5 psychologische Vorteile von Sport

30. März 2018

„Bewegung ist Medizin, die auf den Körper, auf den Geist und auf unsere Gefühlswelt wirkt.“

Carol Welch

Sport oder generell körperliche Betätigung helfen uns dabei, gesund zu bleiben und verschiedenen Erkrankungen vorzubeugen. Wer sich bewegt, macht auch seinen Kopf frei, was schließlich dazu beiträgt, dass er sich nach dem Sport wieder besser konzentrieren, Entscheidungen treffen und sich überhaupt wohler fühlen kann.

Wir haben uns daran gewöhnt, uns in gewisser Weise um unseren Körper zu kümmern, und auf andere Art um unsere Psyche. Als handele es sich bei Körper und Geist um zwei Elemente, die nichts miteinander zu tun hätten und unabhängig voneinander funktionieren würden. Dem ist natürlich nicht so. Physische und psychische Gesundheit bedingen sich gegenseitig. Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass psychische Erkrankungen das Risiko für organische Leiden erhöhen und umgekehrt. So haben depressive Menschen beispielsweise ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, und der Leidensdruck, der mit physischen Erkrankungen einhergeht, prädisponiert für Depressionen.

Deshalb wollen wir heute psychologische Vorteile von Sport analysieren – um den Nutzen, den er für unsere körperliche Gesundheit hat, wissen wir ja bereits.

Schuhe binden und los geht's

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Sport unabhängig vom Alter und der Kondition desjenigen, der sich bewegt, fantastische Effekte auf das Lernvermögen und das Wohlbefinden des Menschen hat. Probleme, die aus unseren Emotionen herrühren, lassen sich einfacher lösen, wenn wir körperlich aktiv sind. Darüber hinaus spielt Sport eine nicht zu unterschätzende Rolle in der unterstützenden Therapie von psychischen Erkrankungen. Um diese Rolle etwas besser zu verstehen, schauen wir uns nun an, welche psychologischen Vorteile körperliche Betätigung hat.

Sport steigert das Selbstwertgefühl

Vielleicht fragt sich der ein oder andere Leser jetzt, wie es möglich ist, das Bewegung etwas so Intimes wie das Selbstwertgefühl modifiziert. Nun, die Erklärung ist eigentlich ganz einfach: Wer Sport treibt, kümmert sich nicht nur um seinen Körper, sondern überschreitet Grenzen, die er zuvor gezogen hat. Er zeigt sich, dass er in der Lage ist, Dinge zu tun, die er sich zunächst nicht zugetraut hat. Und diese Erkenntnis überträgt er auch auf andere Bereiche seines Lebens, was dazu führt, dass sich sein Selbstbild verbessert.

Nach Abschluss einer Trainingseinheit stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein, dass dem ähnelt, dass wir empfinden, wenn wir anderweitig Erfolge verbuchen können. Deshalb sollte es uns nicht überraschen, dass wir mit Sport unser Selbstwertgefühl genauso gut steigern können wie mit einer Beförderung am Arbeitsplatz oder dem Lob des Partners für das leckere Essen.

Schließlich wollen wir auch nicht unerwähnt lassen, dass Sport innerhalb recht kurzer Zeiträume eine Verbesserung des Aussehens bewirkt. Fettpolsterchen verschwinden, Muskeln werden sichtbar, die Haut strafft sich. Wir wollen an dieser Stelle nicht über äußere und innere Werte sprechen, aber wer fühlt sich nicht attraktiver, wenn er diese Entwicklung an sich bemerkt?

Sport macht glücklich

Einer der zahlreichen Effekte, den körperliche Betätigung auf das Gehirn hat, ist die verstärkte Ausschüttung von Endorphinen. Sie fungieren als Neurotransmitter, binden an Rezeptoren in Gehirn, Rückenmark und anderen Geweben und bewirken eine Unterdrückung von Schmerzen. Beinahe so, wie das Schmerzmittel tun, die wir in der Apotheke erwerben.

Aber Endorphine werden nicht umsonst Glückshormone genannt. Sie beeinflussen auch unsere Gemütslage und schaffen generell ein Glücksgefühl. Deshalb wird Menschen, die an Depressionen leiden oder deren Stimmung aus anderen Gründen gedrückt ist, empfohlen, sich zu bewegen. Wer traurig ist und sich täglich etwa 20 Minuten bewegt, wird schon bald eine Verbesserung seiner Stimmung bemerken.

