5 Dinge, die wir aus einem unerwarteten Beziehungsende lernen

· 14. November 2018

Ein Beziehungsende ist eine schmerzhafte Erfahrung, vor allem, wenn einer der Betroffenen den anderen noch liebt. Fast alles, das voller Liebe steckt, bringt Freude, aber auch Leid mit sich. Das sind nun mal die zwei Seiten der Medaille – eine untrennbare Einheit, die uns tief in unserem Inneren in Stücke reißen kann, wenn wir nicht wissen, wie wir richtig damit umgehen sollen.

Es gibt allerdings Menschen, die dazu in der Lage sind, irrationale Glaubenssätze über die Liebe, Beziehungen und affektive Bindungen loszulassen, die uns die Gesellschaft Stück für Stück eingebläut hat. Für diese Menschen muss die Liebe kein Leid verursachen. Buddha pflegte zu sagen, dass die Ignoranz der Ursprung eines jeden psychischen Leids sei.

Genauso haben auch viele Denker und spirituelle Vorreiter die Bedeutung einer angemessenen Denkweise, um sich nicht schlecht zu fühlen, reflektiert und erforscht. Und dazu gehören auch Beziehungen. Sind wir ignorant, was die Liebe anbelangt? Vielleicht sind wir das, obwohl ich dem nicht vollkommen zustimmen möchte. Fakt ist aber, dass wir lernen sollten, besser mit allem umzugehen, das im Zusammenhang mit der Liebe und Beziehungen steht.

Schauen wir uns das einmal genauer an.

Der Liebe wegen leiden

Die Wahrheit ist, dass wir zu sehr wegen der Liebe leiden. Selbst diejenigen, die sich damit rühmen, eine perfekte Beziehung zu ihrem Partner zu führen, hegen tief in ihrem Inneren manchmal Zweifel. Unsicherheiten. Auch sie haben ab und zu ein wenig Angst davor, was die Zukunft für ihre Beziehung bereithält.

Weinende Frau

Jeder hat doch schon einmal gelitten, weil er mit dem falschen Menschen zusammen war, weil sich seine Beziehung verschlechtert hat oder wegen eines unerwarteten Beziehungsendes. Nichts ist so sensibel wie die Liebe. Nichts ist so bezaubernd und gibt so viel Energie. Manche Menschen denken, dass ihr Leben weniger lebenswert sei oder sie nicht wirklich leben würden, wenn sie auf die Liebe verzichten müssten. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, sollte aber langfristig betrachtet werden.

Bei einem unerwarteten Beziehungsende rücken unsere Lebenspläne auf einmal in weite Ferne. Wir haben das Gefühl, als könnten wir das nicht ertragen. Unsere Verzweiflung und Ungläubigkeit nehmen uns die Luft zum Atmen. Wir sind perplex und wie paralysiert. Das Gefühl der Leere ist unerträglich.

Sollten wir die Liebe rationaler angehen?

Viele sind der Meinung, dass die Liebe nichts sei, dass man verstehen könne, sondern fühlen und genießen müsse, und dass eine romantische Liebe keiner Logik folge. Meiner Meinung nach stimmt das nicht. Eine sentimentale und naive Haltung zu diesem Thema ist gefährlich.

Einer der Hauptgründe dafür, dass wir der Liebe wegen leiden, sind genau solche irrationalen und wenig realistischen Glaubenssätze, die wir uns über die Liebe zu eigen gemacht haben. Ein falsches Bild von der Liebe ist einer der Hauptfaktoren dafür, dass wir in Beziehungen leiden.

Sollten wir die Liebe also rationaler angehen? Ja, das sollten wir. Nicht zu sehr, nur gerade so viel, wie es notwendig ist, um uns nicht zu „vergiften“. Wir sollten uns nicht nur an der Liebe erfreuen, sondern sie Teil unseres Wertesystems und unserer Glaubenssätze werden lassen. Und wir müssen jene Glaubenssätze überdenken und regulieren, um unser Wertesystem aufzuräumen. Wir müssen uns selbst beibringen, wie man fliegt, anstatt uns die Flügel zu stutzen.

Was wir aus einem unerwarteten Beziehungsende lernen

Wenn wir die Liebe und ihre Logik verstehen, können wir auch begreifen, wieso die Liebe manchmal ein Ende findet. Letzteres kann aus verschiedenen Gründen passieren. Wenn wir das Übel auf uns zukommen sehen, sind wir vielleicht besser auf eine Trennung vorbereitet. Aber was passiert, wenn es sich um ein unerwartetes Beziehungsende handelt?

Das kann eine der herzzerreißendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen sein. Doch wir können aus allem etwas lernen. Aus einem unerwarteten Beziehungsende können wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen, durch die wir wachsen können, wie diese:

Nichts hält ewig

Das ist ein Gesetz des Lebens. Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Einige Dinge enden früher, andere später, aber alles endet eines Tages. Paare können sich aufgrund von mangelndem Interesse am anderen, abweichenden Zielen oder Kommunikationsproblemen trennen. Es gibt Ehepaare, die ein Leben lang zusammen sind, natürlich. Doch wenn einer der beiden stirbt, endet auch diese Idylle. Und das ist leider unvermeidlich.

Zerstrittenes Paar am Strand bei Sonnenuntergang

Wir können nicht alles kontrollieren

Es gibt Menschen, die in ihrer Partnerschaft alles kontrollieren wollen. Sie denken, dass sie eine mögliche Trennung verhindern können, wenn sie nur wachsam genug seien. Aber das ist eine falsche Annahme. Wir können bestimmte Dinge nicht ändern, auch wenn wir das mit aller Kraft tun wollen. Wenn unser Partner uns verlassen will, wird er das auch tun, ganz egal was wir machen.

Wir können auch ohne Partner leben

Ein Leben ohne Partner ist genauso möglich wie ein Leben mit Partner. Beide Optionen sind lebenswert. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Wir alle kennen die Vorteile, einen Partner zu haben. Ohne einen Partner zu leben, bedeutet allerdings nicht, die Liebe als solche aufzugeben.

Man kann die Liebe auf viele andere Arten leben. Unser Wohlbefinden sollte nicht von einem anderen Menschen abhängen.

Das Leben ist unvorhersehbar (oder zumindest nicht so vorhersehbar, wie wir es gern hätten)

Dieser Gedanke steht in direktem Zusammenhang mit der Auffassung von Kontrolle. Wenn wir ein unerwartetes Beziehungsende erleben, erkennen wir, dass das Leben nicht vorhersehbar ist. Wir können und müssen Pläne für die Zukunft schmieden, aber wir müssen auch Raum für Improvisationen und unvorhergesehene Ereignisse lassen.

Nichts ist so schlimm, wie wir es uns vorstellen

Es ist gut, wenn wir lernen, Dinge zu relativieren. Ist ein unerwartetes Beziehungsende schrecklich? Wie viele schreckliche Dinge können uns unserer Meinung nach passieren? Es ist nicht schrecklich, dass uns unser Partner verlässt. Es ist schrecklich, eine unheilbare Krankheit zu haben. Ein Weltkrieg, ein tragischer Unfalltod einer Person, die wir so sehr geliebt haben, das alles ist schrecklich.

Vielleicht stellen wir uns vor, dass unser Leben bedeutungslos würde, wenn sich unser Partner von uns trennt. Dass wir nicht dazu in der Lage sein würden, unsere Existenz fortzusetzen. Dass wir in einem bodenlosen Loch versinken würden. Und das mag uns am Anfang auch so erscheinen. Aber nach und nach wird sich die Situation normalisieren und wir werden darüber hinwegkommen.