Worte schmerzen nur, wenn sie jemand sagt, der dir wichtig ist

21. Juni 2016 en Emotionen 413 Geteilt
Worte können schmerzen, aber auch heilen.

Worte haben Macht… so viel, dass sie dazu in der Lage sind, einen sehr starken, emotionalen Schmerz hervorzurufen. So als hätten wir einen Schlag erhalten, so als würde unsere Seele direkt zerschlagen und unser Herz in tausend Stücke zerteilt werden.

Jedoch wird dieser Effekt nur dann eintreten, wenn die Worte von einer Person stammen, die Bedeutung für uns hat: Unser Partner, ein Familienmitglied, ein Freund. Es ist wir ein Bruch der Achse, die uns im Gleichgewicht hält, es ist ein Gefühl der Aggression, dass von jemandem ausgeht, der uns sehr nahesteht.

Die Wirkung von Sprache ist überraschend dauerhaft. Keinem Kind wird es leicht fallen, eine Beschimpfung zu vergessen, niemand kann aus seinem Verstand verbale oder kommunikative Aggression ganz einfach auslöschen, die er vom Partner erfahren hat.

Sprache ist nicht nur eine Ansammlung von Wörtern, denen eine Bedeutung zugeschrieben ist, die wir vererben und im sozialen und kulturellen Kontext lernen. In Wirklichkeit ist Sprache vor allem eine Form der Kommunikation und der Übermittlung von Emotionen. Hier sind es auch der Ton und der Gesichtsausdruck, die „kommunizieren“.

Im Verlauf unseres Lebens können wir so manchen Kommentar bekommen, der kaum angemessen, schlecht getroffen oder auch schlecht gemeint erscheint. Doch die Mehrzahl davon lassen wir einfach an uns vorbeiziehen und sie hinterlassen keinerlei Spuren in unserem Gehirn. Was jedoch wirklich eine Spur oder sogar eine Narbe hinterlässt, sind die Worte, die aus dem Mund von geliebten Menschen stammen.

Wir alle haben im dunklen Keller unseres Gedächtnis diesen herabwürdigenden Satz aufbewahrt, den irgendein nahestehendes Familienmitglied uns vorgehalten hat. Es kann auch sein, dass du dich bis heute an bestimmte Sätze oder Worte erinnerst, die von dem Menschen ausgesprochen worden sind, den du so gern hattest.

Worte, die Narben hinterlassen

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Wir sollten stets beachten, dass niemand davon ausgenommen ist, mal in einem Moment ein mehr oder weniger passendes „Wort“ fallen gelassen zu haben, was jemandem wehtut oder belästigt. Es kann sich um etwas ganz Punktuelles handeln. Jedoch entsteht ein Problem, wenn wir etwas mehr als nur Worte, wenn wir schädliche Kommunikation und fehlende Affektion von jemandem erfahren.

Worte frei von Affektion oder Empathie erzeugen ein großes Mangelgefühl beim Menschen. Es sind Einkerbungen der Einsamkeit und der Isolation für das kleine Kind, und tiefe Schluchten der Enttäuschungen und Bitterkeiten für die Person, die von ihrem Partner verletzt wurde. 

Paul Watzlawick, ein berühmter österreichischer Kommunikations- und Sprachexperte, hat eine interessante Theorie aufgestellt, die er mit „Entwertung“ betitelte. In ihr zeigt sich die destruktive Kraft der Worte in der humanen Kommunikation. Sie tritt am häufigsten in den folgenden Formen auf:

  • Die Wertminderung: Bei dieser Art der Kommunikation wird ein bestimmter Worttyp verwendet, der vor allem danach trachtet, den Wert der Person zu verringern. Allem, was die Person sagt oder macht, wird die Bedeutung abgesprochen, es wird eine diskreditierende Sprache verwendet, die den Wert der Person als Ganzes, den Wert ihrer gesamten Essenz verringert. Es ist etwas wirklich Destruktives.
  • Die Disqualifizierung: In diesem Fall geht es nicht nur darum, den Wert der Person zu mindern, sondern ihr jeglichen Wert abzusprechen. Es geht also noch einen Schritt weiter und es tauchen Aussprüche auf wie „du bist für nichts zu gebrauchen“, „du bist die nutzloseste Person der Welt“, oder „du kannst niemandem das Wasser reichen“.
  • Die Entwertung: Dieser Grad der Kommunikation geht so weit, die Person als Ganzes als nichtig anzusehen. Während wir in den vorangegangenen Definitionen ihr nur an Wert genommen oder sie erniedrigt haben, geht man hier zum Ignorieren über. Es ist schon egal, ob ein Kind etwas gut oder schlecht macht, es wird einfach ignoriert. Es ist egal, ob der Partner auf der Seite desjenigen ist, den er liebt, ob er da ist oder nicht, er bleibt in der Leere. So als würde er überhaupt nicht existieren.

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Wie kann man mit verletzenden Worten umgehen

Es gibt manchmal solche Menschen, die nicht kommunizieren können, denen die angemessenen Werkzeuge dazu fehlen, emotionale Nähe, Respekt und Anerkennung anzubieten. Es ist diese Art von Person, die spricht, fast ohne zu denken, und die andere verletzt, ohne sich dessen bewusst zu sein (zumindest in der Mehrheit der Fälle).

Die erste Bedingung für jede Form der Kommunikation und Verwendung von Worten ist der Respekt. 

Über unser ganzes Leben hinweg haben wir uns in solchen Situationen wiedergefunden. Wir sollten lernen, mit dem Gefühl von Schmerz umzugehen, den wir wegen bestimmter Worte fühlen, die uns nahestehende Personen sagen. Der Schlüssel dazu besteht im Folgenden:

  • Wir müssen uns anschauen, welche Persönlichkeit diese Person hat. Es ist möglich, dass unsere Eltern oder auch ein Bruder, den folgenden Charakterzug hat: Es fehlt ihnen an emotionaler und respektvoller Kommunikation. Wenn es so ist, dann ist es etwas, was wir annehmen sollten, aber dabei stets in jedem Moment klar stellen sollten, „dass sie damit verletzen.“
  • Wenn diese Kommunikation stets aggressiv ist und unsere Rechte verletzt und bis zur Disqualifizierung reicht, dann ist es klar, dass man die gegebene Beziehung nicht ausbauen sollte. Es ist eine Form der Misshandlung und daher verteidigen wir uns und bauen die nötige Distanz auf.
  • Wenn dein Partner zum Beispiel sehr häufig ironische Worte verwendet, dann solltest du verstehen, dass es sich damit auch um eine Form persönlicher Verletzung handelt. Lass das nicht zu.
  • Verstehe von Beginn an, dass die Form, in der eine Person ihre Worte benutzt, viel über ihren Charakter aussagt. Wenn du dich nicht mit der Sprache einer bestimmten Person wohlfühlst, dann „passt“ du nicht zu dieser Person.

Wir alle können im gegebenen Moment dazu verfallen, verletzende Worte von uns zu geben oder zu erhalten. Wenn es sich um ein punktuelles Ereignis handelt, dann zögere nicht, laut dein Unwohlsein, deine Belästigung und deine Verletzung auszudrücken. Benutze die Personalisierung, und lass die andere Person sehen, was sie fühlen würde, wenn sie an deinem Platz wäre.

Eines der Hauptprobleme der Kommunikation ist nicht, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen, sondern dass wir nur hören, um zu antworten, und hier entstehen diese Worte, die verletzen.

Eingerissenes-Herz

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Art in the Dark und Beth Joole

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