Zitate von Spinoza, die zum Nachdenken anregen

Spinoza schätzte Gedankenfreiheit und war seiner Zeit weit voraus. Seine Aussagen regen uns auch heute noch zum Nachdenken an.
Zitate von Spinoza, die zum Nachdenken anregen

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Die Zitate des niederländischen Philosophen Spinoza zeichnen sich durch die einzigartige Kombination von Einfachheit und Tiefe aus, die von großer Intelligenz zeugt. Viele Gelehrte wie Hegel und Schelling hielten ihn für den Vater des modernen Denkens. Im Unterschied zu der komplexen Prosa dieser Philosophen sind seine Texte klar und verständlich.

Baruch de Spinoza kam 1632 in Amsterdam zur Welt, seine Familie war jedoch jüdischer Abstammung und musste ihre Heimat Spanien über Portugal und Frankreich verlasen, bis sie in den Niederlanden ihre neue Heimat fand. Vielleicht erklärt dies, warum in Spinozas Werken das Thema Religion einen zentralen Platz einnimmt.

Es ging diesem Philosophen nicht darum, religiöse Überzeugungen zu verbreiten, sondern sie zu hinterfragen. Deshalb wurde er aus der jüdischen Gemeinde verbannt. Mehrere seiner Werke wurden verboten. Es waren seine Freunde, die nach seinem Tod den Großteil seiner Schriften veröffentlichten. Viele Zitate dieses Meisters sind von beeindruckender Klarheit und noch heute erstaunlich. Sie werden dich zum Nachdenken anregen.

Ich habe mich sehr bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern sie zu verstehen.

1. Spinoza über Reue

Wer bereut, was er getan hat, ist vielmehr doppelt unglücklich oder ohnmächtig.

Im 17. Jahrhundert war diese Aussage revolutionär: Viele seiner Zeitgenossen bezeichneten den Philosophen als profan und beleidigend. Einer der Grundpfeiler des Christentums ist die Reue, deshalb wurde diese Feststellung als blasphemisch interpretiert. Heute lädt uns dieses Zitat zum Nachdenken ein. Wie viel Groll und Schuldgefühle tragen wir mit uns herum?

7 Zitate von Spinoza, die zum Nachdenken anregen

2. Gedankenfreiheit

Spinoza schätzte Gedankenfreiheit und war seiner Zeit weit voraus. Er hielt nichts von Dogmen, Vorurteilen oder unbegründeten Überzeugungen. Sein liberaler Geist verlieh ihm einen ausgeprägten kritischen Sinn.

Diejenige Regierung wird die gewaltsamste sein, wo einem jeden die Freiheit, zu sagen und zu lehren, was er denkt, verweigert wird.

Der Philosoph Spinoza plädierte für die Vielfalt des Denkens, stieß jedoch bei seinen Zeitgenossen nicht auf große Zustimmung. Damals wurden Wahrheiten ohne Ausnahmen und Einheitsdenken weitaus mehr geschätzt. Wie hätte Spinoza wohl unsere aktuelle Gesellschaft beurteilt?

3. Spinoza und der Ursprung der Freiheit

Die höchste Aktivität, die ein Mensch erreichen kann, ist das Lernen, um zu verstehen, denn verstehen heißt frei sein.

Dieses Zitat spiegelt die Gründe dafür wider, warum der niederländische Philosoph als einer der größten Rationalisten aller Zeiten gilt. Freiheit war für ihn ein transzendentaler Wert, der nur aus der Vernunft, aus dem Verstehen geboren wird. Dies stand im Gegensatz zu der damals vorherrschenden Kultur, in der das Thema Freiheit verdächtig war und die Ablehnung der Religion Wahnsinn.

7 Zitate von Spinoza, die zum Nachdenken anregen: Vögel, die Freiheit symbolisieren

4. Das Gute und das Böse

Spinoza markierte ein Vorher und Nachher, insbesondere im Bereich der Ethik. Zitate von ihm finden sich in Werken von Freud, Lacan und Foucault. Sein Werk hat den westlichen Geist so sehr geprägt, dass vieles von dem, was heute postuliert wird, auf diesen niederländischen Philosophen zurückgeht.

Eine andere seiner Aussagen lautet:

Wir wollen etwas nicht, weil es gut ist, sondern umgekehrt, wir sagen, dass etwas gut ist, weil wir es wollen.

Es handelt sich um eine wahre Einschätzung der menschlichen Natur. Spinoza spricht von der subjektiven Verzerrung, die durch persönliche Neigungen entsteht. Mit anderen Worten: Das Gefühl hat oft Vorrang vor dem Denken.

Spinoza, niederländischer Philosoph

Spinoza, Gott und die Ignoranz

Spinozas Werk wurde fast ein Jahrhundert lang verboten und versteckt, und zwar deshalb, weil er das Thema Gott mit einer erneuerten Vision behandelte, die in den mächtigen, dogmatischen Kreisen seiner Zeit nicht gut ankam. Es gelang ihm, zwischen Religion und Vernunft zu unterscheiden, was von denjenigen, die religiöse Macht ausübten, nicht gutgeheißen wurde.

Wir zitieren den Vordenker:

Sie werden nicht ermüden, nach den Ursachen der Ursachen zu fragen, bis du zum Willen Gottes, das heißt zum Asyl der Unwissenheit deine Zuflucht genommen hast.

Spinoza war zwar ein tief religiöser Mensch, jedoch in kritischem Denken geschult. Außerdem stand er unter großem ideologischen und gesellschaftlichen Druck, gab seine Freiheit jedoch nie auf. Er starb im Alter von 44 Jahren an Tuberkulose. Sein einziger Besitz waren zwei Betten, zwei Tische, ein Linsenpolierset und 150 Bücher.

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  • Damasio, A. R. (2005). En busca de Spinoza: neurobiología de la emoción y los sentimientos. Grupo Planeta (GBS).