Wie du einer Person mit Wahnvorstellungen helfen kannst

Ein Mensch mit Wahnvorstellungen braucht keine Hilfe, um sich zu ändern, sondern um der zu werden, der er oder sie ist, ohne zu leiden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies nach und nach zu erreichen, solange das Umfeld verständnisvoll und liebevoll ist.
Wie du einer Person mit Wahnvorstellungen helfen kannst

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 15. Juni 2022

Das Leben ist für Menschen mit Wahnvorstellungen kompliziert. Sie erhalten oft nicht die benötigte Unterstützung, denn die Intervention beschränkt sich häufig auf die Diagnose und die Verschreibung von Medikamenten.

Betroffene leiden an Ideen, Wahrnehmungen und Erfahrungen, die für andere nur schwer zu verstehen sind. Sie fühlen sich oft einsam und verfügen kaum über Ressourcen, um ihren tiefen Schmerz zu lindern. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um Personen mit Wahnvorstellungen zu helfen.

Sie können eine psychiatrische Behandlung keinesfalls ersetzen, sind jedoch eine ausgezeichnete Ergänzung. Leider werden diese Möglichkeiten nicht immer vom Gesundheitssystem angeboten.

Für die Familie ist die Unterstützung von Personen mit Wahnvorstellungen in den meisten Fällen sehr schwierig. Sie versucht häufig, sie zur “Vernunft” zu bringen. Andere ignorieren diese Menschen oder versuchen, sie von ihren Ideen abzubringen. Lies weiter, wir sprechen heute über verschiedene Möglichkeiten, um Betroffenen zu helfen.

Die bahnbrechende Idee, die er vorstellt, ist, dass nicht die ungewöhnlichen Überzeugungen das Problem sind, sondern die Art und Weise, wie sie behandelt werden, selbst wenn andere glauben, dass jemand wahnhafte Ideen hat.”

Tamasin Ritter

Wie man einer Person mit Wahnvorstellungen hilft

Ungewöhnliche Überzeugungen

Die Gesellschaft toleriert manche “Torheiten”, andere jedoch nicht. Wenn viele eine irrige oder wahnhafte Idee teilen, gilt sie als “normal”. Allerdings werden ungewöhnliche Ideen oder Überzeugungen als “abnormal” eingestuft und wenn zusätzlich die Diagnose einer Störung vorliegt, gelten sie als “krankhaft”.

Nicht alle psychosozialen Fachkräfte sehen das so. Neben vielen anderen haben die Forscher Marius Romme und Sandra Escher herausgefunden, dass das Hören auf Stimmen sowie ungewöhnliche Überzeugungen viel weiter verbreitet sind, als wir denken. Für manche Menschen handelt es sich um normale Erfahrungen, sie sind nicht krank.

So gesehen geht es nicht darum, diese Erfahrungen zu vermeiden, sondern darum, den betroffenen Menschen eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Wir müssen versuchen, ihre emotionales Leid zu lindern. Zu diesem Thema gibt es eine Menge Literatur.

Wie du einer Person mit Wahnvorstellungen helfen kannst

Zunächst müssen wir diese Menschen so akzeptieren, wie sie sind. Sie haben Ideen, Überzeugungen oder persönliche Erfahrungen, die einzigartig sind, aber das ist ein Teil ihrer Identität. Du solltest die betroffene Person deshalb nicht davon abhalten, so zu sein, wie sie ist, oder versuchen, ihre Lebensweise und Gedanken zu verändern. Es handelt sich um eine individuelle Erfahrung, die keine Intervention von außen erfordert.

Personen mit Wahnvorstellungen verzweifeln oft, wenn andere versuchen, sie zu verändern. Vielmehr benötigen sie Verständnis und Unterstützung, um Isolation und Traurigkeit zu verhindern. Respektvolles Zuhören ist deshalb grundlegend. Ermögliche es der Person, über ihre Erfahrungen zu sprechen, ohne sie zu beurteilen.

Wie du einer Person mit Wahnvorstellungen helfen kannst

Bewältigungsstrategien

Wie bereits erwähnt, ist respektvolles Zuhören die zentrale Strategie. Zusätzlich sind folgende Bewältigungsstrategien hilfreich:

  • Schutzstrategien. Es ist wichtig, der Person dabei zu helfen, Handlungen oder Situationen zu erkennen, in denen sie sich sicher und geschützt fühlt. Zum Beispiel, indem du nachts ein Licht anlässt, einen Hut trägst usw.
  • Verändere die Umgebung. Wenn eine Person aufgrund von Wahnvorstellungen sehr verzweifelt ist, kann ein Umgebungswechsel günstig sein. Ein Ausflug oder auch ein kurzer Spaziergang hilft in diesen Fällen.
  • Bereite die Person auf schwierige Situationen vor. Erstelle einen Bewältigungsplan, damit die Person sich in komplizierten Situationen besser zurechtfindet. Versuche, die wahrgenommenen Bedrohungen zu identifizieren und einen konkreten Plan zu entwickeln.
  • Selbstbehauptung. Eine Person mit Wahnvorstellungen muss mehr Vertrauen in sich selbst und in unbekannte Situationen aufbauen. Affirmative Aussagen wie “Ich werde das überleben” oder “Ich werde mich aus dieser Situation befreien” können helfen.

Eine Person mit Wahnvorstellungen sollte sich von Stress fernhalten, ihr Selbstwertgefühl stärken und sich akzeptiert und geliebt fühlen. Das sind universelle Bedürfnisse, an denen es ihnen jedoch häufig mangelt. Strukturierte Routinen helfen Betroffenen, sich besser durchzusetzen, ebenso wie das Training sozialer Fähigkeiten und Problemlösungsstrategien, wodurch sie das Gefühl der Kontrolle über ihre Umgebung steigern können.

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  • Fernández Escobar, W. (2003). Delirio. Rev. Fac. Med.(Bogotá), 109-113.
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