Wie weiß ich, dass ich die richtige Entscheidung treffe?

· 27. Mai 2018

Suzy Welch ist eine Redakteurin des Harvard Business Review.  Sie hat eine Technik entwickelt, um gute Entscheidungen zu treffen. Diese Technik basiert darauf, das Unmittelbare, Mittlere und Langfristige zu beachten. Welch schlägt vor, dass du, bevor du eine Entscheidung triffst, diese durch die 10-10-10 Regel filterst. Du solltest dich fragen: Werde ich mich deswegen nach 10 Minuten schlecht fühlen? Nach 10 Monaten? Oder werde ich mich sogar nach 10 Jahren daran erinnern und es bereuen?

Wir alle treffen jeden Tag Entscheidungen, ob aus Vergnügen oder aus Verpflichtung. Wenn du auf die Dinge zurückblickst, die dich vor einer Weile gestört haben, wirst du erkennen, dass selbst deine „schlechten“ Entscheidungen mitunter gute Folgen gehabt haben. Und eine „gute“ Entscheidung hat vielleicht unerwartete Folgen nach sich gezogen.

Dementsprechend ist es vorteilhaft, sich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, welche die absolut richtige Entscheidung sei. Stattdessen solltest du alle Möglichkeiten und/oder möglichen Konsequenzen untersuchen. Wenn du dich in das Treffen der richtigen Entscheidungen hineinsteigerst, nimmst du schließlich an, dass du auf die ein oder andere Weise für diese belohnt und bestraft wirst. Und wenn du weißt, dass die reale Welt so nicht funktioniert, warum zwingst du dich dann dazu, dich dieser Dichotomie zu unterwerfen?

„In Momenten, in denen du Entscheidung triffst, formst du dein Schicksal.“

Tony Robbins

Frau, die auf Gleisen tanzt

Steigere dich nicht in Extreme hinein

Wenn du Entscheidungen triffst, darfst du nicht außer Acht lassen, dass du zumindest die Lektion der Entscheidungsfindung lernen kannst, die mit dem Prozess einhergeht. Außerdem wirst du alle Lektionen deiner tatsächlichen Entscheidung erhalten. Dabei ist es egal, ob die Option, für die du dich entschieden hast, die beste oder die schlechteste ist. Oftmals hängt diese Bewertung sowieso vom Grad der Verpflichtung ab, den du mit ihr verbindest.

Sobald du dich der Aufgabe der Entscheidungsfindung stellst, werden dich deine Intuition und Gefühle zur Situation wahrscheinlich lenken. Wenn nicht, werden sie zumindest beeinflussen, wie du dich nach der Entscheidung fühlst. Wenn du verschiedene Möglichkeiten hast, ist es natürlich, dass du Zweifel daran hast, was richtig oder falsch ist. Das Einzige, was du diesbezüglich tun kannst, ist, die Zeit vergehen zu lassen. Nur im Laufe der Zeit kannst du sehen, was passiert, und deine Entscheidung, wenn nötig, korrigieren.

Viele Entscheidungen beinhalten eine versteckte Alternative: nichts zu tun. Sie ist versteckt, weil manche Menschen denken, dass es dasselbe sei, zu entscheiden, nichts zu tun, wie sich gar nicht zu entscheiden. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Sich dafür zu entscheiden, nichts zu tun, ist ebenfalls eine gültige Entscheidung. Es ist eine Option, die an sich nicht schlecht ist. Oft ist sie vernünftig und lässt zu, dass die Zeit neue Möglichkeiten aufdeckt. Möglichkeiten, die du den gegenwärtigen vielleicht bevorzugst.

Pfeile, die in verschiedene Richtungen zeigen

Jedoch tun wir bei vielen Gelegenheiten nichts, weil es die geringste Dissonanz verursacht. Weil es die Wahl ist, die den geringsten Aufwand erfordert. Oder weil es uns erlaubt, die Verantwortung zu meiden. In diesen drei Fällen ist das Nichtstun für gewöhnlich eine feige Wahl. Vielleicht wird es kurzfristig Erleichterung verschaffen, doch es ist wahrscheinlich, dass es langfristig nur Angst verursacht.

„Denke 100-mal nach, bevor du eine Entscheidung triffst, aber wenn du sie getroffen hast, stehe zu ihr wie ein Mann.“

Muhammad Ali Jinnah

Ziehe den vollen Nutzen aus jeder Erfahrung

Ein guter Weg, um das Beste aus einer Situation herauszuholen ist es, dich nicht zu verurteilen oder zu bestrafen, nur weil du glaubst, einen Fehler gemacht zu haben. Fehler erfordern eine Korrektur oder Lösungen, aber selten Bestrafung. Es gibt keinen Erfolg ohne Fehler, Opfer oder Verzicht.

Sich die Möglichkeiten zunutze zu machen verschafft Vertrauen darauf, diese auch in schwierigen Zeiten abrufen zu können. Andererseits ist es wichtiger, zu wissen, wie man Chancen schafft und Alternativen generiert, als den Nutzen aus ihnen zu ziehen. Es ist wichtiger, den Willen und die Intelligenz zur Bewegung zu haben, als einen beeindruckenden Sprint hinzulegen.

Frau, die die Sonne genießt

Bei der Entscheidungsfindung ist es tatsächlich am schlimmsten, keinen Fehler zu machen. Versuche, deinen Fehler zu begreifen, statt ihn als Warnung für ähnliche Situationen zu verstehen.

Um Entscheidungen zu treffen, die du später nicht bereuen wirst, ist es zudem wichtig, gut vorbereitet zu sein. Zu wissen, wie man die Zeit abwartet, ist eine essenzielle Komponente guter Vorbereitung. Den richtigen Moment zu nutzen ist dann der Schlüssel zum Erfolg.

Wenn sich die Geschichte wiederholt, muss der Grund dafür nicht die getroffene Entscheidung sein. Es ist wahrscheinlicher, dass das passiert, weil wir nicht aus den vorherigen Erfahrungen gelernt haben. Das Gute an den Zügen des Lebens ist, dass sie ständig vorbeifahren. Du könntest einen verpasst haben, der dich an einen wundervollen Ort gebracht hätte. Doch du weißt nie, welche anderen Züge gerade ankommen und deine Hoffnung nähren, dich vielleicht an einen noch schöneren Ort zu bringen.

„Fälle nie einen Baum im Winter. Triff nie eine schwere Entscheidung, wenn du niedergeschlagen bist. Und triff nie wichtige Entscheidungen, wenn du in schlechter Stimmung bist. Warte. Sei geduldig. Der Sturm wird vorübergehen. Der Frühling wird kommen.“

Robert H. Schuller