5 ausgezeichnete Filme über psychische Störungen, die du eventuell noch nicht gesehen hast

8. Mai 2016 en Filme 0 Geteilt

Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist von psychischen Störungen betroffen: Man schätzt, dass 450 Millionen Menschen unter psychologischen Störungen leiden und dass eine von vier Personen im Laufe ihres Lebens geistig erkrankt. Es ist also nicht verwunderlich, dass in der Geschichte des Kinos nicht wenige Autoren Protagonisten mit verschiedensten psychischen Störungen erfunden und Filme, in denen sie zur Sprache kommen, gedreht haben.

„Du bist verrückt, Hutmacher, aber ich werde dir ein Geheimnis anvertrauen: Die Besten sind es.“

Aus: Alice im Wunderland

Die kreativsten und vermögendsten Menschen können solche Krankheiten haben, und manchmal ermöglichen sie uns Blickwinkel, die wir so nicht kannten.

Puzzle Papierkopf

Lass die dramatische oder romantische Komödie, den Science-Fiction Film oder den Thriller links liegen… Im Folgenden stellen wir dir fünf Werke über psychologische Störungen verschiedener Genres vor, die du eventuell noch nicht kennst, und dir nicht entgehen lassen solltest:

Die Schlangengrube (Anatole Litvak, 1948)

Dieser Film basiert auf einem autobiografischen Bestseller, der 1946 von Mary Jane War geschrieben wurde, und handelt von den schrecklichen Erfahrungen, die die Protagonistin in einer öffentlichen Psychiatrie gemacht hat.

Die frisch verheiratete Autorin, die in eine Psychiatrie eingeliefert wird, nachdem sie Anzeichen einer psychischen Störung gezeigt hat, wird auf brilliante Weise von Olivia de Havilland verkörpert.

Die „Hilfsmaßnahme“ stellt sich als schlimmer als die Krankheit selbst heraus und die schrecklichen Behandlungsmethoden – wie die so genannte „Schlangengrube“ – die in der Psychiatrie eingesetzt werden, führen dazu, dass sich ihr Zustand verschlechtert.

Die Schlangengrube war der erste Hollywood-Film, der das Tabu bezüglich der Situation von Patienten in Psychatrien nach dem Krieg brach, und er tat dies auf so spannende Weise, dass er für sechs Oscars nominiert wurde. Eventuell aufgrund der dadurch angestoßenen Debatte, gewann er allerdings schließlich nur einen, den für den Ton.

König der Fischer (Therry Guilliam, 1991)

In diesem Comedy-Drama geht es um Jack Lucas (Jeff Bridges), einen ätzenden Radiomoderator, der nicht davor zurückschreckt, die Zuhörer, die während seiner Sendung anrufen, zu beleidigen. Einer von ihnen missinterpretiert eine seiner Botschaften und bringt sieben Menschen in einer Yuppiebar um.

Die mit seinem Narzissmus einhergehende Schuld lässt ihn emotional zusammenbrechen. Drei Jahre später lernt Jack Parry (Robin Williams) kennen, einen unausgeglichenen Obdachlosen und Wahnsinnigen, der zufällig durch das Massaker in der Bar seine Frau verloren hat.

Jack und Parry, der unter einer schweren posttraumatischen Psychose, Paranoia und Schizophrenie leidet, bilden ein außergewöhnliches Paar.

Die Parallelen mit der Legende vom „König der Fischer“ zieht sich durch den gesamten Film: Beide Protagonisten müssen geheilt werden und beide bedeuten für den Anderen, auf seiner jeweiligen Suche nach dem Heiligen Gral im New Yorker Dschungel, die Rettung.

Benny und Joon (Jeremiah S. Chechik, 1993)

Das Kino bietet uns auch romantische Komödien, in der am Ende die Liebe zwischen zwei Menschen mit psychischen Störungen triumphiert. Benny und Joon ist ein Beispiel dafür: Benny (Aidan Quinn) hat die Vormundschaft für seine Schwester Joon (Mary Stuart Masterson), die unter Schizophrenie leidet.

Nach einer wahnsinnigen Wette während einer Partie Poker müssen sie mit Sam zusammenziehen, einem extravaganten jungen Schauspieler. Und wie man zu sagen pflegt, hat jede Sache für gewöhnlich einen Haken, so auch diese: Joon und Sam verlieben sich.

Donnie Darko (Richard Kelly, 2001)

Das Science-Fiction-Genre nutzt ebenfalls die Möglichkeiten, die das Fehlen psychischer Stabilität bieten, indem es fantastische Welten schafft, wie in dieser Geschichte von Parallelwelten und Zeitreisen – ein Kultfilm.

 Mit Jake Gyllenhaal, Drew Barrymore und Patrick Swayze in den Hauptrollen, handelt er von den außergewöhnlichen Erfahrungen eines jungen, schizophrenen Mannes und Schlafwandlers (gespielt von Gyllenhaal), der sehr schlau ist und eine nahezu unbegrenzte Vorstellungskraft besitzt.

Schatten auf Asphalt

Dank eines riesigen, dämonenhaften Hasens namens Frank, der übernatürliche Kräfte besitzt und den Untergang seiner Welt voraussagen kann, kommt Donnie nicht ums Leben.

Die Premiere des Films konnte, aufgrund der Attentate auf die Zwillingstürme, nicht im Kino stattfinden, aber das beeinträchtigte seinen Erfolg in keiner Weise.

Take Shelter – Ein Sturm zieht auf (Jeff Nichols, 2011)

In diesem Film aus der Indiekinoszene, der sich leicht an den Stil von David Lynch anlehnt, geht es um das Leben von Curtis LaForche, einem Familienvater, der zusammen mit seiner Frau und Tochter in einem kleinen Vorort Ohios lebt.

Curtis fängt plötzlich an, komische Träume von einer Apokalypse zu haben, und während sein Leben den Bach hinunter geht, fängt er an, einen sturmsicheren Schutzraum im Hinterhof seines Hauses zu errichten.

Seine Visionen und sein Verhalten werden immer merkwürdiger und er fragt sich schließlich, ob der wahre Grund, weshalb er den Schutzraum baut, ist, seine Familie vor den Gefahren, die er voraussagt, zu schützen oder vor sich selbst.

Und wegen dieser fünf ausgezeichneten Filme hoffen wir, dass wir, sollten wir eines Tages verrückt werden, im Kino landen werden. Viel Spaß beim Schauen!

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