3 schädliche Arten von Lob

· 14. August 2016

Zahlreiche Bücher beschreiben die Wichtigkeit des Lobes während der Kindheit. Es ist definitiv etwas, was unser Selbstbewusstsein vergrößert und unsere Persönlichkeit formt. Es ist sehr einfach: Wir loben unsere Kinder, wenn sie eine Prüfung bestehen, wenn sie etwas Gutes tun, wenn sie ein wunderschönes Bild gemalt haben usw.

Aber macht es Kinder wirklich selbstsicher, wenn wir ihnen sagen, wie toll sie bestimmte Dinge tun, und ihnen zeigen, dass sie wirklich wundervoll sind? Macht sie das glücklich und garantiert es, dass sie ein starkes Selbstbewusstsein haben werden? Oder sollten wir nicht vielmehr nützliches und schädliches Lob unterscheiden und uns auf ersteres konzentrieren?

„Wenn mich jemand beleidigt, kann ich mich verteidigen, aber gegen Lob bin ich wehrlos.“

Sigmund Freud

Die dunkle Seite des Lobes

Mädchen mit einem Hasen

Natürlich ist es gut, für Menschen die Dinge zu feiern, die du tust. Positive Worte treiben uns an und helfen uns dabei, unser Potenzial zu entwickeln etwas zu erreichen oder besser zu tun. Wenn du zum Beispiel eine Prüfung bestehst und andere dich dafür loben, dann wird dich das motivieren, weiterzulernen und bessere Noten zu bekommen. Oder es wird dir dabei helfen, mehr Arbeit in einen Kurs zu stecken, um ihn zu bestehen, in dem du normalerweise nicht so gut bist.

Aber was passiert, wenn sich dieses Lob wiederholt? Was passiert, wenn du damit anfängst, es zu erwarten und dann überrascht bist, wenn du keines bekommst? Zu viel Lob kann dazu führen, dass wir den einfach Weg wählen, anstatt zu versuchen, uns zu übertreffen, trotz aller Schwierigkeiten, die es geben mag.

Außerdem kann es uns dazu bringen, Dinge zu tun, die wir nicht wirklich mögen. Das heißt, es kann sein, dass wir nur ein gutes Ergebnis erzielen, um gelobt zu werden, aber das heißt nicht, dass uns die Aufgabe auch Spaß macht. Es ist wichtig, dass Kinder nicht jedes Mal, wenn sie etwas tun, an Belohnungen denken. Betrachte es eher als ein Geschenk, das sie jedes Mal bekommen, wenn sie ein gutes Ergebnis erzielen.

Sie sollten die Verantwortung verstehen, die Teil der Dinge ist, die sie tun. Die Ergebnisse sollten zu der Menge an Arbeit passen, die sie in die Aufgabe stecken.

„Der, der um des Guten Willen Gutes tut, braucht weder Lob noch Belohnung, aber er ist sich am Ende beider Sachen sicher.“

William Penn

Schädliches Lob, das dein Selbstbewusstsein zerstört

Kreisende Vögel hinter einem Mädchen

Wenn es um Lob geht, das Kinder schon von jungen Jahren an bekommen, dann gibt es drei fundamentale Arten, von denen wir denken, dass sie ein gesundes Selbstbewusstsein hervorrufen, wobei in Wirklichkeit genau das Gegenteil der Fall ist.

1. Ihre Fähigkeiten zu loben, aber nicht ihre Mühen

Das ist ein sehr schwerwiegender Fehler, der viele Probleme hervorrufen kann. Harte Arbeit ist das, was zählt, das, was wirklich das Ergebnis beeinflusst. Auch wenn du sehr intelligent bist, wirst du nichts erreichen, wenn du keine Mühe in etwas steckst.

Kennst du diese Art von Student, der die Fähigkeit dazu hat, erfolgreich zu sein, aber diese Chance nicht nutzt? Was du von ihnen mitbekommst, ist ein Mangel an Mühe. Wir sollten immer die Mühen loben, denn Fähigkeiten zu loben zerstört das Selbstbewusstsein.

2. Übertriebenes, unspezifisches Lob

Manches Lob ist arg übertrieben, zum Beispiel „Du bist ein Genie“  oder „Du bist ein Künstler“  Solches Lob kann kontraproduktiv wirken. Anstatt ihr Selbstbewusstsein zu erhöhen und zu stärken, tut es genau das Gegenteil.

Lerne, spezifischer zu loben, etwa in Form von „Ich mag, dass du…“  oder „Du hast das wirklich gut gemacht“. Aber versuche nicht, künstlich ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Wenn du ihnen sagst, dass sie ein Genie sind, dann werden sie das auch glauben! Und das kann auch dazu führen, dass sie damit aufhören, es zu versuchen.

3. Mehr Druck ausüben

Wenn wir Kinder loben, dann üben wir dabei manchmal mehr Druck auf sie aus, als wir sollten. Wenn du einem Kind sagst, dass es ein Genie ist, dann realisiert es, dass es diesen Status beibehalten muss. Und das setzt sie unter viel zu viel unnötigen Druck.

Es ist wichtig für sie, Mühe und Ehrgeiz hervorzubringen, aber Druck ist nicht das Gleiche wie Motivation. Es ist wichtig, dass sich das Kind motiviert fühlt, und nicht unter Druck. Braucht es diesen Stress und die Angst denn wirklich schon in so jungen Jahren?

„Wir sollten nicht zu sehr an Lob glauben. Kritik ist manchmal ziemlich notwendig.“

Dalai Lama

Auch wenn das Wort „Lob“ eine positive Konnotation hat, kann es recht negativ sein, wenn es nicht richtig benutzt wird. Lerne, es auf korrekte Art und Weise zu benutzen und erinnere dich daran, dass es manchmal nicht nötig ist, zumindest nicht in übertriebenem Ausmaß.

Geigenmaedchen

Lobe Mühe, Exzellenz und Motivation, aber belohne oder übertreibe nicht das, was ihnen einfach in die Hände fällt. Unterscheide nützliches und schädliches Lob. Es ist wichtig für Kinder, auf etwas hinzuarbeiten, um es zu erreichen. Nur dann werden sie seinen wahren Wert schätzen lernen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Claudia Tremblay