Zusammenhang zwischen Farben und Charaktereigenschaften

Fast jeder Mensch hat eine Lieblingsfarbe. Doch welchen Zusammenhang gibt es zwischen Farben und der Persönlichkeit? Meist entsprechen die farblichen Vorlieben einem Persönlichkeitsmuster und genau darüber geht es in unserem heutigen Artikel.
Zusammenhang zwischen Farben und Charaktereigenschaften

Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2021

Obwohl viele Menschen der Meinung sind, dass Farben nichts mit Gefühlen, Meinungen oder Verhalten zu tun haben, gibt es andere, die fest an den Zusammenhang zwischen Farben und Charaktereigenschaften glauben. Nur wenige Menschen tragen Farben, die sie nicht mögen oder dekorieren damit ihr Wohnzimmer. Fast jeder Mensch hat eine oder mehrere Lieblingsfarben, wobei nur wenige den Grund für ihre Vorlieben erklären können.

Gibt es eine idiosynkratische Erklärung für die Vorliebe zu einer bestimmte Farbe? Das Fachgebiet der Farbpsychologie untersucht diese und ähnliche Fragen. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren.

Zusammenhang zwischen Farben und Charaktereigenschaften

Farbe und Charaktereigenschaften: Interindividuelle Unterschiede

Jeder Mensch nimmt Farben anders wahr und gibt ihnen unterschiedliche Bedeutungen. Nicht nur funktionelle Unterschiede im sensorisch-perzeptiven System können zu Differenzen in der Farbwahrnehmung führen (zum Beispiel durch Farbenblindheit), auch die Lebensgeschichte beeinflusst uns alle, denn wir verbinden die wahrgenommenen Farben mit unterschiedlichen emotionalen Schattierungen.

Aus diesem Grund ist der Versuch, gemeinsame Regeln abzuleiten und wiederholbare Beobachtungen durchzuführen, sehr komplex. Folgende zusammenhängende Faktoren erschweren derartige Untersuchungen zusätzlich:

  • Ein und dieselbe Farbe hat zahlreiche Schattierungen, von denen manche wärmer, andere wiederum kälter sind. Sie rufen bei der betrachtenden Person unterschiedliche emotionale Reaktionen hervor, auch wenn es sich um dieselbe Farbe handelt.
  • Manchmal existiert eine Dissoziation zwischen Werten und Präferenzen. Eine Person kann eine bestimmte Farbe für einen Kontext wählen, während sie für eine andere Situation eine andere bevorzugt. Zum Beispiel mag die Farbe Schwarz für manche ein Synonym für Klasse und Eleganz sein, während sie für andere mit Dunkelheit und Trauer assoziiert wird.

Lass mich, lass mich meine Seele in Farben tauchen; lass mich den Sonnenuntergang schlucken und den Regenbogen trinken.

Khalil Gibran

Studien über den Zusammenhang zwischen Farben und Charaktereigenschaften

Kontinuierlich beeinflusst die Farbe von Gegenständen die Entscheidungen, die wir treffen. Es gibt jedoch nicht viele wissenschaftliche Beweise, die dies bestätigen, da ein Großteil der Schlussfolgerungen wissenschaftlicher Studien aus Indizien abgeleitet sind.

Farbe muss gedacht, geträumt, ersonnen werden.

Henri Matisse

Obwohl also kein solides wissenschaftliches Gerüst vorhanden ist, das die Beziehung zwischen Farbe und Charaktereigenschaften bestätigt, gibt es einige Prinzipien und Phänomene, die in der Psychologie weltweit anerkannt sind. So besteht unter anderem ein gewisser Konsens darüber, dass die bevorzugten Farben eines Menschen bis zu einem bestimmten Grad seinen psychophysischen und kognitiven Zustand widerspiegeln.

Andererseits sind einige Psychologen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, der Meinung, dass es im Allgemeinen nicht positiv ist, eine Farbe zu vermeiden. Im Gegenteil, sie behaupten, es sei ratsam, alle Farben zu verwenden, um ein größeres psycho-affektives Gleichgewicht zu fördern. 

Sag mir deine Lieblingsfarbe und ich kenne deine Persönlichkeit

Alles scheint darauf hinzudeuten, dass die meisten Menschen dazu neigen, sich abhängig von verschiedenen Aspekten ihres täglichen Lebens für die eine oder andere Farbe zu entscheiden, wenn es sich um Kleidung, Dekoration oder beispielsweise auch um Essen handelt. Daraus könnte man ableiten, dass die Regelmäßigkeit in der Wahl der verschiedenen Farben die Regelmäßigkeit der Persönlichkeit widerspiegelt und darin die Verbindung zwischen beiden liegt.

So berichtet die Farbpsychologie über drastische Änderungen in der Wahl der einen oder anderen Farbe, die von der Stimmung und Lebensdynamik einer Person abhängen.

Andererseits wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Umstellung von einer Lieblingsfarbe zu einer anderen eine Reaktion auf die Notwendigkeit sein kann, auf diese neue Farbe als Hilfsmittel für die Entwicklung neuer Eigenschaften zurückzugreifen, um mit veränderten Umständen umgehen zu können.

Farbe ist Leben, denn eine Welt ohne Farben erscheint uns wie tot. Farben sind Ur-Ideen, Kinder des uranfänglichen farblosen Lichtes.

Johannes Itten