3 Strategien zur Vermeidung von Leiden während des Onlinedatings

5. Mai 2019

Eine der gebräuchlichsten Methoden, um einen Partner zu finden oder eine romantische Beziehung einzugehen, ist das Onlinedating, das über verschiedene Anwendungen und Websites angeboten wird. Diese Art, Menschen zu treffen, ist in unserer Gesellschaft längst akzeptiert und Teil dessen, wie wir Kontakte knüpfen. Es gibt jedoch verschiedene Phänomene, die mit dieser Art der Partnersuche zusammenhängen und die nicht immer angenehm sind. Einige von ihnen verwandeln das Onlinedating gar in eine Straße voller Schlaglöcher.

Deshalb wollen wir in diesem Artikel ausführlich erklären, warum Onlinedating stressiger sein kann als traditionelle Verabredungen. Wir geben außerdem drei Tipps, um die Verzweiflung zu vermeiden, die diese Hindernisse manchmal verursachen, sodass du jedes Date genießen kannst, auf das du gehst.

Was macht Onlinedating so stressig?

Onlinedating kann mit Stress verbunden sein und ermüdet dich mitunter mehr als reguläres Dating. Das liegt daran, dass ein großer Teil des gesamten Prozesses des gegenseitigen Kennenlernens ausschließlich über Nachrichten erfolgt. Das macht das Ganze sehr unpersönlich und kalt.

Frau auf einer Parkbank bedient ihr Handy

Während sich Menschen mithilfe von Apps oder Websites näherkommen, kommt es regelmäßig zu einer der folgenden drei Situationen: Ghosting, Icing und Simmering.

Ghosting

Der Begriff Ghosting bedeutet so viel wie „geistern“ und wird verwendet, um Situationen zu beschreiben, in denen einer der beiden potenziellen Partner plötzlich einfach verschwindet. Diese Person, mit der man bis eben noch geschrieben oder gesprochen hat, scheint sich in einen Geist verwandelt zu haben. Sie beantwortet keine Nachrichten mehr. Sie mag dich sogar in den sozialen Netzwerken blockieren, sodass man sie nicht einmal mehr kontaktieren kann.

Warum passiert das? In den meisten Fällen, weil der „Geist“ dem Gegenüber nicht von Angesicht zu Angesicht mitteilen möchte, dass er sich nicht mehr mit ihm treffen möchte. Daher wählt er die einfachste Option und verschwindet spurlos.

Icing

Zweitens gibt es das Icing, eine Art Vereisung der Beziehung, für die es keine klaren Gründe gibt, wobei die zukünftigen Termine ständig aufgeschoben werden. In diesen Fällen ist es in der Regel so, dass einer der Beteiligten versucht, das Tempo herauszunehmen, ohne die aufkeimende Beziehung tatsächlich zu beenden.

Ähnlich wie beim Ghosting versucht er damit, zu vermeiden, die Beziehung offiziell zu beenden. Jedoch lässt er die Beziehung hier nach und nach sterben, denn er will sich der Situation nicht direkt stellen. Anstatt es über Nacht zu tun, tut er es über einen längeren Zeitraum, entfernt sich immer mehr.

Simmering

Zum Schluss haben wir das Simmering,  das Köcheln. Dieser Ausdruck bezieht sich auf eine Beziehung, in der intermittierende Kommunikation stattfindet, aber nichts Sinnvolles gesagt wird, das sie voranbrächte.

Die Partner gehen zu gemeinsamen Treffen und alles scheint gut zu laufen. Dennoch ist die Kommunikation nicht kontinuierlich: Sie kommunizieren miteinander, aber einer von ihnen braucht immer wieder ungewöhnlich lange, um zu antworten. Es scheint den Wunsch zu geben, sich zu treffen und einander kennenzulernen, aber dieser Wunsch scheint keine höhere Priorität zu haben. Irgendwann beginnt einer von beiden, Ausreden zu finden, um nicht mehr zu kommen, und die Beziehung steuert auf ihr Ende zu.

„Es gibt immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es gibt immer aber auch einen Grund im Wahnsinn.“

Friedrich Nietzsche

Ein Pärchen unterhält sich.

Drei praktische Strategien zur Vermeidung von Leiden beim Onlinedating

1. Reduziere die Unsicherheit auf ein Minimum

Um Ärger beim Onlinedating zu vermeiden, ist es wichtig, dass du so wenig Zeit wie möglich darauf verwendest, zu erraten, was die andere Person sich wünscht oder wie sie sich fühlt. Mit anderen Worten, es ist entscheidend, die Unsicherheit auf ein Minimum zu beschränken. Du musst so weniger raten und kannst dich auf das Date konzentrieren. Es geht darum, wie reife Erwachsene offen miteinander zu reden.

