10 inspirierende Sätze von Virginia Woolf

· 22. August 2018

Die Sätze von Virginia Woolf enthüllen eine gequälte Seele, die scheinbar nie Frieden gefunden hat. Sie illustrieren großes Talent, aber auch enorme Skepsis. Das ist nicht besonders verwunderlich, bedenkt man, dass sie Zeuge der Schrecken zweier Weltkriege war. Diese Ereignisse nahmen erheblichen Einfluss auf die Künstler jener Zeit.

Virginia Woolf wurde 1882 in London geboren. Sie war eine der wichtigsten Figuren der Literatur der Moderne und eine kompromisslose Feministin. Im Alter von dreizehn Jahren verlor sie ihre Mutter und nicht lange danach auch noch ihre Schwester und ihren Vater. Einige Biografen weisen zudem darauf hin, dass sie Opfer sexuellen Missbrauchs durch ihre Halbbrüder geworden sei.

„Jemand, der sich verändert, ist auch jemand, der weiterlebt.“

Virginia Woolf

Die von uns ausgewählten Sätze von Virginia Woolf zeigen ihre innere Unruhe, aber auch ihr beeindruckendes Talent. Sie war eine Schriftstellerin, deren Worte sowohl damals als auch heute noch aktuell sind.

Liebe: Ein wiederkehrendes Thema in den Werken von Virginia Woolf

Virginia Woolfs Blick auf die Liebe war weder romantisch verklärt noch naiv. Man kann ihre Sichtweise am ehesten als realistisch betrachten.

„Liebe ist eine Illusion, eine Geschichte, die im Kopf entsteht. Die ganze Zeit über weiß man, dass sie nicht wahr ist. Darum achte darauf, die Illusion nicht zu zerstören.“

Virginia Woolf

Paar hält Händchen

Trotz wiederholter Nervenzusammenbrüche und ihrer traumatischen Erfahrungen als Jugendliche kann man durchaus sagen, dass sie Glück in der Liebe hatte. Mit dreißig Jahren heiratete sie und war, so schrieb sie in ihrer Autobiografie, auch 25 Jahre später immer noch glücklich verheiratet. Sie hatte jedoch nicht nur diesen einen Partner. Dazu schrieb sie: „Wenn man verliebt ist, ist nichts so seltsam, wie die völlige Gleichgültigkeit anderer.“

Sei du selbst

Einige der Sätze von Virginia Woolf beziehen sich auf das Thema Ehrlichkeit: „Sei ehrlich, und das Ergebnis wird unglaublich interessant sein.“  Damit verdeutlichte sie, dass das Einzigartige eines jeden Menschen gleichzeitig auch das Auffälligste an ihm ist.

Diese Idee wird in einer weiteren Formulierung von Virginia Woolf bekräftigt, die lautet: „Es besteht keine Notwendigkeit, sich zu beeilen. Es gibt keinen Grund, zu strahlen. Es ist nicht notwendig, jemand anderes als man selbst zu sein.“  Authentizität hatte für sie einen enormen Wert, gleichzeitig war und ist sie aber auch eine schwierige Aufgabe.

Die Kultur

Übereinstimmend mit ihrer Vorstellung von Authentizität forderte Virginia Woolf, den Ursprung der eigenen Ideen zu überdenken. Dieser Satz spielt darauf an: „Was ist diese Zivilisation, in der wir uns befinden? Was sind diese Feierlichkeiten und warum sollten wir daran teilnehmen? Was sind diese Berufe und warum sollten wir mit ihnen Geld verdienen?“

Diese Fragen sind ein Aufruf, etwas zu überdenken, was so offensichtlich erscheinen mag. Sie zeigen einen Weg, zu den ursprünglichen Gründen zurückzukehren, der möglicherweise auch zum wahren Sein führen kann. Sie lud uns ein, darüber nachzudenken, wie wir, manchmal auf mechanische Weise, tagtäglich leben.

Zum Thema Kultur gibt es einen weiteren scharfsinnigen Satz von Virginia Woolf: „Humor ist das erste Geschenk, das in einer fremden Sprache untergeht.“  Damit drückt sie aus, dass Sprache so viel mehr als nur Grammatik zu bieten hat. Vor allem hat Sprache etwas mit Kultur zu tun. Sie ist es, die jeder Aussage Bedeutung verleiht.

Skulpturen aus Stahl: Menschen rücken an Rücken, innere Kinder berühren sich

Gefängnisse und die Zeichen der Jugend

In diesem schönen Satz beschreibt Virgina Woolf auf sehr poetische Weise den Kontrast zwischen dem Äußeren und dem, was man wirklich im Inneren trägt: „Jeder hat seine Vergangenheit in sich eingeschlossen, wie die Seiten eines Buches, das man in seiner Erinnerung abgespeichert hat und von denen die Freunde lediglich den Titel lesen können.“

Der nachfolgende Satz bezieht sich auf die Erwartungen der anderen, die sich wie ein Gefängnis anfühlen: „Die Augen der anderen, unsere Gefängnisse; ihre Gedanken, unsere Käfige.“  Man ist gefangen in dem, was andere in einem sehen und über einen denken. Nur, wer sich ihrem Einfluss entziehen kann, ist wirklich frei.

Fragmente eines Gesichts

Abschließend gibt es noch einen weiteren sehr interessanten Satz von Virginia Woolf. Darin beschreibt sie die Freundschaft als ein sehr berührendes Merkmal der Jugend: „Eines der Zeichen der Jugend ist das Gefühl einer Freundschaft zu anderen Menschen, wenn man seinen Platz unter ihnen einnimmt.“

Diese englische Schriftstellerin hat ihren ganz eigenen Platz in der Literatur. Virginia Woolf hat mit der Zeit nicht nur immer mehr Leserinnen und Leser erobert, sondern ist auch zu einer der anerkanntesten Stimmen im Feminismus geworden. Ihr Fußabdruck ist deutlich zu erkennen und wird sicherlich noch einige Jahrhunderte lang bestehen bleiben.