5 Kommunikationsfehler, die Paare machen

· 15. November 2018

Manche Kommunikationsfehler, die bei Paaren auftreten, sind jahrelang im Umlauf. Sie fangen klein an, entwickeln sich aber schließlich zu Gewohnheiten. Und leider verhindern diese Kommunikationsfehler auch, dass Probleme erkannt und gelöst werden, die zwischen zwei Menschen auftauchen, die sich doch eigentlich lieben.

Romantische Beziehungen basieren auf Kommunikation. Schließlich drückst du so deine Gefühle, Gedanken und Wünsche aus, oder nicht? Wo die Kommunikation gut läuft, fließt auch alles andere mit größerer Leichtigkeit. Wenn sie allerdings gestört ist oder zum Erliegen kommt, ergeben sich zwangsläufig neue Probleme in anderen Bereichen der Beziehung.

Die häufigsten Kommunikationsfehler in Beziehungen werden aus Angst oder Unreife begangen. Wenn es dir so ergeht, siehst du nicht mehr den Lebenspartner, sondern verschanzt dich ihm gegenüber in einer defensiven Haltung. Da dies so oft vorkommt, wäre es eine gute Idee, dich selbst einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Es ist nicht schwierig und bringt viele Vorteile mit sich, denn wenn du Kommunikationsfehler früh bemerkst, bleibt dir später viel Leid und Schmerz erspart.

„Lernen wir doch, die Dinge geschwind zu sagen – klar, einfach und mit ruhiger Entschlossenheit. Sprechen wir also wenig, aber deutlich. Sagen wir nicht mehr, als unbedingt nötig ist!“

Émile Coué

1. Häufige Kommunikationsfehler zwischen Paaren – Absolutismus

Absolutismus ist eine extreme Haltung, die im Gespräch angewandt wird, und sie kann großen Schaden anrichten. Dazu gehört eine egozentrische Perspektive auf die Welt. Weiterhin die Unfähigkeit, zu verstehen, wie nuancenreich das Leben ist. Mit anderen Worten gesprochen: Absolutismus ist die Schwierigkeit, Sichtweisen zu verstehen und zu begreifen, die von den eigenen abweichen.

Absolutismus ist einer der häufigsten Kommunikationsfehler, der sich in Beziehungen feststellen lässt. „Wenn du mich liebst, bringst du mich nicht dazu, mich schlecht zu fühlen“,  ist das Ultimatum, das dem entspricht. Als ob menschliche Wesen nicht voller Paradoxa und Widersprüchlichkeiten wären. Ein Ergebnis, das der Absolutismus mit sich bringt, ist, dass eine Person einer anderen Verhaltensweisen aufzwingt. So wird dem anderen vermittelt, er müsse sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. Er müsse dieses oder jenes tun.

Ein Paar kommuniziert - der Mann spricht, die Frau hört zu.

2. Extremismus

Extremismus in der Kommunikation ähnelt dem Absolutismus. Hier sprechen wir jedoch eher über emotionale Reaktionen. Die Kommunikation besteht auch aus Körpersprache, Gesichtsausdrücken und Gefühlen. In diesem Fall reagierst du auf das kleinste Problem, als ob es eine wahrhaftige Tragödie wäre. Sogar beim kleinsten, trivialen Anlass endet das Gespräch mit Tränen oder im Geschrei.

Beim Extremismus fehlt die Selbstkontrolle. Es ist auch wahrscheinlich, dass eine Person, die in Extremen kommuniziert, ihren Partner mit Mutter oder Vater gleichsetzt. Die Eltern sind früher für das Kind vielleicht nicht dagewesen. Das führte es dazu, dass es als Erwachsener in der Beziehung die Kommunikationskanäle nicht offen und ehrlich halten kann. Extremismus steht auch dem persönlichen Wachstum und der Selbständigkeit im Wege.

Streitgespräch eines Paares

3. Selektivität oder Tunnelblick

Wenn du zu Selektivität greifst oder einen Tunnelblick an den Tag legst, bedeutet das, du interpretierst dein Umwelt durch eine recht kleine Linse. Leider ist diese Linse zudem getönt. Nichts an deinem Gegenüber erscheint dir richtig zu sein. Sogar seine Stärken.

Auch der Tunnelblick ist ein häufiger Kommunikationsfehler, den Menschen in Beziehungen machen. Und einer der schädlichsten. Es kommt dir so vor, als müsstest du den anderen die ganze Zeit korrigieren. Und darauf hinweisen, wie schwach der Partner sei oder wie er ständig falsch liege. Das ist der klassische Kommunikationsstil von Leuten, die nicht in der Lage sind, die wirklich wichtigen Themen anzugehen.

4. Annahmen

Ist das einer der weitverbreiteten Kommunikationsfehler, der im Moment gerade in deiner Partnerschaft abläuft? Wir sprechen dabei über diese Sachlage: Einer der beiden Beteiligten glaubt, zu wissen, was der andere denkt. Seine Annahme beruht auf der Idee, dass er den Partner besser als alle anderen kenne. Er meint, dass er sogar die Absichten und Gedanken, die dem Partner durch den Kopf gehen, vorhersagen könne.

Wie du dir wohl vorstellen kannst, können die Annahmen, die du triffst, zu riesigen Missverständnissen führen. Da zeigt sich ein Mangel an Vertrauen und möglicherweise sogar Paranoia. Du versuchst ständig, „zwischen den Zeilen zu lesen“. Das ist auch ein Versuch, dein Gegenüber zu kontrollieren.

5. Etiketten verteilen

Wenn du Etiketten verteilst, versuchst du, deinen Partner mit einer Klischeevorstellung abzustempeln. Das kommt sehr oft vor, wenn es in der Partnerschaft schon einmal gewisse Streits gegeben hat. Zum Beispiel hat einer einen Fehler begangen. Von diesem Zeitpunkt an steckt der „Schuldige“ in dieser Schublade, in der er dazu verdonnert ist, ähnliche Fehler immer wieder zu begehen. Und auf dieser Schublade klebt vielleicht ein Etikett mit der Aufschrift „rücksichtslos“, „nachlässig“ oder „unverantwortlich“. Auf jeden Fall handelt es sich hier um einen Aufkleber. Da wird nicht in Betracht gezogen, wie facettenreich der Mensch ist. Und wie wir uns unaufhörlich verändern.

Eine Frau argumentiert, ihr Partner sitzt gegenüber und hört zu.

Das sind nur ein paar der Kommunikationsfehler, die in Beziehungen weitverbreitet und für die Partnerschaft schädlich sind. Das Schlimmste an ihnen ist, dass sie einem gegenseitigen Verständnis und dem beiderseitigen Vertrauen im Weg stehen. Lasse deshalb nicht zu, dass sie eurer Liebe im Weg stehen.