Wie revolutionierte Freud die Psychologie?

· 23. Dezember 2018

Freud erschütterte die Grundlagen der Psychologie. Er tat dies, indem er eine neue Perspektive einführte, und viele Psychologen praktizieren die zugehörigen Denkweisen noch immer. In diesem Sinne war Freud ein Revolutionär in seiner Art, den Menschen und ihren Geist zu verstehen.

In diesem Artikel wollen wir uns nicht so sehr auf seine Beiträge zum Fortschritt der Wissenschaft konzentrieren. Stattdessen werden wir uns ansehen, wie er zum Revolutionär wurde. Wir wollen auch sehen, warum er heute noch eine bedeutende Figur ist. Ja, Freud ist noch immer eine Schlüsselfigur der Psychologie. Man könnte sogar sagen, dass Freuds Einfluss auf die Psychologie so groß war wie der Kopernikus‚ darauf, wie wir das Universum verstehen. Nun aber lasst uns einen Blick auf diese historische Figur werfen!

Freud und das Unbewusste

Das Unbewusste war seine revolutionärste Idee, ist heute jedoch eines der weniger diskutierten Themen. In dem historischen Kontext, in dem Freud lebte, war die Sozialpsychologie noch nicht entwickelt. Psychologen wussten jedoch bereits, dass der Mensch nicht die volle Kontrolle über das hatte, was mit ihm passierte, dass bestimmte externe Variablen, wie z. B. die Menge an Sonnenlicht, die er täglich erhielt, seine Stimmung beeinflussen, ihn blenden oder ins Straucheln bringen konnte. Freud ging mit seinem Konzept noch einen Schritt weiter.

Freud wies darauf hin, dass es in jedem von uns eine Seite gibt, die wir nicht direkt, nicht bewusst erreichen können. Diese Seite manifestiert sich jedoch in unseren Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen. Es ist eine Art Genie, das hinter den Kulissen agiert. Es bewegt die Fäden der Marionette, zeigt sein Gesicht aber nicht auf der Bühne.

Surreales Bild zeigt Landschaft auf Gesicht

Das Unbewusste wird vom Bewusstsein ignoriert und kann uns manchmal auf schwierige Wege führen. Der unbewusste Verstand mag Kindheitserinnerungen beinhalten, oder auch ein niedriges Selbstwertgefühl oder Probleme in Bindungen. Diese Probleme könnten beispielsweise dazu führen, dass unsere Beziehungen scheitern. Das Unbewusste kann uns traurig machen, ohne dass uns bewusst wäre, warum, oder lässt uns symbolische Träume haben. Es kann sogar bestimmte Nuancen in unserer Sprache verursachen.

Die Macht der Worte

Die Menschen schätzten Freud, unter seinen vielen anderen Tugenden, als einen großartigen Schriftsteller. Drei Adjektive, mit denen man sein Werk beschreiben könnte, sind detailliert, klar und elegant. Er hat viel Überlegung in seine Wortwahl gesteckt, um seine Gedanken meisterhaft auszudrücken. Er machte das Schreiben zudem zu einem zentralen Bestandteil seiner Therapie.

So argumentierte Freud, dass eine der unschuldigsten Manifestationen des Unbewussten unsere Sprachlosigkeit sei. Gleichzeitig glaubte er, dass die freie Assoziation ein Weg sei, um auf unbelastete, unbewusste Informationen zuzugreifen. Die freie Assoziation wird seitdem als grundlegende Methode der psychoanalytischen Technik verwendet. Andere, zuvor verwendete Techniken, z. B. die Hypnose, wurden der freien Assoziation untergeordnet, obwohl sie ursprünglich als sehr nützlich für diesen Zweck angesehen wurden. Der große Vorteil der freien Assoziation ist, dass sie, wenn sie richtig praktiziert und interpretiert wird, frei von Suggestionen und den Einschränkungen des Bewusstseins ist.

Ein Blick auf die Kindheit

Freud glaubte, dass die Kindheit eine wichtige Phase sei, in der Ereignisse stattfinden, die uns während unseres gesamten Lebens beeinflussen werden. Darüber hinaus werde dieser Einfluss vor allem durch das Unbewusste ausgeübt. Wir alle verwenden Modelle, die wir verinnerlicht, aber nicht verarbeitet haben.

Eine Sache, die man über Freud sagen kann, ist, dass er keine Angst hatte, zu kämpfen, um bestimmten Tabus ein Ende zu setzen. Freud argumentierte nämlich auch, dass Sexualität auch in der Kindheit eine wichtige Rolle spiele. Diese Idee war ihm sehr wichtig. Das sehen wir zum Beispiel an seinen Beschreibungen der Ödipus- und Elektra-Komplexe. Er sprach jedoch von kindlicher Sexualität als etwas Natürlichem und verzichtete darauf, eine moralische Debatte darüber zu führen.

Zeichnung einer nackten Frau

Für ihn war diese Sexualität sehr präsent und konnte schwerwiegende Folgen haben: Bei Jungen zum Beispiel kann der Wettbewerb mit dem Vater um die Liebe zur Mutter sein Wachstum anregen. Dies kann den Jungen dazu bringen, den Vater nachzuahmen und zu versuchen, ihn zu überwinden – in verschiedenen Lebensbereichen. Auf der anderen Seite kann diese Idealisierung der Mutter den Jungen dazu bringen, Menschen, die seiner Mutter ähnlich sind, attraktiv zu finden, wenn es um Beziehungen geht.

Konflikt und Neurose

Eine weitere revolutionäre Idee, mit der Freud zu tun hatte, dreht sich um die Neurose. Freud schlug vor, dass es interne Konflikte zwischen dem, was wir uns wünschen (Es, Instinkt), und dem, was wir uns erlauben (Über-Ich, sozial nicht akzeptiert), gibt. Diese Konflikte mögen uns in einer Neurose zusammenbrechen lassen: Neurotische Störungen entstehen, wenn das Über-Ich das Es ins Unbewusste verschiebt, um es zu übertönen.

Freuds Arbeit ist umfassender und beinhaltet viel mehr Aspekte als die, die wir hier angesprochen haben. Wir betrachten diese jedoch als die wichtigsten Konzepte. Sie zeigen uns, warum sein Werk zum Ausgangspunkt einer Revolution wurde. So wie wir Kopernikus jetzt für einen Revolutionär halten, können wir auch Freud wegen der enormen Auswirkungen, die er auf die Psychologie hatte, als einen Revolutionär betrachten.