Sport mindert Stress und Angstgefühle

Es gibt wohl kaum eine geeignetere Maßnahme, um Muskelverspannungen zu lösen, als Sport zu treiben. Daran zweifelt wahrscheinlich kaum jemand. Wenn wir uns nun aber vor Augen führen, dass Muskelverspannungen in aller Regel Symptome geistiger Anspannung und damit Anzeichen für Stress sind, dann verstehen wir auch, warum körperliche Betätigung im Stressmanagement so eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus lenkt uns das Training von unseren Sorgen und Problemen ab, erlaubt unserem Körper, sich zumindest kurzzeitig von der dauerhaften Aktivierung im Alarmzustand zu erholen. So wird Angst reduziert.

Mann im Fitnessstudio

Tatsächlich sinkt während der physischen Aktivität der Kortisolspiegel, also die Konzentration des Stresshormons im Blut. Weniger Stress, weniger Angst, weniger Kortisol – eine halbe Stunde Bewegung gleicht einem Neustart, nach dem sich wesentlich objektiver über all die Dinge nachdenken lässt, die zuvor noch schwer auf unseren Schultern lasteten.

Sport schützt gegen kognitiven Verfall

Sport und jegliche Art der körperlichen Betätigung wirken sich nicht nur ausgesprochen positiv auf unsere Gemütslage aus, die man als subjektives Maß für unsere psychische Gesundheit verstehen könnte. Nein, sie führen nachgewiesenermaßen auch zum Erhalt, mitunter gar zur Verbesserung unserer kognitiven Fähigkeiten. Hierbei korrelieren die Zeit und die Regelmäßigkeit, mit der man sich bewegt, mit der Stärke des Effekts auf unsere kognitive Leistung: Je häufiger wir aktiv werden, umso mehr Substanzen werden im Gehirn freigesetzt, die die Nervenzellen schützen.

Auch wenn man die Ursachen von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson noch nicht ganz verstanden hat, so konnte man zumindest beobachten, dass das individuelle Risiko, diese zu entwickeln, bei denjenigen höher ist, die einen sesshaften Lebensstil pflegen. Um es in anderen Worten auszudrücken, trägt Sport dazu bei, dass unsere grauen Zellen auch im Laufe der Jahre ihre Leistungsfähigkeit nicht einbüßen und morgen noch genauso gut funktionieren, wie sie das gestern getan haben.

Sport hilft, Abhängigkeit zu überwinden

Es hat sich gezeigt, dass die sportliche Leistung eine reichhaltige Quelle der Motivation ist, wenn es darum geht, eine Sucht zu überwinden, insbesondere die nach der Zigarette. Wir wissen, dass Sport Herz und Lunge guttut und in begrenztem Maße gar die negativen Effekte des Rauchens kompensieren kann. Was aber weniger häufig erwähnt wird, ist, dass körperliche Bewegung die Intensität von Entzugssymptomen lindert.

Der ehemalige Raucher kann kaum eine gesündere Entscheidung treffen, als seine bisherige Gewohnheit durch regelmäßiges Training zu ersetzen. Sport entgiftet Körper und Geist. Er vermittelt außerdem das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper zu haben, was von großer Wichtigkeit ist, dem Bedürfnis, wieder zur Zigarette zu greifen, zu widerstehen.

Tief durchatmen vor und nach dem Sport

Zum Schluss möchten wir noch darauf hinweisen, dass es viel mehr als fünf psychologische Vorteile von Sport gibt. In einem einzelnen Beitrag können wir sie unmöglich alle aufzählen. Und um in ihren Genuss zu kommen, musst du dich auch nicht für die nächste Olympiade qualifizieren. Wir empfehlen, mit etwa 20 Minuten Bewegung am Tag zu beginnen, um es schließlich zur Gewohnheit machen, wenigstens eine halbe Stunde täglich dem Sport zu widmen. Wenn es dir dein Terminkalender nicht erlaubt, dich täglich körperlich zu betätigen, versuche, dies zumindest dreimal in der Woche zu tun.

Du wirst schnell merken, wie positiv der Sport wirkt und dir schon bald ein Leben ohne Bewegung nicht mehr vorstellen können!