5 Möglichkeiten zu visionären Erfahrungen nach Aldous Huxley

· 5. Dezember 2018

Aldous Huxley ist der Autor des berühmten Romans Schöne Neue Welt. Er war auch ein neugieriger und rastloser Mensch, der von sogenannten „veränderten Bewusstseinszuständen“ oder „visionären Erfahrungen“ fasziniert war. Dabei hat Huxley versucht, auf verschiedene Weise auf diese Erfahrungen zuzugreifen.

Deswegen begab sich der Schriftsteller auf eine große spirituelle Suche, die ihn schließlich zu einem Mystiker machte. Im Jahr 1953 las Huxley über die Verwendung von Meskalin in der Behandlung von Schizophrenie. Unter der Aufsicht von Dr. Humphry Osmond entschied er sich, Meskalin und andere psychedelische Drogen zu probieren, um Zugang zu jenen visionären Erfahrungen zu erhalten, die ihn so sehr anzogen.

In diesem Artikel werden wir in die Welt der visionären Erfahrungen von Huxley eintauchen.

„Das Gesicht ist niemals opak; die Seele wird durch ihre Wände gezeigt.“

Aldous Huxley

Er schrieb zwei sehr interessante Essays, die auf seinen Lebenserfahrungen beruhen. Zuerst schrieb er Die Pforten der Wahrnehmung  und dann Himmel und Hölle.  Darin beschreibt er detailliert seine Reise, die ihn seine visionären Erfahrungen erleben ließen. In diesen beiden Essays beschreibt Huxley auch, auf welche Weise wir auf visionäre Erfahrungen zugreifen können. Hier sind sie:

1. Fasten als Form des Zugangs zu visionären Erfahrungen

Fasten ist in der ganzen Welt weitverbreitet. Es gibt viele Religionen, die das Fasten empfehlen und praktizieren, um spirituelle Erfahrungen zu machen, denn Nahrungsmittelentzug löst eine ganze Reihe von Prozessen im Körper aus, die auch die Funktionsweise unseres Gehirns verändern.

Religiöse Führer sprechen vom Fasten als Weg, um Körper und Geist zu reinigen. Huxley wies darauf hin, dass es auch eine Methode sei, um visionäre Erfahrungen zu machen. Wenn wir für eine bestimmte Zeit keine Nahrung zu uns nehmen, erleben wir häufig Visionen und besondere emotionale Zustände. Es ist nicht selten, dass Glück dann mit Traurigkeit verschmilzt.

Ein Mann wartet auf Wasser aus einer überdimensionierten Tasse.

2. Schmuck und Kristalle

Viele der Visionen, von denen religiöse Führer und verschiedene Philosophen sprechen, betreffen Juwelen und Kristalle. Gold und Edelsteine, abgesehen von ihrem finanziellen Wert, sind wiederkehrende Bilder in mystischen Visionen.

Laut Huxley strahlen Schmuck und Kristalle Licht aus. Sie leuchten und erzeugen Blitze. Laut dem Schriftsteller führe die aufmerksame und stille Betrachtung derselben zu visionären Erfahrungen. Mit anderen Worten, sie enthüllen Bilder des eigenen Wesens.

3. Dunkelheit und Einschränkung

Aldous Huxley meinte, dass das Aufhalten an einem Ort, an dem es keine Sinnesreize gebe, visionäre Erfahrungen begünstige. Wir beginnen, viele Dinge zu „sehen“ und zu „hören“, auf die wir in unserem normalen Bewusstseinszustand keinen Zugriff hätten. Diese Praktiken sind auch im Buddhismus sehr verbreitet.

Ein Mann sitzt in der Dunkelheit in einem Zelt aus Büchern vor einer Kerze.

Die Wissenschaft hat Huxleys Theorie bestätigt. Forscher haben außerdem festgestellt, dass viel Zeit im Dunkeln dazu führt, dass eine beträchtliche Menge verschiedener Neurotransmitter freisetzt. Nach etwa drei Wochen produziert das Gehirn DMT, ein Molekül, das man auch in psychedelischen Drogen findet.

4. Konzentration auf Kunstwerke

Eine weitere Möglichkeit, auf visionäre Erfahrungen zuzugreifen, besteht darin, Kunstwerke sorgfältig zu betrachten. Insbesondere Gemälde und religiöse Bauten. Huxley stellte fest, dass viele von ihnen die Frucht visionärer Erfahrungen seien und daher den Aufstieg zu neuen Bewusstseinszuständen erleichtern.

Tatsächlich hat Huxley eine Liste der Künstler zusammengestellt, die durch ihre Arbeit visionäre Erfahrungen am besten vermitteln. Der Schriftsteller führte Andrea del Castagno, Caravaggio, Goya, Rembrandt, Georges de la Tour, William Blake und Fra Angelico auf. Huxley erwähnte auch die Zen-Kunst. Er wies darauf hin, dass auch Sufi-Poesie und Musik andere Bewusstseinszustände auslösen.

5. Feuerwerk

Die Menschen haben das Feuerwerk nicht zum Vergnügen erfunden. Ursprünglich galt ein Feuerwerk als magisch und hatte Auswirkungen auf den Zuschauer, auf seine Erfahrungswelt. Ein Feuerwerk intensiv zu beobachten und Figuren am Himmel zu finden, kann zu einem visionären Erlebnis werden.

Ein Mann steht in einem Feld und beobachtet Heißluftballons.

Dasselbe gilt für luxuriöse Gegenstände wie beeindruckende Skulpturen, Seidenstoffe, Samt und verzierte Kleidung. Huxley sagte, dass der Kontakt mit diesen Gegenständen aufschlussreiche Visionen hervorrufe, die sich sofort oder später während des Schlafes manifestieren können.

Mystische Erfahrungen gehen über die Psychologie hinaus. Tatsächlich sind sie spiritueller Natur. Sie sind ein Phänomen, mit dem sich die Wissenschaft beschäftigt und bei dem es noch viel zu entdecken gibt.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von J. Robinson