Wie du den Gedanken loslässt, nicht attraktiv zu sein

Du fühlst dich beim Blick in den Spiegel unattraktiv? In diesem Artikel findest du verschiedene Tipps, die dich zur Reflexion und Verbesserung deiner Selbstwahrnehmung einladen.
Wie du den Gedanken loslässt, nicht attraktiv zu sein
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 09. Juli 2024

Die voreingenommene Selbstwahrnehmung ist unabhängig vom Alter oder vom sozialen Status eine häufige Realität, denn wir leben in einer Gesellschaft, die von “Likes” und einem unrealistischen Schönheitsbild dominiert wird. Die Selbstakzeptanz ist deshalb ein zerbrechliches Konstrukt, das zu Konflikten und Schwierigkeiten führen kann. Wenn du glaubst, nicht attraktiv zu sein, ist es an der Zeit, Strategien umzusetzen, um diesen Gedanken loszulassen.

“Du kritisierst dich schon seit Jahren und es hat nicht funktioniert. Versuche, dich selbst anzuerkennen und schau, was passiert.”

Louise Hay (You Can Heal Your Life¹)

Wenn du dich nicht attraktiv fühlst

Die Wahrnehmung deines Aussehens beeinflusst viele Bereiche deines Lebens, vorwiegend zwischenmenschliche Beziehungen. Eine in Biological Sciences veröffentlichte Forschung zeigt, dass anmutigere Gesichtszüge oft mit größerem sozialen Erfolg verbunden sind. Das wissen wir alle. Wir müssen jedoch auch berücksichtigen, dass Schönheit ein kulturelles, erzieherisches und persönliches Konstrukt ist, das in Abhängigkeit von der Umgebung entsteht.

Faktoren wie Vergleiche oder Botschaften von deinem Umfeld beeinflussen dein Aussehen. Die gute Nachricht ist, dass du diese Einstellung ändern kannst, um gesünder und liebevoller zu dir selbst zu werden. Erfahre anschließend, was du tun kannst, um den Gedanken loszulassen, dass du nicht attraktiv bist.

Deaktiviere den verzerrten Fokus

Was siehst du, wenn du dich im Spiegel betrachtest? Du fühlst dich vielleicht durch deine verzerrte Aufmerksamkeit und deine selbstreferenzielle Verarbeitung nicht attraktiv. Ein in der Fachzeitschrift Neuroscience Research veröffentlichter Beitrag macht deutlich, wie diese Faktoren die Konstruktion deines Selbstwertgefühls beeinflussen können.

Was bedeuten also diese Konzepte und was kannst du tun, um dich nicht unattraktiv zu fühlen?

  • Konzentriere dich nicht auf deine Schwächen. Die negative Aufmerksamkeitsverzerrung führt dazu, dass du dich immer wieder auf die Aspekte deines Gesichts oder Körpers konzentrierst, die du am wenigsten magst. Um das zu vermeiden, schaue von diesen Punkten weg und akzeptiere sie so, wie sie sind.
  • Schätze die attraktiven Seiten an dir. Denke daran: Jeder von uns hat unvollkommene und schöne Körperbereiche. Auch wenn du etwas auffällige Ohren hast, können deine Augen und Lippen deine Stärke sein. Schätze dies und lenke deine Aufmerksamkeit auf jene Körperbereiche, die du magst.
  • Mitfühlende Selbstbeobachtung. Wenn du dich jeden Tag ansiehst und nur daran denkst, wie unattraktiv du bist, verstärkst du dein Unwohlsein. Versuche, dich mit Mitgefühl und Respekt zu betrachten. Du hast es verdient, dich gut zu behandeln und dich mit Integrität und Empathie zu schätzen.

Betrachte dich aus einer neutralen Perspektive

Den eigenen Körper zu lieben, ist oft nicht einfach, doch eine neutrale Einstellung hilft dir dabei. Du musst lernen, dich für all das zu schätzen, was du kannst, ohne dich ausschließlich auf dein Äußeres zu konzentrieren. Dieser neue Ansatz ist sehr bereichernd. Berücksichtige dabei folgende Aspekte:

  • Schätze das Hier und Jetzt und lasse der Selbstkritik keinen Raum.
  • Dein Äußeres muss nicht perfekt sein, akzeptiere dich, ohne zu urteilen.
  • Beginne neue Aktivitäten, bei denen du dich gut fühlst und die dir Spaß machen.
  • Genieße jede Aktivität, die dein Körper dir erlaubt (arbeiten, tanzen, kuscheln, spazieren usw.).

Die Bedeutung der Selbstfürsorge

Es ist nicht einfach, sich selbst jeden Tag zu mögen. Der Schlüssel liegt jedoch darin, die negative Selbstwahrnehmung nicht zu einer Konstante zu machen, wenn du in den Spiegel schaust. Du musst diesen Zustand kontrollieren, um dein psychisches Wohlbefinden zu gewährleisten.

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper hat insbesondere auf viele Jugendliche verheerende Auswirkungen. Ein in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Child and Adolescent Psychology veröffentlichter Artikel spricht zum Beispiel über die Zusammenhänge mit Angstzuständen. Die gesunde Selbstfürsorge ist entscheidend, um eine negative Selbsteinschätzung zu verhindern.

Du musst deine emotionalen Bedürfnisse erkennen, dich mit Menschen umgeben, die dich schätzen, nett zu dir selbst sein und gesunde Gewohnheiten annehmen!