Vielleicht triffst du jemanden und weißt nicht, wonach die andere Person sucht und was diese von dir will. In diesem Fall suchst du, anstatt die gemeinsame Zeit zu genießen, nach Anzeichen, um herauszufinden, wie interessiert sie an dir ist. Wenn du nur daran interessiert bist, solche Zeichen zu entdecken, wirst du wenig spontan wirken und deinen Gegenüber vielleicht sogar verschrecken. Lass die Dinge einfach fließen und wenn die Zeit gekommen ist, dann sprich mit dieser Person darüber, worum es euch beiden geht.

2. Optimiere deine Auswahlmethoden

Du musst sehr vorsichtig sein, wenn du entscheidest, mit wem du dich auf ein Date treffen willst. Vielleicht ist es eine Weile her, dass du mit jemanden ausgegangen bist. Oder vielleicht hast du den Punkt erreicht, an dem du wirklich neue Leute treffen möchtest. In jedem Fall kann die Nutzung von Apps zur Absprache von Treffen sehr aufregend und motivierend sein. Hinzu kommt, dass dies ein einfacher und ziemlich schneller Weg ist, einen potenziellen Partner auszumachen.

Aufgrund der Leichtigkeit, sich im besten Licht darzustellen, ist es aber sehr wahrscheinlich, dass dir so ziemlich jeder Mensch sympathisch erscheinst, den du online triffst. Es ist deshalb notwendig, dir vorher klarzumachen, wonach du suchst. Denke daran, dass deine Zeit sehr wertvoll ist. Dein ideales Date versteckt sich vielleicht irgendwo zwischen diesen vielen potenziellen Partnern, weshalb du dir Zeit nehmen solltest, es ausfindig zu machen. Selektivität ist also wichtig, wenn das Ganze funktionieren soll. Wähle sorgfältig aus, wer für dich infrage kommt.

Ein Mann lacht, während er sein Handy bedient.

3. Sei vorsichtig mit deinen Vorurteilen

Vorurteile sind in allem vorhanden, was wir tun, sagen, denken oder fühlen. Unsere Vorurteile können bestimmte Gefühle für oder gegen eine Person auslösen, einfach weil das, was sie tut, jenes Vorurteil in uns „aktiviert“.

Vorurteile funktionieren so. Sie laufen automatisch ab. Wenn etwas sie anlaufen lässt, ziehen sie uns entweder zu jemandem hin oder entfernen uns von ihm. Und es gibt Vorurteile, die besonders aktiv sind, wenn du dich auf einem Date befindest. Da schaust du ständig, ob die andere Person dir in die Augen schaut oder nicht, wie sie sich gekleidet hat, ob sie gut riecht, ob sie viel oder wenig spricht, usw.

Wenn die Person dir zum Beispiel nicht in die Augen sehen kann, hast du möglicherweise den Eindruck, dass sie dich belügen würde. Es gibt jedoch noch viele andere Gründe, warum jemand Schwierigkeiten haben kann, während eines Gesprächs in die Augen seines Gegenübers zu blicken. Die Person könnte zum Beispiel schüchtern sein – das soll recht häufig vorkommen.

Wahrscheinlich hast du Vorurteile über so ziemlich alles, was du beobachtest oder was die andere Person während des Dates über sich selbst sagt. Du musst lernen, all diese vorgefassten Meinungen beiseitezulegen und deinem Gegenüber eine Chance zu geben. Frage dich selbst, warum du deine Vorurteile nicht loslassen kannst, wenn dir das Probleme bereitet: Liegt es an früheren Erfahrungen? Wie kannst du deine Vorurteile entkräften?

Es ist nie zu spät, die Art und Weise, wie du handelst und Schlussfolgerungen ziehst, zu ändern und die beste Version deiner selbst zu werden! Vergiss dabei nicht, dich zu amüsieren. Menschen zu treffen kann ein Weg voller Herausforderungen, Überraschungen und neuer Erfahrungen sein. Gib den Menschen, denen du begegnest, eine faire Chance. Hüte dich vor allem vor negativen oder unrealistischen Erwartungen. Wenn du dich von ihnen kontrollieren lässt, hast du verloren, bevor du überhaupt mit dem Spiel beginnst.