Sollten wir auf unsere Psyche nicht genauso gut achtgeben wie auf unseren Körper?

· 17. Juli 2017

Wir alle sind uns bewusst, dass wir physische Gesundheit anstreben sollten. Doch dabei vergessen wir einen sehr wichtigen Teil: die Psyche. Wir wissen zwar, dass unsere mentale Gesundheit Einfluss auf unser physischen Wohlbefinden nimmt – so hören wir regelmäßig, dass sich z.B. Sorgen oder Angst in körperlichen Beschwerden ausdrücken – aber wir handeln dennoch nicht entsprechend. Sollten wir nicht auch der Gesundheit unserer Psyche Beachtung schenken?

Um uns eines gesunden Gehirns erfreuen zu können, müssen wir uns um bestimmte Aspekte kümmern, die wir häufig vergessen. Früher oder später werden wir für diese Ignoranz bezahlen müssen. Daher sollten wir ab sofort an die Gesundheit unserer Psyche denken und einige Ratschläge befolgen, die wir dir im Folgenden vorstellen werden.

Uns um die Gesundheit unserer Psyche zu kümmern, kann physischen Krankheiten vorbeugen.

Eine gesunde Psyche ist Voraussetzung für Wohlbefinden

Wie oft gehen dir Sorgen im Kopf herum, die mit der Vergangenheit und der Zukunft zu tun haben? Für die Gegenwart bleibt kein Platz. Und plötzlich fällt uns auf, dass wir unseren Autopiloten eingeschaltet haben. Wir verbringen stupide Tage, die immer gleich ablaufen und an denen wir uns nicht einmal mehr an Kleinigkeiten erfreuen.

Es ist wichtig, dass du lernst, bewusst zu leben, dich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, um all diesen Gedanken zu entkommen, die von deinem Geist Besitz ergreifen: Gestern ist nicht wichtig, auch nicht morgen. Öffne deine Augen für das Heute und genieße es.

Daneben gibt es in deinem Leben noch einen weiteren wichtigen Aspekt, dem du sicherlich bis jetzt noch nicht die benötigte Aufmerksamkeit geschenkt hast: Knüpfst du Beziehungen zu Menschen, die nehmen und geben? Wieso tust du so viel für Menschen, die nicht zu dir passen? Zu versuchen, ein guter Mensch zu sein und jedem zu gefallen, kann zu Leid und Manipulation durch andere führen.

„Ich werde nicht zulassen, dass jemand mit dreckigen Füßen durch meinen Verstand läuft.“

Mahatma Gandhi

Ich möchte dich dazu einladen, über Folgendes nachzudenken: Wenn du alles für Menschen gibst, die dein Leben in keinerlei Hinsicht bereichern, kann es sein, dass du nicht genügend Zeit für die Menschen übrig hast, die sie verdienen. Mache dir Gedanken zu deinen Beziehungen. Manchmal haben wir Angst davor, eine Beziehung oder Freundschaft zu beenden, weil wir uns davor fürchten, etwas zu verlieren, wonach wir uns sehnen, was aber niemals existiert hat. Und wenn wir diesen Schritt wagen, befreit uns das, und das wirkt sich positiv auf unsere mentale Gesundheit aus.

Sieh der Realität nicht länger pessimistisch entgegen

Wir nehmen leicht eine pessimistische Haltung an, wenn es schlecht läuft. Das ist der Fall, wenn wir nur über eine geringe Resilienz verfügen, und wir laufen dabei Gefahr, dass unser Glück und unsere mentale Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn du einmal genauer darüber nachdenkst, hat alles zwei Seiten: Du kannst eine Trennung oder einen Beziehungsbruch als ein Unglück ansehen, oder als eine Möglichkeit, zu wachsen. Du entscheidest über deine Reaktion auf das Ereignis.

Und wie sieht es mit deinen eigenen Bedürfnissen aus? Kommst du ihnen nach? Dich um dich selbst zu kümmern, dich zu verwöhnen, dich gut zu ernähren und auf dich selbst achtzugeben sind Aspekte, denen du sicherlich mehr Beachtung schenken könntest. Vielleicht weil du so sehr von anderen abhängig bist, dass du nicht mehr an dich denkst, oder weil du hin und wieder zulässt, dass dein Glück von anderen entschieden wird. Das ist ein schrecklicher Fehler. Du bist deine höchste Priorität und das ist keinesfalls egoistisch, sondern bedeutet, dich selbst wertzuschätzen und zu lieben, ohne zu erwarten, dass das andere für dich tun.

Bestimmt hast du dich auch zu irgendeinem Zeitpunkt in deinem Leben blockiert gefühlt, weil du ein Ziel nicht erreichen konntest. Doch hast du dir vorher darüber Gedanken gemacht, ob es überhaupt erreichbar war? Manchmal setzen wir uns Ziele, die wir trotz aller Bemühungen schlichtweg nicht erreichen können. Unsere Ziele müssen realistisch sein. Befreie dich von unmöglich zu erreichenden Zielen, da sie nur Frust, Angst und das Gefühl, unnütz zu sein, bei uns auslösen. Damit tust du etwas sehr Positives für die Gesundheit deiner Psyche.

„Wasche deinen Verstand nach jedem Gedanken, der deine Ruhe aus dem Gleichgewicht bringt, mit Liebe und Ehrlichkeit.“

Luis Espinoza

Siehst du, wie wichtig unsere mentale Gesundheit für uns ist? Es gibt noch viele weitere Gewohnheiten, die uns diesbezüglich helfen, beispielsweise Erwartungen abzulegen, dich von wiederkehrenden Gedanken zu trennen, die keine Lösung bringen, nicht länger zu versuchen, Menschen zu ändern, oder zu lernen, mit deinen Gefühlen umzugehen.

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Wir neigen dazu, uns das Leben schwer und die Umstände für das verantwortlich zu machen, was uns widerfährt, obwohl es in Wahrheit zu 90% an uns liegt, unser Leben so schön und einfach wie möglich zu gestalten. Es ist nicht alles so schlimm, wie es scheint, und es ist nicht alles so schlecht, wie wir glauben. Unseren Verstand von all dem zu befreien, was uns nichts bringt und uns daran hindert, klar zu sehen, ermöglicht uns, wahres Wohlbefinden zu erlangen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Jessica Rimondi, Agata Wierzbecka