Steigere dein Selbstwertgefühl und dein Selbstvertrauen

Um attraktiv zu sein, musst du keinen perfekten Körper und kein perfektes Gesicht haben. Deine Persönlichkeit und dein Selbstvertrauen sind der Schlüssel, um gemocht zu werden und vor allem, um dich selbst zu mögen. Je mehr du dich selbst und deine Fähigkeiten wertschätzt, desto mehr wird sich deine Wahrnehmung deines Images verbessern.

Die Encyclopedia of body image and human appearance betont, dass der Zusammenhang zwischen Körperbild und Selbstwertgefühl den gesamten Lebenszyklus eines Menschen bestimmen kann. Folgende Strategien helfen dir, diese Bereiche zu verbessern:

  • Sei selbstbewusst in Bezug auf deine Kompetenzen.
  • Lerne neue Fähigkeiten.
  • Frag deine Familie und Freunde, was das Beste an dir ist.
  • Sei stolz auf deine großen und kleinen Erfolge.
  • Erkenne deine Stärken, Talente und das, was dich einzigartig macht.
  • Vertraue Menschen, die dich so schätzen, wie du bist.
  • Finde den Kleidungsstil und den Haarschnitt, mit dem du dich wohlfühlst und dich selbst bestärkst.
  • Stelle dich neuen Herausforderungen. Beobachte, wie dein Selbstvertrauen wächst, wenn du sie meisterst.

Die körperliche Attraktivität ist fast immer eine subjektive Wahrnehmung, die durch dein soziales und kulturelles Umfeld geprägt ist. Wenn du an deinem Selbstvertrauen, deinem Selbstwertgefühl und deiner Einstellung arbeitest, kannst du dich selbst besser wahrnehmen und dich in deinen zwischenmenschlichen Beziehungen sicherer fühlen.

Vermeide es, dich mit anderen zu vergleichen

Höre damit auf, dich mit anderen zu vergleichen, egal ob es Menschen in deiner Umgebung oder auf Instagram oder TikTok sind. In diesem Zusammenhang erwähnen wir eine in der Zeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlichte Studie, die aufzeigt, wie soziale Netzwerke durch Vergleiche das subjektive Wohlbefinden beeinflussen können.

Trainiere ab heute deinen Verstand: Konzentriere dich auf eine gesunde Art und Weise auf dich selbst, anstatt dich ständig mit anderen zu messen. Du bist einzigartig, mit deinen Eigenheiten, deinen Schönheiten und Schwächen, genau wie jeder andere auch. Schönheit liegt in der Vielfalt und nicht in der Homogenität.

Filtere die Botschaften, die dich erreichen

Es ist möglich, dass du in deinem Umfeld Kommentare erhältst, die dein Selbstbild entwerten. Es sind nicht nur die sozialen Medien, die dir verzerrte Botschaften über das Schönheitsideal senden. Auch deine Freunde und deine Familie können dir falsche und schädliche Urteile geben. Setze Filter und Schutzmechanismen ein, um dich vor den Worten anderer zu schützen, die dein Selbstwertgefühl untergraben.

Achte auf deinen inneren Dialog

Die Art und Weise, wie du mit dir selbst sprichst, beeinflusst deine Selbstwahrnehmung. Die Kultur und die Gesellschaft können dich davon überzeugen, dass du nicht attraktiv bist. Dein negativer innerer Dialog ist jedoch das größte Hindernis für ein gesundes Selbstbild.

Verändere deine Gesprächsdynamik und achte auf einen respektvollen, gesunden Dialog. Verabschiede dich von deinem inneren Richter, der dich ständig kritisiert und abwertet.

Attraktiv sein ist eine Einstellung

Wenn du dich innerlich gut fühlst, wirst du dich auch äußerlich besser wahrnehmen. Deine Wahrnehmung ist subjektiv und hängt von deiner Einstellung ab. Arbeite an deinen Emotionen, finde Ausgleich und innere Ruhe, um dein Selbstbild zu verbessern.

Die Tyrannei der Schönheit

Wir leben in einer Zeit, in der das äußere Erscheinungsbild große Macht hat. Doch die Schönheit, die uns verkauft wird, ist nicht realistisch und oft nicht gesund. Versuche, kritisch mit deinen Überzeugungen umzugehen und auch die Kommentare und Botschaften anderer zu hinterfragen.

Ist dein Leid groß, solltest du nicht daran zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es kann sein, dass sich hinter deinem emotionalen Unbehagen und dem Gedanken, dass du nicht attraktiv bist, tieferes Leid verbirgt. In diesem Fall kann dir eine Therapie helfen, dein Selbstvertrauen und Wohlbefinden wiederzuerlangen.

▶ Lese-Tipp

  1. You Can Heal Your Life: Leben und Botschaft der großen spirituellen Lehrerin, Louise L. Hay, Allegria 2009

Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten. Die Bibliographie dieses Artikels wurde als zuverlässig und akademisch oder wissenschaftlich präzise angesehen.


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  • Quittkat, H. L., Hartmann, A. S., Düsing, R., Buhlmann, U., & Vocks, S. (2019). Body dissatisfaction, importance of appearance, and body appreciation in men and women over the lifespan. Frontiers in Psychiatry10, 864. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyt.2019.00864/full
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  • Wang, J.-L., Wang, H.-Z., Gaskin, J., & Hawk, S. (2017). The mediating roles of upward social comparison and self-esteem and the moderating role of social comparison orientation in the association between social networking site usage and subjective well-being. Frontiers in Psychology8, 771.  https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2017.00771/full

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