder können dich verrückt machen, aber das liegt in ihrer Natur. Dich davon mitreißen zu lassen und die Kontrolle zu verlieren ist keine deiner Aufgaben als Elternteil.

Die Kontrolle zu behalten ist eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Kontrolle – oder vielmehr Selbstkontrolle – hilft dir dabei, Grenzen zu setzen und mit den Umständen umzugehen, sie zu verstehen und klügere Entscheidungen zu treffen.

Wir wollen ehrlich sein. Selbstkontrolle ist schwierig. Kinder stellen die Geduld ihrer Eltern auf die Probe, in einem Kampf, in dem es darum geht, wer stärker ist, wer den längeren Atem hat. Und wenn du die Kontrolle verlierst, dann verlierst du auch das Spiel. Es liegt in deinen Händen, ob es dir gelingt, deine Kinder auf ihrem Weg zu führen.

1. Gönne dir eine Pause

Wenn du müde bist, dann brauchst du ein bisschen Zeit, um deine Batterien aufzuladen. In diesen Situationen bist du nicht in der Lage, gesunde, intelligente und rationale Entscheidungen zu fällen. Jede starke Emotion wird deine Gedanken blockieren.

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Triff deshalb keine Entscheidungen, wenn du müde bist. Lass dich nicht von der Situation mitreißen. Deine Kinder sollten wissen, dass du müde bist und einen Moment für dich selbst brauchst. Versuche, in diesen Momenten nicht die Rolle einer Mutter oder eines Vaters zu spielen. Schau dir nicht ihre Hausaufgaben an, überprüfe nicht, was sie getan oder nicht getan haben. Warte ab, bis du ausgeruhter bist.

2. Zähle bis zehn und beginne von vorn

Wenn eine Situation mit deinen Kindern außer Kontrolle gerät, dann zähle bis zehn und atme tief ein. Du musst deinen Geist „neu starten“. Denn so kannst du nicht weitermachen. Du kannst dein Kind auch um eine Auszeit bitten, in der jeder von euch für kurze Zeit getrennte Wege geht, bevor ihr gemeinsam eine Lösung sucht. Du musst dich beruhigen.

Atme tief ein und langsam aus, und zwar bewusst. Tu das mehrere Male und zähle bis zehn. Diese Atemtechnik wird dir dabei helfen, dich zu beruhigen. Du wirst aufgrund der langen Ausatmung wahrscheinlich ein bisschen gähnen – das ist eine natürlicher Form, Stress abzubauen.

3. Sei geduldig mit dir selbst

Manchmal verlangt man sich als Elternteil zu viel ab und will perfekt sein. Das setzt uns unter Druck und wenn du siehst, dass du scheiterst, wirst du nur noch verzweifelter. Du wirst sauer auf dich selbst sein, weil du nicht so bist, wie du es gern hättest, oder weil du nicht weißt, wie du mit der Situation umgehen kannst.

Du bist ein Mensch. Wenn du deine Grenzen erkennst, wirst du auch Mittel und Wege finden, sie zu überwinden. Und du wirst das gleiche Prinzip auf die Beziehung mit deinen Kindern anwenden. Sei geduldiger mit dir selbst, um auch mit ihnen geduldiger sein zu können.

4. Verhalte dich nicht wie ein Kind

Kinder besitzen nicht die Möglichkeit, ihr Leben mit Vernunft und Reife zu leben. Sie haben nicht die gleiche Selbstkontrolle wie wir Erwachsenen. Und du weißt das. Dich wie ein Kind zu verhalten hilft dir keinesfalls, ihr Verhalten zu verstehen, sie zu führen. Es hilft dir auch nicht dabei, verstanden zu werden.

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Nimm deine Rolle als Erwachsener an, deine Rolle als Elternteil und definiere dein Konzept von Disziplin neu. Kinder sind irrational, aber du darfst dich nicht genauso verhalten. Und wenn du das nicht kannst, dann musst du es lernen.

5. Übe geduldige Verhaltensweisen

Viele Eltern sind kurz davor, ihre Geduld zu verlieren, weil sie nicht wissen, wie sie alternativ handeln können. Deshalb musst du üben. Stell dir bestimmte Situationen vor, sieh dich selbst in dieser Situation und analysiere vergangene Momente. Denke darüber nach, wie du Dinge anders hättest tun können.

Denke darüber nach, was deinen Kontrollverlust auslöst und ziehe die Möglichkeit, deine Geduld zu verlieren, gar nicht in Betracht. Stell dir stattdessen vor, wie sich die Situation entwickeln könnte, wenn du Ruhe und Gelassenheit über deine Gefühle beibehältst. Du musst dein Gehirn trainieren, sodass du die Reaktionen erhältst, die du möchtest.